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Besuch gab es 2015 auch beim Team von „Marafiki wa Afrika“ (v. l.): Heinz Josef Schmitz, Charles Bahati (Mavuno Tansania), 2. Vorsitzende Christine Albrecht, Vorsitzender Franz Pointner und Beisitzerin Margit Wander

„Marafiki wa Afrika“ zieht Bilanz

Ein wunderbares Werk

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Freising - „Marafiki wa Afrika“ blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Der interkulturelle Austausch und der wechselseitige Dialog sind die vorrangigen Anliegen des Afrika-Hilfsvereins -  aber auch konkrete Hilfe vor Ort. „Und da gab es wichtige Erfolgsmeldungen“, berichtet Vorsitzende Christine Albrecht.

„In Tansania konnte unter anderem die Elektrifizierung der ,Baramba Girls School‘ des Partnervereins „Marafiki wa Afrika Tansania“ von den ,Ingenieuren ohne Grenzen‘ vorangetrieben werden,“, meldet Christine Albrecht. Die Schule liegt im Nordwesten Tansanias und wurde 1999 in den nicht mehr benötigten Räumen einer Flüchtlingsorganisation gegründet. Sie ist eine weiterführende Mädchenschule und bietet nach vier Jahren den mittleren Bildungsabschluss. Zudem wurde ein „Food-Security-Programm“, ein Programm zur Nahrungsmittelsicherung, in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung verwirklicht.

 „Wir möchten von unseren Freunden lernen, sie unterstützen und in ihrem Land auch etwas für ihre Mitmenschen bewirken. Die von uns unterstützten Projekte sollen die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort nachhaltig verbessern“, sagt Albrecht. Die Konzepte für die Maßnahmen sind alle in Tansania entstanden. „Vor allem durch die Unterstützung von Bildungsprojekten, die für alle zugänglich sind, halten wir eine langfristige Verbesserung für möglich.“ Besuch gab’s auch: Schwester Pudentiana aus Bukoba (Tansania), ein Marafiki-Gründungsmitglied, wurde in der Domstadt empfangen. Die Superiorin der St.-Theresia-Schwestern berichtete: „Wir haben viele Mädchen, die zur Schule gehen wollen, aber niemanden, bei dem sie wohnen könnten. Wenn sie bei fremden Familien wohnen, müssen sie dort für diese arbeiten, oder auf deren Kinder aufpassen.“ Das gehe nicht.

 Im St.-Caritas-Hostel der Schwestern dagegen gibt es sauberes Wasser, Strom, Essen und die notwendige Ruhe, sich auf die Schule zu konzentrieren. Schwester Pudentiana weiß, wie es ist, aus einer Großfamilie zu stammen und die Gelegenheit zum Studium zu bekommen: Sie ist das zweite von 14 Kindern und begeisterte sich schon früh für das Ordensleben. Charles Bahati, der in Tansania das Marafiki-Projekt „Mavuno“ im Bezirk Ihanda leitet, stattete dem Verein ebenfalls eine Stippvisite ab. Bahatis Bilanz: Über 200 Mitgliedsfamilien arbeiten gemeinsam an der Verwirklichung der Ziele. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung von Wissen zur Verbesserung der Lebenssituation. Durch zusätzliche Kenntnisse solle jeder Einzelne die eigene Verantwortung für die Gesellschaft erkennen und wahrnehmen. Dies wurde auch im abgelaufenen Jahr durch Seminare in den Bereichen Tierhaltung, Umwelt, Feldbewirtschaftung, Hygiene, Gesundheit und Ernährung forciert. Aber auch Feldbesuche bei den Bauern und Vor-Ort-Beratung gab es. Das Volunteer-Programm von „Marafiki“ lief dank der Arbeit des Vorbereitungsteams sehr gut: Christine Albrecht: „Nächstes Jahr steuern wir auf den 50. Volunteer zu.“ Vor kurzem ist der Maler Marian Kretschmer aus Tansania zurück gekommen. Albrecht: „Er hat dort ein wunderbares Werk vollbracht.“

Die Beteiligten gestalten unter Mitwirkung des 36-jährigen Künstlers Peter Chausa aus Dar es Salaam vor Ort eine Wand an der Mavuno Secondary School in Kagera, deren Bau 2012 begonnen hatte und an der heuer die Einschulung begann. Die Umsetzung der Thematik lehnt sich an einen der Bilderzyklen Marian Kretschmers, „Die Schlafwandler“, an. Im Anschluss daran wird der zweite Teil des Kunstprojekts gestartet. 2005 hat Marafiki gemeinsam mit „Mavuno“ ein Patenschaftsprojekt für bedürftige Kinder initiiert. Mittlerweile werden knapp 200 Kinder von Paten aus Deutschland, der Schweiz und Schweden für den Besuch der Mavuno School unterstützt. Kretschmer: „Mein Ziel ist es jetzt, den Bau des Waisenhauses ,Needy Children‘ mit meiner Arbeit zu finanzieren.“ Es wird eine Wanderausstellung in Deutschland mit Fotos, Geschichten, Grafiken und Malerei gestaltet, die während der Arbeit an der Sekundarschule entstanden sind. Diese Arbeiten sollen zum Verkauf angeboten und der Erlös für den Bau des Waisenhauses verwendet werden.

Heuer im Sommer will Marian Kretschmer im Döpfner-Haus einen Workshop leiten, der an seine Erfahrungen in Ostafrika anknüpfen wird „und alle einlädt, über globale Verbindungen nachzudenken“.

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