Hochkarätige Redner: Oberst Kai-Uwe Mayer und Polizeipräsident Hubertus Andrä referierten im Rathaus. Landrat Josef Hauner, OB Tobias Eschenbacher, Bürgermeisterin Eva Bönig (erste Reihe, v. l. ) und viele interessierte Freisinger hörten gespannt zu.

Freisinger Wintervortrag zum Thema Innere Sicherheit

Unsicher leben in Bayern nur die Gauner

Freising - Brisante Themen beim Wintervortrag am Mittwochabend im Freisinger Rathaus. Flüchtlinge, offene Grenzen, innere Sicherheit. Der Andrang war enorm.

Im Rahmen des vom Reservistenverband und der Stadtverwaltung ausgerichteten Vortragsabends sorgten zwei hochkarätige Redner für einen vollen Sitzungssaal: Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä referierte zum Thema „Europas offene Grenzen – Gefahr für die Innere Sicherheit“ und Oberst Kai-Uwe Mayer informierte über den Unterstützungseinsatz der Bundeswehr bei der Flüchtlingshilfe in Bayern. Der ranghöchste Polizist der Landeshauptstadt hatte zunächst gute Nachrichten für die Zuhörer parat. „Bayern bleibt auch 2015 sicherstes Bundesland“, betonte Andrä. 

Dank einer ausgesprochen hohen Aufklärungsquote in der Kriminalstatistik von 60 Prozent lebten in Bayern nur die Ganoven unsicher: „Und denen schadet es nicht“, meinte er humorvoll. Über die Terrorlage an Silvester in München äußerte sich Andrä selbstverständlich auch. „Wir hatten keinen Spielraum“, so der Experte. Exakt 19.40 Uhr sei es gewesen, als ein Hinweis auf eine mögliche Gefährdung eingegangen sei. Innerhalb von vier Stunden sei eine Verifizierung des Hinweises nicht möglich gewesen. Auch zur häufig gestellten Frage: „Kommen mit den Asylbewerbern Terroristen ins Land?“ bezog er Stellung. Es kämen „Brave, Nicht-Brave, aber auch Straftäter.“

Allerdings konstatierte der Experte, dass der IS wohl nicht darauf „angewiesen“ sei, seine Kämpfer auf diesem Weg nach Europa zu bringen. Gründlich aufräumen wollte Andrä allerdings mit dem in der Bevölkerung vorherrschenden „unerschütterlichen Glauben an Unwahrheiten“. Falsch sei, dass Asylbewerber Handys kostenlos zur Verfügung gestellt bekämen, oder teure Kleidung „vom Amt“ bezahlt bekämen: „Hören Sie auf, solchen Schmarrn weiter zu verbreiten“ Woran es denn läge, dass gerade an Orten, wo noch keine Asylbewerber lebten, die Vorurteile am Größten seien, wollte ein Zuhörer wissen.

Oft seien es opportunierende Organisationen, die im Vorfeld Stimmung machten, sagte Andrä. Klare Verbindungen zur rechtsextremistischen Szene gebe es bei den Aufmärschen der Pegida. Die Teilnehmer benützten Fahnen, die über die Online-Portale der NPD vertrieben würden. Über den im Zuge der Amtshilfe geregelten Einsatz von rund 5000 Bundeswehrsoldaten in der Flüchtlingshilfe in Bayern referierte Oberst Kai-Uwe Mayer. Ob die eigentliche Aufgabe der Bundeswehr damit nicht eingeschränkt werde, wollte ein Zuhörer wissen. „Das ist Entscheidung des Parlaments“, sagte Mayer.

Heinz Mettig

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