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Die Bürgermeister- und Stadtratskandidaten der SPD stellten sich am Donnerstag vor: (v. l.) Julia Weinzierl, Markus Grill, Peter Warlimont, Andreas Mehltretter, Teresa Degelmann und Katharina Grill.

Einstimmig gekürt

SPD-Bürgermeisterkandidat Warlimont will „drängende Themen“ anpacken

Es war eine klare Sache: Alle 27 stimmberechtigten Genossen kürten Peter Warlimont am Donnerstag im Hofbrauhauskeller zum Bürgermeisterkandidaten für Freising.

Freising – Für sein Wahlkampfprogramm erhielt der 54-jährige SPD-Politiker stehende Ovationen. Zugleich wurden die Kandidaten für die Stadtratswahl 2020 vorgestellt und nominiert. Stadtverbandsvorsitzender Markus Grill freute sich über eine vollständige Liste, auf der sich 40 fähige Bewerber präsentieren.

Seit 31 Jahren lebt Warlimont in Freising. Und genauso lange ist er auch Mitglied bei der SPD – „um mich für unser demokratisches Gemeinwesen zu engagieren“. Ganz oben auf seinem Programm steht: bezahlbare Mieten und Wohnraum für jeden Geldbeutel. Freising brauche einen „Masterplan bezahlbares Wohnen“, betonte der SPD-Kandidat. Genauso wie für die Entwicklung der Innenstadt ein strukturiertes Gesamtkonzept entwickelt wurde, brauche es eine Gesamtkonzeption für die Entwicklung von Wohnraum. Der Schwerpunkt müsse auf bezahlbarem Wohnen liegen.

Mehr Busse und mehr Radwege gefordert

Themen, die ihn bewegten, seien auch Mobilität und Klimaschutz – „drängende Themen in einer stetig wachsenden Stadt“, war er sich sicher. Entschlossen weiter verfolgt werden müsse die Verbesserung von Radwegeverbindungen und der Ausbau des Bussystems. Augenmerk sei auf ein sinnvolles Fahrrad- und Autoverleihsystem zu legen sowie auf Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos.

All das gehe nicht ohne ein Umdenken in der Bevölkerung. Den Unkenrufen zum Trotz sei es in Freising gut möglich, einen Großteil seiner Wege mit dem Rad zurückzulegen, sagte Warlimont. Wenn man in Bezug auf Klimaschutz höre, der müsse „wehtun“, so „dröhne“ das jenen in den Ohren, die ohnehin gerade so halbwegs gesichert „über die Runden“ kämen: Menschen mit geringem Einkommen, die keine Alternative zum Auto hätten, um zur Arbeit zu gelangen, weil es keine Busanbindung im Ort gäbe. „Mit vollen Hosen ist gut stinken“, prangerte Warlimont die an, die finanziell abgesichert seien und von anderen schmerzhafte Einschnitte forderten.

Junge Kandidaten lassen aufhorchen

Als weiteren Punkt seiner Arbeit nannte der Bürgermeisterkandidat die Aufwertung der Arbeit der städtischen Beschäftigten. Mehr Betriebswohnungen sollten bereitgestellt werden.

Aufhorchen ließen die jungen Kandidaten: Teresa Dengelmann und Julia Weinzierl wollen mit ihrer Kandidatur berufstätigen Frauen und Müttern mehr Mitgestalten ermöglichen, genauso wie ein neues Gesicht auf den vorderen Listenplätzen, Birgit Adolf. Katharina Grill sieht sich als Anwältin von Familien in einem „sozialen, gerechten und offenen“ Freising.

Vier Mandate hat die SPD gegenwärtig im Stadtrat. 14 der 40 Kandidaten sind Frauen. Auf den vorderen Plätzen sei es möglich gewesen, das klassische „SPD-Reißverschlussverfahren“ einzuhalten, sagte Grill, der auf Platz drei kandidiert. Einer seiner Schwerpunkte: „Den Mietmarkt zu entschleunigen“.

Zwei „Ur-Gesteine“ der Freisinger SPD-Politik waren auch anwesend: Helmut Weinzierl und Otto Gmeiner, der mit 89 Jahren ältestes Mitglied des Stadtverbands ist. „Mit der Muttermilch und dem Schnuller“ hätten sie das „Sozi-Sein“ aufgesogen, sagten deren Kinder Julia und Norbert. MARIA MARTIN

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