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Moderate Haftstrafen bekamen die zwei Angeklagten eines Drogenprozesses in Landshut.

Zwei Kumpel in der Luxuslimousine und mit Marihuana im Kofferraum bei Freising ertappt

Mit zehn Kilo Gras erwischt  - und dann die Begründung vor Gericht

Zwei Männer wurden mit über zehn Kilo Marihuana im Kofferraum eines Leihwagens im Landkreis Freising geschnappt. Doch sie bekamen nur moderate Haftstrafen

Landkreis – Das Duo (31 und 23 Jahre alt) wurde mit über zehn Kilo Marihuana im Kofferraum eines Leihwagens auf einem Parkplatz im Landkreis geschnappt und landete vor dem Landgericht Landshut. Die Erklärungen, die einer der beiden Angeklagten dort von seinem Anwalt vorbringen ließ, war unwiderlegbar und bescherte dem Duo moderate Freiheitsstrafen.

Die Männer   wurden Ende März in einem Luxus-Mercedes S 500 auf einem Parkplatz im Süden des Landkreises von einer Polizeistreife kontrolliert. Die Beamten fanden prompt im Kofferraum des Wagens zehn Päckchen Marihuana – insgesamt über zehn Kilogramm.

Die beiden Männer, ein 31-jähriger Arbeiter und ein 23-jähriger Mechaniker, machten nach ihrer Festnahme zunächst keinerlei Angaben. So ging die Staatsanwaltschaft davon aus, dass es sich bei dem Duo um Dealer handelt.

Umso überraschender dann die Erklärung, die Verteidiger Maik Bunzel für den 31-Jährigen abgab: Sein Mandant sei im Auftrag eines ihm anonymen bekannten Auftraggebers aus Magdeburg zum Parkplatz gefahren, um dort die Tasche mit dem Marihuana zu übernehmen. Als Kurierlohn seien ihm 1500 Euro versprochen worden.

Verdacht zurückgewiesen

Den Verdacht, dass sein Mandant schon früher im großen Stil mit Drogen gehandelt habe, wies der Verteidiger entschieden zurück. Diese Einschätzung war entstanden, weil man bei den Finanzermittlungen gegen den 31-Jährigen festgestellt hatte, dass in den vergangenen beiden Jahren rund 90 000 Euro auf seinem und dem Konto seiner Mutter gelandet waren. Der Verteidiger erklärte das so: Sein Mandant habe sich in der Vergangenheit über das Internet betuchten Damen als „Begleitservice“ angeboten. Und das sei erfolgreich gewesen: Sechs betuchte Stammkundinnen hätten ihm pro „Engagement“ 1000 bis 1500 Euro bezahlt.

Anfang dieses Jahres allerdings habe er nach einer Alternative gesucht und sei an einen Bekannten geraten, der als Drogenkurier tätig gewesen sei. Der habe dann die Verbindung zum Auftraggeber in Magdeburg hergestellt.

Knappe Erklärung

Wesentlich knapper war die Erklärung von Verteidiger Andreas Junge für den 23-Jährigen: Sein Mandant sei zuletzt ein Jahr arbeitslos gewesen und habe von 410 Euro gelebt. Vom befreundeten Mitangeklagten habe err sich zu der Kurierfahrt überreden lassen.

Staatsanwältin Daniela Buhl sah lediglich die Kuriertätigkeit und damit eine Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmittel in nicht geringer Menge als erwiesen an. Sie beantragte für den 31-jährigen vorbestraften Haupttäter eine Haft von fünf Jahren und neun Monaten, für den 23-Jährigen fünf Jahre.

Die Verteidiger hielten dieses Strafmaß im Vergleich zu Sanktionen in anderen Bundesländern für überzogen. Sie beantragten Freiheitsstrafen im Bereich von vier und drei Jahren.

Die Kammer verhängte schließlich gegen den 31-Jährigen eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten, gegen den 23-Jährigen drei Jahre.                                                           Walter Schöttl

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