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In Höchstform waren die Attachinger Mimen.

S ’attachinger Theater

Famos gespielt, erstklassig inzeniert

Wo der Alois heute Nacht gewesen ist, weiß der Alois selbst nicht. S’Attachinger Theater bringt da Licht ins Dunkel – mit einer Inszenierung, die alles bietet, was man sich von einer volkstümlichen Komödie erwarten darf. Ein Genuss.

Attaching Die rothaarige Lilly flötet, Cilli keift, Bessy ist „shocked“, die Urschl ist ein Trampl. Allein schon die Damenriege bei der diesjährigen Aufführung des Attachinger Theaters sind den Besuch im alten Schulhaus wert. Und dann sind da ja noch die Männer – von der Titelperson Alois über seine beiden Söhne bis hin zum Bürgermeister und Altknecht. Die Rollen in der Komödie aus der Feder von Hans Lellis sind die, die man in solchen Komödien oft findet. Doch „Alois, wo warst du heute Nacht?“ unter Regie von Günther Brückl wurde in einer Qualität auf die Bühne gebracht, wie man sie nicht oft findet.

Das Handlungs- und Personen-Wirrwarr, das da über die Zuschauer hereinbricht, ist – und das ist gut so – kein Klamauk, sondern handfester Humor, man erlebt keine plumpen Schimpf- und Keiftiraden, sondern witzige Dialoge und dosiert gesetzte Entrüstung. Und man erlebt famos gespielte, köstliche, lustige, dramaturgisch erstklassig aufgebaute Szenen, bei denen man sich oft genug vor Lachen nicht mehr halten kann.

Das geht nicht ohne ein Ensemble, das all diesen An- und Herausforderungen auch gerecht wird, das aus so einer Komödie kein Haudraufstück werden lässt, sondern die Spitzen und Witze gezielt einsetzt: Richard Brückl als Alois Rieger ist der, der das Publikum allein schon dann zum Lachen bringt, wenn er in langer Unterhose über die Bühne läuft. Und das ist gut so, weiß man inzwischen doch aus vielen Rollen, dass Brückls schauspielerisches Können als geprügelter, verzweifelter Ehemann ein Höhepunkt der Darstellerkunst ist. Der Brückl Richie in Bestform. Dem passt sich Claudia Brandstetter als seine gestrenge Gattin Cilli hervorragend an: So böse schauen – das muss man auch erst einmal können. Daniela Lederer als die rothaarige Lilly – auch das ist Darstellerkunst vom Feinsten. Dazu eine Julia Schembera, die als polternde Magd Urschl eine erstklassige Vorstellung gibt, dazu Martin Wiesheu und Hans Bauer als die Söhne des Alois, die auch aus wenig viel machen, außerdem Anna-Lena Obermeier als American Cowgirl Bessy, Jens Benditz als hagelbucherner Altknecht, Michael Plank als geprügelter Bürgermeister und Christine Sedlmeier als seine mehr als resolute Frau – komplett ist ein Ensemble und ein Stück, das man gesehen haben muss.

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