Wohlfahrtsverbände ziehen Bilanz

Sozialen Frieden gibt’s nicht zum Null-Tarif

Landkreis - Als einflussreiche Interessenvertreter wollen die Wohlfahrtsverbände im Landkreis Freising auch in Zukunft den sozialen Frieden erhalten. Doch den gibt es nicht zum Null-Tarif. Das wurde im Rahmen des Pressegesprächs ihrer Arbeitsgemschaft (ARGE) deutlich.

Arbeiterwohlfahrt, Bayerisches Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie und Lebenshilfe wollen zukünftig noch mehr Rückhalt aus den Rathäusern in Städten und Gemeinden. Man habe in Stadt und Landkreis Freising bisher stets mit Unterstützung rechnen dürfe, was bezahlbaren Wohnraum für Bedürftige anbelangt habe, lobte Heidi Auktor-Kammler (AWO), die heuer turnusgemäß den Arge-Vorsitz von BRK-Geschäftsführer Albert Söhl übernommen hat. Angesichts der Asylthematik im Landkreis werde dies in Zukunft immer wichtiger werden.

 Die „Verzahnung“ von öffentlichen Stellen und Verbänden müsse noch enger werden. „Wir wissen, dass wir da Riesenforderungen an Landkreis und Kommunen stellen“, räumte Auktor-Kammler ein. Bei der Ausweisung von Gewerbeflächen fordert die Arbeitsgemeinschaft die Kommunen auf, verbindlich einen gewissen Prozentsatz an Grund für den sozialen Wohnungsbau freizugeben. Denn Wohnraum müsse für die Bürger aus dem Landkreis bezahlbar bleiben, betonte die Vorsitzende. Im vergangenen Jahr hatte sich die ARGE anlässlich ihres zehnjährigen Jubiläums bereits diesem Thema verschrieben. Man hatte sogar einen Fachvortrag dazu organisiert. „Wie sozialer Wohnungsbau gefördert und umgesetzt werden könne, wurde darin explizit geschildert“, betonte Albert Söhl in seinem Rückblick. 

Für ein weiteres wichtiges soziales Projekt sei im vergangenen Jahr ebenfalls gekämpft worden – und der Kampf wird auch heuer noch andauern: der Erhalt des Beschäftigungsbetriebs „Rentabel“. Derzeit werden Gespräche geführt, ob das Gebrauchtwarenhaus der Caritas doch noch erhalten werden könne. Das endgültige „Aus“ sei noch nicht erfolgt, so Caritas-Geschäftsführerin Carolin Dümer. Jetzt folgen weitere Gesprächsrunden. Stolz ist man bei den Wohlfahrtsverbänden auf die in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Freising erstellte Broschüre „Landkreis Freising für Senioren“. Im Sozialforum des Landkreises habe man gemeinsam mit den Abteilungsleitern der Kreisberhörde am Notfallplan in Sachen Asylarbeit mitgewirkt, betonte Söhl. „Wir können uns nicht aus der Asylsozialarbeit raus halten.“ Dahingehend werde es zukünftig große Aufgaben geben, so Auktor-Kammler.

 Gerade wenn man bedenke, dass anerkannte Asylbewerber ja auch einmal zu den Senioren gehören würden. Ein großer Dank ging in Richtung Spendenbereitschaft der Bevölkerung: „Spenden werden für uns in Zukunft immer wichtiger werden“, so die Vorsitzende. „Ansonsten werden wir viele von unseren Projekten nicht mehr realisieren können

Rubriklistenbild: © AFP

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