Forstbetrieb erwartet Invasion der Borkenkäfer

Mit der Wärme kommt die Plage

Landkreis - Noch ist es dem Borkenkäfer im Landkreis zu kalt. Aber schon in dieser Woche, wenn’s wärmer wird, wird der Schädling laut Forstbetriebsleiter Alfred Fuchs massenweise ausschwärmen und sein zerstörerisches Werk am Fichtenbestand tun.

„Es kommt halt auch alles zusammen.“ Forstbetriebs-Chef Alfred Fuchs blickt mit Sorge auf die zu erwartenden Schwärmflüge des Borkenkäfers: Es sei eine besonders starke Vermehrung der Waldschädlinge zu befürchten, weil weitaus mehr Käfer als sonst im Boden und unter der Rinde befallener Fichten überwintern konnten. Fuchs: „Grund dafür sind die idealen Lebensbedingungen im vergangenen Jahr – der trockenwarme Sommer und das nach dem Sturm Niklas reichlich vorhandene Bruchholz als Brutmaterial haben dafür gesorgt, dass die Käfer erstmals seit Jahren wieder drei vollständige Generationszyklen durchlaufen konnten.“

Entsprechend hoch sei jetzt schon die Zahl der Borkenkäfer in den bayerischen Wäldern. Zur Eiablage bohren die Käfer Gänge in die Rinde oder in das Holz. Hierbei entstehen ganze Brutsysteme. Die Larven der Rindenbrüter ernähren sich dann von den saftführenden Schichten des Baumes in der Rinde (Bastgewebe). Da diese Schicht die Lebensader des Baumes darstellt, führt der Käferbefall meist zu dessen Absterben. Die Symptome für Befall sind gut erkennbar: Bei länger befallenen Bäumen färben sich die Kronen braun und die Rinde blättert ab. Frischer Befall ist am braunen Bohrmehl zu erkennen, das sich auf Rindenschuppen, am Stammfuß, in Spinnweben oder auf der Bodenvegetation sammelt. „Eigentlich können sich die Fichten ja selbst gegen die Schädllinge schützen“, erklärt Forstexperte Fuchs: „Denn beim Anbohren der Rinde durch den Schädling wird Harz freigesetzt, der den Käfer außer Gefecht setzt: „Aber nach dem trockenen Sommer 2015 ist dieser Selbstschutzmechanismus arg geschwächt. Die Fichten haben wegen Wassermangels zu wenig Harz produziert, die Käfer können also beinahe ungehindert angreifen. Fuchs erklärt: „Wir haben seit Herbst vergangenen Jahres Dauerbaustellen in unseren Forsten.“ Rund 4600 Hektar Waldfläche umfasst Fuchs’ Zuständigkeitsbereich im Landkreis Freising. Rund gerechnet sind davon etwa 45 Prozent Fichtenbestand. „Den Borkenkäfer an sich gibt es ja nicht“, erklärt Fuchs: „Es gibt zwei Arten: Der so genannte Buchdrucker befällt den älteren Fichtenbestand, während der Kupferstecher die jüngeren Bäume angeht.“

Derzeit nutzen die Experten des Forstbetriebs eine Chance: Der Schwarmflug der Schädlinge hat noch nicht stattgefunden: „Dem Käfer ist es jetzt noch zu kalt.“ Aber Fuchs schaut mit Sorge auf die kommenden Wetterprognosen: „Jetzt soll es wärmer werden, dann geht’s los.“ Derzeit sind die Mitarbeiter dabei, die schlimmsten Befallstellen in den Wäldern auszumachen. Dort müsse dann so schnell wie möglich aufgeräumt werden: „Nur so haben wir eine Chance, weiteren Befall etwas einzudämmen. Wir setzen derzeit große Energie in diese Arbeiten.“ Und es gibt auch noch ein Zukunftsprojekt, dass Fuchs seit Jahren schon forciert: „Wir werden weiterhin den Umbau der Waldstruktur weg vom fichtenlastigen Forst vorantreiben.“

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