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Der Abtransport der Leiche (Angela Spieckermann) war ganze Arbeit für Klaus Schneider als Heinrich Freiherr v. Putzstein (l.) und der Gärtner (Günther Progl). Und Doris Ruf (Ägidie-Freifrau v. Putzstein) musste sprachlos zusehen.

Theaterpremiere überzeugt auf ganzer Linie

Unentdeckte Talente mit ungeahnten Fähigkeiten

Freising - Eine Komödie, eine Groteske, ein Krimi und nicht zuletzt eine vieldeutige Gesellschaftskritik: All das ist das vom Verein „Kultur-gut!“ aufgeführte Stück „Mörderstund ist ungesund“. Das Schöne daran ist, dass geübte Schauspieler und absolute Neulinge dabei in ihren Rollen aufgehen.

Der integrative Gedanke von „Kultur-gut!“ kam gleich zu Beginn klar zum Ausdruck – bei einer akrobatisch anmutenden Break-Dance-Einlage einer Jugendgruppe der Lebenshilfe Freising. Es war ein guter Einstieg für ein Stück, das reichlich Platz für unentdeckte Talente mit bisher ungeahnten Fähigkeiten bot. An Schlüsselszenen mangelte es der von Irrungen und Wirrungen begleiteten Handlung in einer Art Heilanstalt nicht. Angestachelt von Herrn Korsikowski, alias Napoleon, gespielt von Michael Knauf, fasste sich beispielsweise die Polizistin Klara Fall (Nicole Giebels) ein Herz und schrie ihren ganzen Frust über ihr Schicksal als kleine Beamtin in die Welt hinaus. Dafür gab es Szenenapplaus im Nebenzimmer des Furtnerbräu, das dem Verein „Kultur-gut!“ als ebene Bühne diente.

Eine Bühne, die kaum Abstand zum Publikum ließ, wo man stets das Gefühl hatte mitten im Geschehen zu sein. Giebels verließ den Ort ihres beeindruckenden Gefühlsausbruchs dann auch mitten durch die Leute hindurch. Hinten, in der letzten Reihe, warteten schon die Schauspielkollegen. Und die empfingen sie mit Schulterklopfern und Glückwünschen – ihr Auftritt war mehr als gelungen. Auch Ideengeber und Regisseur Peter Thomas war in seinem Element. Nicht nur vor, sondern auch hinter den Kulissen. Zunächst bat er ein wenig um Verständnis für seine Laiendarsteller und dafür, dass sie vielleicht ein wenig Hilfe von Soufffleur Klaus Reichl benötigten, der irgendwo in der ersten Reihe saß – aber gar nicht auffiel. Aufgefallen ist dagegen schon, dass das Ensemble auf der Bühne in bestechender Form war. 

Das Experiment, Darsteller ins kalte Wasser zu werfen, womöglich Leute aus dem Umfeld, das vom Verein profitiert, zu akquirieren, hat zweifelsohne funktioniert. Wohl auch und gerade deshalb, weil ihnen arrivierte Freisinger Bühnenschauspieler, wie Vroni Sedlmair als Dr. Franziska Kümmersbrück, zur Seite standen. Die Autorin Christine Steinwasser, die anwesend war, dürfte es mit Freude verfolgt haben, was da aus ihrer Vorlage entstand. Wer die Premiere verpasst hat – keine Sorge: Das Stück „Mörderstund ist ungesund“ des Vereins „Kultur-gut!“ ist noch am kommenden Samstag, 23. April, um 20 Uhr, sowie am Sonntag, 24. April, um 18 Uhr im Furtnerbräu zu sehen. Der Eintrittspreis beträgt acht Euro.

Alexander Fischer

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