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“Zeit, dass sich was ändert“: Naturschützer üben vehemente Kritik an Freisinger Nordost-Umfahrung

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„Mit dem Erholungsraum ist es vorbei“: Der Kahlschlag, der für den Bau der B 301-Nordostumfahrung notwendig war, hat die Naturschützer rund um Manfred Drobny (l.) erbost. Doch es gibt noch mehr Kritik an dem Projekt. © Lehmann

4,2 Kilometer lang wird sie das tertiäre Hügelland im Osten von Freising durchschneiden: die B 301-Nordostumfahrung. Vor Ort übten die Naturschützer vehemente Kritik - und hatten eine böse  Vorahnung.

Freising – Um sich ein Bild vom Bauzustand zu machen, luden die Naturfreunde Freising die Bürger am Samstag zu einer Begehung des Teilstücks bei Marzling ein.Referent Manfred Drobny äußerte deutliche Kritik an dem Straßenbauprojekt. 4,2 Kilometer lang wird sie das tertiäre Hügelland im Osten von Freising durchschneiden: die B 301-Nordostumfahrung, die im Süden von Erlau über Marzling zum Autobahnanschluss Freising-Ost führen wird. Der Geschäftsführer des Bund Naturschutz in Freising, stellte heraus, dass die neue Straße das Verkehrsproblem wohl kaum lösen werde. Staus werde es wieder geben, dann eben an anderer Stelle, und die erhoffte Entlastung für die Anwohner im Stadtbereich von Freising stehe in den Sternen. Anstelle einzelner Symptome durch den Bau größerer Straßen zu beheben, sollte mehr über gesamtheitliche innovative Verkehrskonzepte nachgedacht werden, befand der BN- Geschäftsführer. „ Es ist Zeit, dass sich die Verkehrspolitik ändert und mehr nach Schaden und Nutzen bewertet wird.“

Drobny glaubt nicht, dass die Straße zu positiven Effekten führt

An der Begehung teilgenommen hatte auch Bürgermeisterin Eva Bönig. Ihre Eltern wohnten an einem Lärm-Knotenpunkt in der Freisinger Innenstadt. „Die hoffen natürlich durch die neue Straße Entlastung“, beschrieb es Bönig. Doch Drobny glaubt daran nicht. Laut einer Studie würde der Binnenverkehr mit einem sehr hohen Anteil weiterhin durch Freising rollen.

Natürlich sei die B 301-Nordostumfahrung Teil der Flughafenentwicklung, lenkte Drobny ein. Doch wenn man den Eingriff in die Landschaft von den Gesichtspunkten des Naturschutzes und des Lärmschutzes her betrachte, so sei vieles zu bemängeln. Erst in einer der jüngsten Sitzungen des Freisinger Stadtrates habe der Lärmaktionsplan nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie auf der Tagesordnung gestanden. In Zukunft gelte es, ruhige Räume zu erhalten für das Erholungsbedürfnis der Bürger, möglichst stadtnah.

Bund Naturschutz: Die Ausgleichsflächen verhindern den Qualitätsverlust nicht

Drobny zeigte über die Felder mit den schönen Heckensäumen entlang des Feldweges zwischen Marzling und Altenhausen. „Das hier ist ein typischer Kulturlandschaftsausschnitt im tertiären Hügelland.“ Eigentlich sei dies ein Beispiel für einen solchen Erholungsraum. „Das ist vorbei“, konstatierte Drobny.

Kritik gab es auch hinsichtlich der im Rahmen der Bauleitplanung ausgewiesenen Ausgleichsflächen. Diese seien „rechnerisch gebastelt“ und hielten oft die versprochene Qualität nicht ein. Der Widerstand der Stadt Freising hinsichtlich der Bauleitplanung sei sowieso „bescheiden“ gewesen, formulierte es Drobny zynisch. Wohl wissentlich, dass man ohne die Realisierung der B 301-Nordostumfahrung das Gelände am Steinpark nicht hätte entwickeln können.

Noch etwas beunruhigte die Naturfreunde: ein möglicher vierspuriger Ausbau des Teilstücks der Umfahrung zwischen Marzling und dem Autobahnanschluss Freising-Ost. Die böse Vorahnung eines Teilnehmers: „Wir warten darauf, dass dann die Isarauen gerodet werden“, befürchtete einer der Teilnehmer.

Maria Martin

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