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Erinnerungen an die Anfänge des Interkulturellen Ga rtens steuerte Gisela Landesberger (2. v. r.) zum Jubiläums-Festakt bei. Auch Freisings Bürgermeisterin Eva Bönig (r.) würdigte den Einsatz der „Gärtner ohne Grenzen“.

Zehn Jahre Interkultureller Garten am Schafhof

Blühende Oase der Kulturen

Es ist ein Ort, an dem Menschen unterschiedlichster Nationen heimisch geworden sind. Vor zehn Jahren wurde der interkulturelle Garten am Südhang des Schafhofs eröffnet. Beim Tag der Offenen Tür erinnerte sich eine der Initiatorinnen des Projekts, die frühere Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Freising, Gisela Landesberger, an die Anfänge.

Freising – Das Buch der Soziologin Christa Müller mit dem Titel „Wurzeln schlagen in der Fremde“ habe bei ihr im Jahr 2005 den entscheidenden Impuls ausgelöst, erzählte Landesberger. Den Kopf voller Ideen habe sie diesbezüglich bei ihrem damaligen „Chef“, dem langjährigen Freisinger Landrat, Manfred Pointner, „vorgesprochen“. Und der habe ob der von ihr ausgestrahlten Begeisterung eigentlich gar nicht anders können, als „ja“ zu sagen, so beschrieb es Landesberger und lachte.

Gemeinsam mit der damaligen Integrationsbeauftragten der Stadt Freising, Meral Meindl, sei man daran gegangen, ein geeignetes Grundstück zu finden. Dank des Engagements des damaligen Fachhochschul-Vizepräsidenten Sebastian Peisl wurde ein Teil der sich im Besitz der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf befindlichen Streuobstwiese am Schafhof-Südhang zur Verfügung gestellt. Mit „Maßband und Haselnussstecken“ als Längenmaße habe man die Parzellen abgemessen. Und weil das schnelle Internet damals noch nicht allen zur Verfügung gestanden habe, habe man Zettel an die Hausmeister der umliegenden Wohnblöcke verteilt. In verschiedenen Sprachen sei für das „Gärtnern ohne Grenzen“ beworben worden.

Heute teilen sich 13 Familien über Chile, Namibia, Türkei, Iran, Korea und Vietnam den Boden, der im Sommer Gemüse und Früchte abwirft. Die Parzellen wurden in gemeinsamer Arbeit angelegt. Eines der ersten Aufgaben sei eine funktionierend Wasserversorgung gewesen, sagte Landesberger. Eine Gerätehütte ist dann ebenfalls gemeinsam gebaut worden. „Auch da haben die Eigenarten der unterschiedlichen Kulturen koordiniert werden müssen“, erzählen Thomas und Elke aus Freising, die seit zehn Jahren eine Parzelle im Garten bewirtschaften: „Manche wollten nur einen Bretterverschlag, andere wollten ganz solide bauen.“ Doch immer habe man unter den Familien einen Konsens gefunden. Auf einer Gemeinschaftsfläche in der Mitte der Parzellen wird an lauen Sommerabenden gegrillt und gärtnerische Erfahrungen ausgetauscht.

Beim Tag der Offenen Tür kam die Bevölkerung ins Gespräch mit den Gärtnern. Man tauschte Informationen aus und genoss ein Büfett mit internationalen Spezialitäten. Freisings Bürgermeisterin Eva Bönig nahm sich ebenfalls viel Zeit, die „schöne Oase“, wie sie den Garten nannte, zu genießen.

Maria Martin

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