Gestaltungsbeirat

Transgourmet-Projekt: Ein architektonischer Sonderfall

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Freising – Sie nennen es „den Klotz“, „den Kasten“ oder auch „das Ding“: die Architekten im Gestaltungsbeirat, die am Montag das Bauvorhaben der Firma Transgourmet in den Clemensängern architektonisch und gestalterisch zu bewerten hatten.

Und dabei wurde klar: Sollte die fast 300 Meter lange und 18 Meter hohe Halle gebaut werden, dann wäre sie so etwas wie "das Ding aus einer anderen Welt". 

Dass das Bauvorhaben der Firma Transgourmet bei Bevölkerung und Stadtrat umstritten ist, wussten alle, die am Montag im kleinen Sitzungssaal über das Gebäude berieten. Selbstverständlich auch OB Tobias Eschenbacher, der ankündigte, man werde wegen der Brisanz des Vorhabens den am 23. März zu behandelnden Bebauungsplan nicht nur auslegen, sondern dazu auch eine spezielle Bürgerversammlung in Lerchenfeld abhalten. Was die Planer am Montag präsentierten (ohne Zahlen zur Größe und zur Baumasse zu nennen), das stieß bei den drei Architekten des Freisinger Gestaltungsbeirats auf wenig Gegenliebe. 

Christoph Valentien sagte, mit diesem Gebäude und mit dieser „gewaltigen Baumasse“ würde man die Grundstruktur des 1993 beschlossenen Bebauungsplans für die Clemensänger verlassen. Johann Spengler wurde noch deutlicher: „Das wird jeglichen Maßstab sprengen“, betonte er. Schließlich sei „das Ding“ viermal so groß wie der Hartl-Bau und so lang wie der Domberg. Dem Stadtrat müsse klar sein, was da auf ihn zukomme. Und Moritz Auer betonte, die Stadt müsse sich dazu bekennen, ob sie ihr bisheriges Strukturprogramm für die Clemensänger verlassen wolle. Der Gestaltungsbeirat setzte nach dem Motto „Du hast keine Chance, also nutze sie“ an: Das Gebäude der Transgourmet solle nicht mit roten Einfassungen des Eingangs und mit leichten Abstufungen „aufgehübscht“ werden, so Spengler. Nein: Ein solcher „Kasten“, der architektonisch „ein Sonderfall“ sei, müsse seine eigene architektonische Sprache haben. Die Empfehlung: Sich von den Vorgaben der Corporate Identity lösen, dem „Klotz“ wenigstens ein übergeordnetes, gestalterisches Prinzip geben, ihm „eine Idee“ verpassen. Bis zum anvisierten Baubeginn im vierten Quartal 2016 habe man dafür noch genügend Zeit. 

Die Stadträte Sebastian Habermeyer (Grüne) und Monika Hobmair (ÖDP) hofften freilich, dass „das Ding“ gar nicht gebaut werde und der Stadtrat das Projekt ablehne. Denn das Gebäude sprenge wirklich alle Maßstäbe. Ein Modell sei also unerlässlich, um den Stadträten die Dimensionen des Projekts aufzuzeigen. Habermeyer betonte außerdem, man dürfe derzeit „nicht davon ausgehen, dass das Projekt unter allen Umständen kommt“.

Rubriklistenbild: © dpa

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