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Fast wie im Circus Maximus ging’s beim Wagenrennen quer durch die Schulaula zu. Hier kriegt gerade das blaue Team erfolgreich die Kurve.

Zeitreise am Dom-Gymnasium in Freising

Zustände wie im alten Rom

Latein in der Schule – das bedeutet Vokabeln pauken, Grammatik üben oder Texte übersetzen. Dass Lateinunterricht noch viel mehr sein kann, das wurde bei der „Zeitreise in die Antike“ deutlich, zu der das Freisinger Domgymnasium am Donnerstag eingeladen hatten: Sogar Cäsar, Cicero und Ovid wurden lebendig.

Freising – Wie lebten die Römer? Wie kleideten sie sich? Welche Haarmode war vor rund 2000 Jahren bei den römischen Damen angesagt? Welche Riten wurden zelebriert? Und worauf schrieb man damals überhaupt seine Texte? Theoretisch hatten das die Schüler bereits im Unterricht gelernt. Am Donnerstag durften sie alles in der Praxis erleben. Alle zwei Jahre organisiere die Schulfamilie das Fest rund um die faszinierende Epoche der Weltgeschichte, betonte Schulleiter Manfred Röder. „Wir wollen, dass die Schüler über den Tellerrand der Sprache hinaus schauen können.“ Und das gelang bestens.

Helm ab zum Siegerfoto: Julian, Leo, Levis, Luka und Max (v. l. ) von der „factio veneta“ waren beim Wagenrennen nicht zu schlagen.

Typisch römisch wurde das Fest nämlich gleich mit einer Weihezeremonie eingeleitet. Die Römer hätten nichts unternommen, ohne vorher die Unterstützung der Götter erbeten zu haben, erklärten Renate und Markus Koppenberger, zwei Lehrer aus Schwabmünchen. Anhand historischer Quellen wurde um Beistand der Götter gebeten. „Procul este profani“ (Bleibt fort ihr Ungeweihten) rief Markus Koppenberger, in typisch römischer Priesterkleidung gehüllt. Für die Götter stieg Rauch auf über dem Philippshof. Mit Weihrauch, Lorbeer und Olivenöl wurden Jupiter, Apoll, Minerva und Bacchus gütig gestimmt.

Nicht ganz so würdevoll ging es beim anschließenden „Wagenrennen“ quer durch die Schulaula zu. Das sportliche Spektakel wurde zwar nicht mit Pferden und historischen Streitwägen ausgetragen. Wie im „Circus maximus“ durften sich die Zuschauer trotzdem fühlen. Denn Lateinlehrer Hans Bauer hatte die Wagenlenker mit den in Rom üblichen „colores“ (Farben) ausgestattet. Den Sieg sicherte sich die „factio veneta“, die „blaue“ Mannschaft, die als erste ins Ziel kam. „Technische“ Probleme hatten das „factio prasina“ (das grüne Team) behindert: Ein Rad des Ziehwagens war abgebrochen.

Wie „Trendsetterinnen“ im römischen Reich durften sich Anna und Lena aus der Q 11 fühlen. Sie trugen die Haarmode und die kostbaren Kleider, wie dies im ersten Jahrhundert Kaiserin Livia und den Damen „von Stand“ vorbehalten war. Die Esskultur im römischen Reich wurde mit antiken Originalrezepten in die Gegenwart geholt. Der Historiker Marcus Junkelmann berichtete über sein Forschungsprojekt „Gladiatur“ und zeigte die typische Ausrüstung am römischen Soldaten. Über Metamorphosen des Dichters Ovid informierte der Rektor des Döpfner-Hauses, Marc Aeilko Aris, und wer den Beatles-Hit „Yellow Submarine“ auf lateinischen Instrumenten hören wollte, der war bei „Musicus“ Justus Willberg richtig, der mit der Historikerin Eva Fritz den Aulos, ein flötenartiges Blasinstrument, vorstellte. Die Zeit verging wie im Flug – im alten Rom auf dem Domberg.                                       Maria Martin

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