Weniger Schwerverletzte, weniger Tote

Freising - So positive Zahlen gab’s schon lange nicht mehr bei einer Bilanz der Polizei Freising: Um 37,5 Prozent sind im Landkreis die Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang gesunken. Starben 2014 bei acht Unfällen Menschen auf der Straße, so waren es 2015 fünf Unfälle mit tödlichem Ausgang.

Obwohl Polizeihauptkommissar Josef Demmel bei den Gesamtunfallzahlen einen Anstieg verzeichnen musste – 5166 Unfälle gegenüber 4917 im Jahr 2014 (Zahlen ohne Autobahnen) – setzt sich der positive Trend bei der Zahl der verletzten Personen fort: ein Rückgang von gut vier Prozent. 2014 gab es 597 Verletzte, vergangenes Jahr 570. „Mit 635 Leichtverletzten im Jahr 2015 (2014: 675) registrierten wir ebenfalls einen Rückgang von knapp sechs Prozent“, meldet Demmel: „Die Zahl der Schwerverletzten hat sich um 27 von 116 (im Jahr 2014) auf 89 im Jahr 2015 noch stärker verringert.“ Der Grund für die positive Bilanz sei „neben dem hohen Kontrolldruck der Polizei auch auf die Arbeit der Unfallkommission zurückzuführen“, meint Demmel. Die Unfallkommission setzt sich aus jeweils einem Vertreter von Polizei, der Straßenverkehrsbehörde und dem Straßenbauamt zusammen.

 In den vergangenen Jahren beseitigte die Unfallkommission alle Unfallschwerpunkte im Landkreis Freising durch umfangreiche Straßenbaumaßnahmen, wie zum Beispiel dem Umbau der Kreuzung an der B 13 in Hohenkammer. Im Jahr 2007 ereigneten sich im Landkreis Freising noch 14 tödliche Verkehrsunfälle, bei denen 15 Menschen starben. Das Straßenbauamt Freising stellte im Rahmen des Straßensicherheitsprogrammes „Sicherer Seitenraum“ mehrere hunderttausend Euro zur Verfügung. Demmel: „So konnten, anstatt Bäume wegzuschneiden, an der früheren B 11 von Marzling bis Moosburg und von Mintraching bis zur Landkreisgrenze Leitplanken geschlagen werden.“ Fehler beim Abbiegen, Wenden, Vorfahrtsmissachtungen und überhöhte Geschwindigkeit waren Hauptunfallursachen. Erfreulich ist auch der erhebliche Rückgang der Geschwindigkeitsunfälle im Landkreis um 22 Prozent. 2013 waren bei 111 Unfällen nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit die Ursache 2014 waren es 107 Unfälle. Im Jahr 2015 registrierte die Polizei im Kreis nur noch 84 Tempounfälle.

 Ebenfalls äußerst positiv: Während 2009 die „Jungen Wilden“ (18 bis 24 Jahre alt) noch in 500 Unfälle verwickelt waren, sank die Zahl im Jahr 2014 auf 400 und 2015 warn es 402. Josef Demmel: „Sicher hat auch das „Begleitete Fahren ab 17 seinen Teil an dem positiven Ergebnis beigetragen“, kommentiert der Hauptkommissar. Sehr erfreulich ist zudem der Rückgang der Schulwegunfälle um über 60 Prozent. Im ganzen Landkreis Freising ereigneten sich vier Schulwegunfälle, während im Vorjahr elf Schulwegunfälle zu registrieren waren. Große Anerkennung verdienen daher die Schulweghelfer, die einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Die Anzahl der Alkoholunfälle hielt sich im Jahr 2015 auch auf niedrigem Niveau: 2014 waren an 52 Unfällen alkoholisierte Verkehrsteilnehmer beteiligt. 2015 hatten einige Fahrer bei 51 Karambolagen zu tief ins Glas geschaut.

 Nahezu gleich ist Anzahl bei den Fahrerfluchten. 840 Unfälle kamen 2015 bei den Polizeidienststellen im Landkreis Freising zur Anzeige. Im Vorjahr machten sich 827 Unfallverursacher aus dem Staub. Die Aufklärungsquote von gut 37 Prozent wird „als gut bewertet“. 312 Unfallfluchten konnte die Polizei klären und den Geschädigten zu ihrem „Recht und Geld“ verhelfen. Besorgniserregend ist jedoch die hohe Anzahl der Wildkarambolagen, die fast 30 Prozent an der Gesamtunfallzahl ausmachen. Die Polizei musste im Landkreis Freising 1546 Wildunfälle (Vorjahr 1437) aufnehmen, bei sieben davon wurden zwei Personen schwer und fünf leicht verletzt.

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