Vize-Landrat warnt vor Konflikt-Potenzial

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Kranzberg - Vize-Landrat Robert Scholz hat sich gegen eine Flüchtlingsunterkunft am Kranzberger See ausgesprochen. Seine Sorge: Es könnte im dortigen Erholungsgebiet zu schwierigen Situationen kommen.

In einem Brief an die Gemeinde Kranzberg hat Robert Scholz (FW) vor jungen Männern aus dem nordafrikanischen Raum gewarnt, vor allem aus Algerien und Marokko. „Nicht zuletzt die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln und anderswo haben offenkundig gemacht, dass die ungeregelte Zuwanderung vor allem der zahlreichen jungen Männer aus anderen Kulturkreisen Risiken beinhalten“, heißt es in dem Schreiben, das auf Lokalseite 6 im Wortlaut ungekürzt abgedruckt ist. 

Hintergrund für die Besorgnis des ehemaligen Kranzberger Bürgermeisters: der ursprüngliche Plan der Gemeinde, am Kranzberger See ein Flüchtlingsheim zu errichten. „Das Erholungsgebiet ist attraktiv und beliebt, und wird von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen auch zum Baden sehr gerne aufgesucht. Ausgerechnet hier eine Asylunterkunft zu errichten, halte ich für bedenklich“, schrieb er. „Die unmittelbare Nachbarschaft einer von jungen Männern bewohnten Unterkunft und weiblichen Badegästen kann als ,Einladung‘ missverstanden werden und zu Irritationen führen, die der Attraktivität des Erholungsgebiets und der Unbeschwertheit von Frauen und Mädchen abträglich sind.“ Zwar entschied sich der Kranzberger Gemeinderat am Dienstagabend gegen ein Flüchtlingsheim am See und für einen alternativen Standort im Gewerbegebiet (siehe ebenfalls Seite 6). Für Irritationen sorgte das Schreiben des in der Sitzung anwesenden Scholz aber schon. Ratsmitglied Martin Oberprieler kommentierte den Brief mit den Worten: „Das Schreiben vom Alt-Bürgermeister möchte ich lieber nicht kommentieren.“ 

Sonja Kieslinger (FWG) unterstützte den Vize-Landrat, der sich selbst nicht zu Wort meldete. „Er ist um Sorge um die jungen Mädchen, die im Sommer baden gehen“, sagte sie. „Das als Sorgen von Ewig-Gestrigen abzutun, wird der Sache nicht gerecht. Seit Köln hat sich einiges verändert. Die Welt ist nicht mehr heil.“ Landrat Josef Hauner, der seit Monaten händeringend nach Unterkünften sucht, sieht den Brief seines Stellvertreters gelassen: „Herr Scholz hat dieses Schreiben als Bürger von Kranzberg verfasst und damit seine persönliche Meinung zum Ausdruck gebracht. Er hat nicht infragegestellt, dass Asylbewerber in Kranzberg untergebracht werden sollen, sondern eine Abwägung zwischen zwei Standorten vorgenommen“, schreibt Hauner in einer Stellungnahm. „Da er als mein Stellvertreter bisher alle Maßnahmen des Landratsamts vorbehaltlos unterstützt hat, habe ich keinen Grund, an seiner Haltung zu zweifeln.“ Die zweite stellvertretende Landrätin, Birgit Mooser-Niefanger (Grüne), wollte das Schreiben von Robert Scholz gestern nicht kommentieren. „Ich habe schlechte Erfahrungen damit gemacht, mich in diesem Amt über Kollegen zu äußern.“

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