BI Freising kritisiert Kerkloh

„Von der Realität überholt“

Freising - Michael Kerkloh „beharrt auf veralteten Prognosen“. So interpretiert die BI Freising das Antwortschreiben des FMG-Chefs auf einen offenen Brief. Doch auch 2015 zeige, dass die Intraplan-Zahlen „definitiv Fehlprognosen“ seien.

377 000 Flugbewegungen wurden im Jahr 2015 am Flughafen im Moos abgewickelt – nicht einmal ein Prozent mehr als 2014, weit entfernt vom bisherigen Spitzenjahr 2008 mit seinen 432 000 Flugbewegungen und noch weiter entfernt von der Intraplan-Prognose, die auch ohne dritte Startbahn für 2015 rund 450 000 Starts und Landungen im Erdinger Moos vorausgesagt hatte.

Bei der Sitzung der BI Freising am Montagabend präsentierte man nicht nur diese neuen Zahlen, sondern zeigte auch auf, wohin realistischerweise (zum Beispiel nach Zahlen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt) die Entwicklung bis 2030 führen dürfte: Weil – anders es als laut Christine Margraf (BN) von Kerkloh alle Jahre wieder behauptet werde – die Umstellung der Fluggesellschaften auf größeres Fluggerät noch lange nicht abgeschlossen sei, dürften im Jahr 2030 am Münchner Flughafen zwischen 400 000 und 430 000 Flugbewegungen gezählt werden.

Und genau das, so BI-Sprecherin Eva Bönig, habe offenbar auch Ministerpräsident Horst Seehofer „zum Nachdenken angeregt“. In seinem Antwortschreiben auf einen offenen Brief der BI liefere Kerkloh keine neuen Zahlen, beharre auf alten, längst von der Realität überholten Prognosen, so Bönig. Kerkloh habe sich in seinem Antwortbrief „entschieden“ gegen die Andeutung, es handle sich um Fehlprognosen und um eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit, „verwahrt“ und die „Diskussionskultur“ der Startbahngegner in Frage gestellt.

Doch stichhaltige Argumente pro Startbahn oder gar neue Zahlen habe Kerkloh nicht geliefert: Kerklohs Argumente seien schwach und leicht widerlegbar, so der Tenor der BI-Mitglieder. Und die Startbahngegner waren sich auch darin einig, dass die Lärmzunahme für viele Kindertagesstätten in Freising, sollte die Startbahn kommen, „definitiv nicht hinnehmbar“ sei, so Bönig. Kitas in Attaching, am Seilerbrückl, St. Georg, in Pulling oder auch in Lerchenfeld würden dann eine Zunahme des Dauerschallpegels um sechs bis zwölf dB(A) ertragen müssen. Und dabei müsse man wissen, dass bereits eine Zunahme um drei dB(A) eine Verdoppelung des Lärms bedeute

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