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Da sich die Asylsuchenden und ihre Unterstützer massiv wehrten, ging der Polizeieinsatz laut den Beamten nicht ohne Gewalt und Blessuren über die Bühne

Einsatz mit Gewalt und Blessuren

Asyl-Protestmarsch in Freising von Polizei gestoppt

Freising - Ein Großaufgebot der Polizei hat am Sonntag in Freising den Protestmarsch von Asylsuchenden in die Landeshauptstadt gestoppt. Rund 140 Beamte standen 40 Flüchtlingen gegenüber. Sie waren über zwei Stunden lang eingekesselt, es gab auch Verletzte.

Die Szenerie mutete gespenstisch an. Mitten im Freisinger Stadtteil Lerchenfeld riegelte die Polizei am Sonntagmittag die Ismaninger Straße weitläufig ab. Knapp 30 Kleinbusse und Streifenwagen säumten die umliegenden Straßen. Seit zehn Tagen laufen knapp 60 Asylbewerber auf zwei getrennten Routen von Bayreuth und Würzburg aus in Richtung München – gestern wurde einer der Trecks in Freising gestoppt.

140 Polizeibeamte hatten den Protestmarsch am Sonntag kurz nach dem Aufbruch um 10.30 Uhr am Epiphanias-Zentrum in Lerchenfeld aufgehalten. „Nur um ihre Personalien und ihre Aufenthaltsgenehmigung zu überprüfen“, wie Einsatzleiter Thomas Zäpfel mitteilte. Die Flüchtlinge hatten in einer evangelischen Einrichtung in Lerchenfeld übernachtet. Sie waren gerade auf dem Weg zu ihrer nächsten Zwischenstation in Neufahrn. Also nicht mehr weit von ihrem Ziel München entfernt.

Auf die Frage, warum man Verstärkung angefordert, die Bereitschaftspolizei und die eigentlich auf Terrorismusbekämpfung spezialisierten Sondereinsatzkräfte eines Unterstützungskommandos (USK) hinzugezogen hatte, antwortete Zäpfel, „die Herrschaften“ hätten Widerstand geleistet und sich alles andere als „rechtsstaatlich konform“, sich „unkooperativ“ verhalten. 30 Flüchtlinge, begleitet von einigen Unterstützern, waren auf engstem Raum von den Sonderkräften eingekreist, saßen auf dem Boden und skandierten: „Wir sind friedlich, was seid ihr?“. Sie schimpften auf den „Polizeistaat“, schrien den Beamten Beleidigungen wie „Fuck you“ entgegen. Die Polizisten zogen einen nach dem anderen aus dem Pulk heraus. Ohne Gewaltanwendung und ohne Blessuren ging das nicht ab. „Die langen ganz schön grob hin“, erklärte einer der unabhängigen Begleiter des Protestmarsches. Bisweilen waren mehrere Beamte nötig, um die sich nach Kräften wehrenden Demonstranten unter Kontrolle zu bringen, um ihnen Handschellen anzulegen. Einzeln brachte man die Asylsuchenden dann in Einsatzwagen, nahm ihnen die Ausweispapiere ab und kontrollierte ihre Aufenthaltsgenehmigungen: „Lass ich den jetzt gehen?“, fragte ein Kriminalbeamter seinen Chef. „Hier steht 27.7., auf der anderen Seite 27.9. Außerdem ist unklar, ob er aus Oberbayern oder der Oberpfalz kommt“, fügte er an.

Protestmarsch von Asylbewerbern brutal gestoppt

Protestmarsch von Asylbewerbern brutal gestoppt

Inzwischen säumten Passanten den Ort des Geschehens, während sich die Reihen der Demonstranten langsam lichteten. „Sie werden entweder zurückgeschickt oder in Gewahrsam genommen“, erklärte Zäpfel zu den Teilnehmern, die ihre Residenzpflicht verletzt hatten. Die meisten Asylbewerber dürften ihren Weg fortsetzen, versprach er. „Sie könnten schon eine Stunde unterwegs sein, wenn sie sich anders verhalten hätten.“

Auf der zweien Route, die über den Dachauer Landkreis verlief, blieb alles ruhig. Die Nacht zum Sonntag hatten die etwa 30 Flüchtlinge und ihre zehn Betreuer sogar in Zelten auf dem Gelände des Sportvereins Odelzhausen verbringen dürfen. „Wir haben spontan zugesagt, um den Leuten zu helfen“, sagte Vereinschef Ferdinand Grengros. „Wo hätten sie denn sonst hin sollen?“

Polizei: Flüchtlinge haben sich "unkooperativ" verhalten

Auf die Frage, warum man Verstärkung angefordert, die Bereitschaftpolizei und Sondereinsatzkräfte eines Unterstützungskommandos (USK) hinzugezogen hatte, antwortete Zäpfel „die Herrschaften“ hätten Widerstand geleistet und sich alles andere als „rechtsstaatlich konform“, sich „unkooperativ“ verhalten.

Alexander Fischer

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