Geburtstags-Kugel: Landrat Michael Schwaiger, Oberstleutnant Volker Engelmann, OB Tobias Eschenbacher, Hauptmann Robert Hanisch und Hauptfeldwebel Wolfgang Hoh (v.l.) vor der Radargerätestellung in Haindlfing, die bereits 40 Jahre auf dem Buckel hat. Deutlich jünger ist der „Garnisonsbär“ rechts dahinter. Foto: Lehmann

Freising wird wieder Garnisonsstadt

Freising - Wann, das steht noch in den Sternen. Aber es ist bereits sicher: Freising wird wieder Garnisonsstadt. Zu verdanken hat man das der Radargerätestellung in Haindlfing. Die feierte gerade ihren 40. Geburtstag.

Wir schreiben das Jahr 2004: Die ganze Bundeswehr zieht aus Freising ab. Die ganze? Nein. Eine kleine Radargerätestellung im Norden leistet erbitterten Widerstand gegen alle Reformen und Umstrukturierungen. Als „kleines gallisches Dorf“ sieht denn auch der Zugführer des Abgesetzten Technischen Zuges 135, Hauptmann Robert Hanisch, seine Stellung bei Haindlfing. Seit 40 Jahren verrichtet dort das Radargerät MPR seinen Dienst. Und jenes MPR, das derzeit zum Stationierungsort Erding gehört, dürfte der Stadt Freising wieder das Attribut Bundeswehrstandort verschaffen. Wie Hanisch am Samstag beim Festakt zum 40-jährigen Bestehen des MPR sagte, plane das Bundesverteidigungsministerium, nach der anvisierten Auflösung des Standortes Erding später Freising wieder zur Garnisonsstadt zu machen. Wann die von 1803 bis 2004 dauernde Historie der Domstadt als Bundeswehrstandort ihre Fortsetzung findet, steht aber noch in den Sternen. Freisings OB Tobias Eschenbacher lehnte beim Festakt zunächst das Angebot Hanischs, als ehemaliger Pionier Erdarbeiten in Haindlfing durchführen zu dürfen, dankend ab: Er habe zur Abteilung „Tarnung und Täuschung“ gehört, mit der Schaufel also keine Übung.

Die seit fünf Jahren bestehende Partnerschaft zwischen dem Technischen Zug in Haindlfing und der Stadt Freising werde er freilich in bewährter Weise fortsetzen, versprach Eschenbacher. Zum Dank für dieses Versprechen überreichte ihm Hanisch das Bruchstück einer Tornadoscheibe, in die das Wappen der Radargerätestellung eingraviert war.

Hanisch, der von dem MPR als „Baby“ sprach, betonte denn auch, dass Freising nach wie vor für die 35 Kameraden, die in der Stellung Dienst täten, „Dreh- und Angelpunkt“ sei. Volkstrauertag oder auch die Ausgabe der Erbsensuppe beim Korbiniansfest - nur zwei Beispiele, die diese Verbundenheit zeigten.

Oberstleutnant Volker Engelmann, der Kommandeur des Einsatzführungsbereichs 1, stellte die Frage, ob man in Friedenszeiten wie diesen ein MPR überhaupt noch benötige und ab 2017 sogar ein neues Radargeräte bekommen solle, gleich selbst. Seine Antwort: Ja. Denn ein Staat, der seine Bürger auch vor Terrorangriffen schützen und einen Beitrag zur Landesverteidigung leisten wolle, der brauche auch die Möglichkeiten dazu. Engelmann: „Mit diesem Radar schützen wir uns und unsere Freiheit.“

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