+
Volles Haus: Rund 300 Bürger wollten am Donnerstagabend hören, was da in den kommenden Jahren mit dem Tunnelbau auf Vötting zukommt. Die Stühle in der Aula der Grundschule reichten beileibe nicht.

Westtangente

Tunnelbau zu Vötting: Viel Information, wenig Emotion

Freising - Er ist das Herzstück der Westtangente und zugleich der belastendste Teil der Bauarbeiten: der Tunnel unter Vötting hindurch. Die Vorbereitungen laufen, jetzt geht es dann los. Die Stadt hat am Donnerstag die Bürger informiert. Rund 300 wollten das hören.

Am 5. Dezember haben die Arbeiten für den Tunnel begonnen. 705 Meter lang wird er werden, bis Ende 2019 werden die Bauarbeiten mit einem Auftragsvolumen von 38,8 Millionen Euro andauern. Was da in der nahen Zukunft und in den kommenden zwei Jahren auf die Vöttinger zukommen wird, darüber wurden am Donnerstag die Bürger informiert. Die Aula der Vöttinger Grundschule war rappelvoll, die Verantwortlichen der Stadt und die Vertreter der Bauunternehmen Wayss & Freytag Ingenieurbau AG, der Bauer Spezialtiefbau GmbH und der Bauüberwachung EDR GmbH saßen vorne.

Angeregte Diskussion: OB Tobias Eschenbacher hörte ganz genau hin, welche Sorgen den Vöttingern auf den Nägeln brennen.

Zunächst erläuterte Günther Eger (EDR), wie der Tunnelbau südlich der Giggenhauser Straße in Deckelbauweise, nördlich der Giggenhauser Straße in bergmännischer Weise durchgeführt werde. 25 Meter hohe, 140 Tonnen schwere Bohrpfahlrammen werden zum Einsatz kommen, von Norden her werde der Tunnel bergmännisch, also unterirdisch vorangetrieben. Erst werde der obere Teil des künftigen Tunnelquerschnitts abgegraben und anschließend mit einer Stahlbetonschale gesichert. Danach werde die Sohle abgetragen und nachgezogen, bevor eine Stahlbetoninnenschale den Tunnel verkleide. Die Moosach werde während der Arbeiten in diesem Bereich umgeleitet.

Wie die Verantwortlichen betonten, werde sich der Baulärm in Grenzen halten: Das Setzen der Bohrpfähle sei nicht so laut wie bei den Probebohrungen, die Baufahrzeuge seien allesamt schallgedämpft, von den Arbeiten unter Tage werde man praktisch nichts hören. Und auch „das Gepiepse“ der Fahrzeuge, wie es derzeit bei den Vorarbeiten für das Nordportal des Tunnels zu hören sei und das die Anwohner nervt, werde in zwei Wochen beendet sein.

Der städtische Projektleiter: Franz Piller (r.) erläuterte die nächsten Maßnahmen.

Die nächsten Maßnahmen erläuterte der städtische Projektleiter Franz Piller: Zum einen werde die vorhandene Baustraße durch das Moos verlängert. Zum anderen muss ab Sommer die Bachstraße teilweise komplett geschlossen werden – eine weiträumige Umfahrung sei vorgesehen. Zum dritten gebe es dann noch den besonders neuralgischen Bereich an der Kreuzung Giggenhauser Straße/Am Mitterfeld: Die Giggenhauser Straße werde für lange Zeit einseitig gesperrt werden (plus Ampelregelung), die Zufahrt zum Mitterfeld sei nur von Norden her möglich. Grundsätzlich gelte „Anlieger frei“. Um anderen Verkehr schon vorher abzufangen, werde eine Umleitung über Kranzberg eingerichtet – eine Information, die zu höhnischem Gelächter im Saal führte.

Solche Emotionen waren am Donnerstag allerdings die Ausnahme. Nachfragen zu Lärmemissionen und Grundwasserabsenkung, zu Verkehrsbelastungen und Umleitungen waren rein informativ. Offenbar wirkten die Zusicherungen von Piller und OB Tobias Eschenbacher: Man wisse genau, dass es eine schwierige und große Baustelle sei. Man wisse auch, dass es zwei Jahre lang nicht ohne Einschränkungen gehen werde. Aber man bemühe sich nach Kräften, die Beeinträchtigungen so weit möglich zu minimieren. Das gilt auch für die Stadtwerke, die für die Zeit ab 20. Februar einen neuen Busfahrplan für Vötting entwickelt haben, der die Sperrungen und Beeinträchtigungen berücksichtigt.

Der OB versprach außerdem, man werde mit Pressemitteilungen, mit weiteren Infoveranstaltungen, mit Informationen im Internet, vielleicht auch mit Baustellenbesichtigungen und -begehungen, auf jeden Fall aber mit einem Baustellen-Info-Container die Bürger stets auf dem Laufenden halten. Und das bis Ende 2019.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Ahoi – und gute Fahrt“: Realschule Moosburg verabschiedet 193 Absolventen
Moosburg - Die „Tour de Kastulus“ ist vorbei: Nach einem teils harten Wettkampf konnten gestern 193 Absolventen der Realschule Moosburg das Siegerpodest besteigen und …
„Ahoi – und gute Fahrt“: Realschule Moosburg verabschiedet 193 Absolventen
Die Energiewende in der eigenen Garage
Der erhoffte E-Auto-Boom ist bislang ausgeblieben – trotz staatlicher Förderungen. Und auch diejenigen, die die Infrastruktur für die Elektromobilität schaffen, finden, …
Die Energiewende in der eigenen Garage
Es wird keine „Stinkeanlage“
Eine Klärschlammtrocknung soll im Anglberger Kraftwerk errichtet werden. Im Vorfeld gab es jetzt einen Dialogabend mit den Bürgern aus der Kraftwerksnachbarschaft. …
Es wird keine „Stinkeanlage“
Wegen Gleiserneuerung: Drei Wochen Bus statt S-Bahn
In den Ferien kommt es auf der Strecke der S1 zu Behinderungen. Zwischen Moosach und Feldmoching werden Gleise erneuert - Regionalzüge können allerdings fahren.
Wegen Gleiserneuerung: Drei Wochen Bus statt S-Bahn

Kommentare