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Hatte allen Grund zum Feiern: Der Vorstand des Vereins Stadtheimatpflege: Elisabeth Reisch und Nanni Feller (stellvertretende Vorsitzende) Johannes Haslauer (Vorsitzender „Kulturerbe Bayern“), Bernhard Reiml (Vorsitzender), Isabella Hödl-Notter (Stellvertreterin) und Marlene Eschenbacher (Schriftführerin, v. l.)

Zehn Jahre Stadtheimatpflege-Verein

Freisings Geschichte aus neuer Perspektive

Als im März 2007 im Freisinger Hofbrauhauskeller der Verein „Stadtbildpflege und Baukultur Freising“ gegründet wurde, war das nicht „irgendein“ Verein. Ein intensiveres Bewusstsein der Bürger in Bezug auf die kulturellen Güter von Freising wollte man fördern und wecken. Wie sehr die Vision von damals geglückt ist, das wurde am Donnerstagabend bei einer stimmungsvollen Feier am Freisinger Schafhof deutlich.

Ein buntes Kaleidoskop der verschiedenen Projekte des Vereins war an langen Schnüren aufgehängt. So ergab sich eine umfassende Chronik von zehn Jahren effektiven stadtgeschichtlichen Engagements in Freising.

Freising – Der Verein, der mittlerweile unter dem Namen „Stadtheimatpflege Freising“ firmiert und aktuell 131 Mitglieder zählt, feierte sein zehnjähriges Bestehen. „Eine erfolgreiche Entwicklung“: Darüber waren sich Vorsitzender Bernhard Reiml und OB Tobias Eschenbacher einig. Neben der historischen Bildungsarbeit wie etwa dem Organisieren von Führungen zu stadtgeschichtlich interessanten Orten, die der Bevölkerung in der Vergangenheit verschlossen blieben, habe der Verein auch„ ganz besondere“ Dinge umgesetzt.

Eschenbacher erinnerte an ein ausgesprochen nachhaltiges Projekt: Das Anlegen und die Pflege eines kleinen Weinbergs am Südhang des Dombergs. Nicht nur, dass zwischen den „verschlungenen Pfaden“ der Rohstoff für den „Freisinger Pergwein“ geerntet werde. Der Ort werde darüberhinaus auch in den richtigen historischen Kontext gesetzt. Mit Unterstützung der Erzdiözese konnte der Dombergsüdhang wieder ein Stück mehr in das Bewusstsein der Freisinger Bürger gerückt werden.

Führungen und Vorträge zu historischen Sommerbierkellern in der Domstadt ermöglichten den Bürgern ebenfalls die Geschichte ihrer Stadt neu zu erleben. Ganz aktuell überreichte der Rathauschef die vom Stadtrat genehmigte „Vereinbarung zur Nutzung des Sporrerkellers“ an  den Vereins-Vorsitzenden Bernhard Reiml. Der vom Verein ausgelobte „Stadtbildpflegepreis“ sei mittlerweile eine begehrte Trophäe, betonte Eschenbacher. Etwas tun zu müssen, um einen Beitrag zur Bewahrung des baulichen Erbes der Städte und Dörfer zu leisten, das treibe ihn ebenfalls seit vielen Jahren an, sagte der Festredner des Abends, Johannes Haslauer. Der Vorsitzende des Vereins „Kulturerbe Bayern“ verriet dem Publikum, dass ihn mehr als nur Persönliches mit der Stadt Freising verbinde. Seine Promotion über die hochstiftisch-freisingische Grafschaft Werdenfels habe ihn zu einer verstärkten Annäherung an die Residenzstadt geführt.

Dem rasanten Strukturwandel, dem Städte und Gemeinden im beginnenden 21. Jahrhundert ausgesetzt seien, wolle der Verein „Kulturerbe Bayern“ etwas entgegen setzen, verriet der Historiker. Man wolle eine Stiftung gründen. Nach dem Vorbild der gemeinnützigen Organisation „National Trust“ wolle man versuchen, auch solche historischen Objekte zu retten, die nicht unmittelbar unter Denkmalschutz stünden. Ein weites Feld, wie bei den zahlreichen guten Gesprächen beim anschließenden Stehempfang deutlich wurde – und bei dem man zwischendurch auch immer mal wieder den Namen „Abseits“ heraushörte.

Maria Martin

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