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Ein Pädagoge aus Leidenschaft: Rektor Hubert Ettinger (65) verabschiedet sich zum Ende des Schuljahres nach über vier Jahrzehnten Lehrertätigkeit in den Ruhestand.

Lerchenfelds Mittelschul-Rektor Hubert Ettinger geht in Pension

Der Zielbahnhof ist in Sicht

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Freising/Massenhausen - Wenn’s nach seinem Vater gegangen wäre, dann wäre der heutige Lerchenfelder Mittelschul-Rektor Hubert Ettinger (65) demnächst wohlbestallter Pensionär der Bahn AG. Aber Lokführer ist der Massenhausener ja nicht geworden.

Vielmehr hielt er als Lehrer, Konrektor und Schul-Chef seit der Mitte der 70er Jahre den Grund-, Haupt- und später Mittelschul-Zug ordentlich unter Dampf.

Generationen von Schülern in Pfaffenhofen, Eching und zuletzt Freising-Lerchenfeld schätzten den loyalen und verständnisvollen Pädagogen, der sie aufs richtige Gleis gelenkt hat – ebenso wie Ettingers Kollegen das tun. Zum Ende dieses Schuljahres hat er den beruflichen Zielbahnhof erreicht: Der Rektor geht in Pension. Aber nicht aufs Abstellgleis, wie er auf Anfrage humorvoll bestätigte: „Meine Enkel haben schon Pläne gemacht, was ich alles mit ihnen unternehmen soll.“ Außerdem werde fleißig mit der Frau das Tanzbein in einem Vhs-Kurs geschwungen. Und der heimische Garten in Massenhausen – der wolle immerhin auch gepflegt werden.

Hubert Ettinger hinterlässt seinem Nachfolger Thomas Dittmeyer, derzeit noch Konrektor in Hallbergmoos, ein in jeder Hinsicht wohlbestelltes Haus an der Moosstraße. Und er blickt zufrieden zurück auf seine Zeit als Lehrer: „Ich glaube, ich habe viel richtig gemacht. Deswegen gehe ich auch mit einem guten Gefühl.“ Sehr wohl aber sieht Ettinger auch, was sich in den über vier Jahrzehnten seiner Lehrertätigkeit verändert hat: „Es gibt immer mehr verhaltensauffällige Schüler.“ Und das habe seinen Grund sehr oft im Elternhaus: „Meist gehen beide Elternteile zur Arbeit. Dann bleibt wenig Zeit, sich mit den Problemen der Kinder zu befassen.“ Und diese Lücken müssten dann in der Schule gefüllt werden – Stichwort: Schulsozialarbeiter. „So etwas kannte man früher nicht, und heute gibt es die Stelle an fast jeder Schule.“ Die Sozialkompetenz zu stärken oder gar ganz aufzubauen – das sei heutzutage eine der vielfältigen sozialen Aufgaben, die Schule und Lehrer neben der Wissensvermittlung zu leisten hätten.

„Ich glaube, ich habe viel richtig gemacht. Deswegen gehe ich auch mit einem guten Gefühl.“

Was aber Hubert Ettinger, den Pädagogen aus Leidenschaft, am meisten nachdenklich macht, ist wohl ein prägendes Phänomen der modernen Zeit: das Verhältnis mancher Eltern zu den Pädagogen. Sehr oft werde da sehr viel Selbstbewusstein vor sich hergetragen: „Es wird bei Problemen immer gleich an die oberste Stelle appelliert und der rechtliche Rahmen voll ausgeschöpft, wo eigentlich ein Gespräch vor Ort doch einiges besser klären hätte können.“ Man müsse derzeit halt schon „eine Menge schultern als Pädagoge“, meint Ettinger. „Aber mein Beruf hat mir trotzdem ungeheuer viel Spaß gemacht.“

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