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Wo kommt er vor? Wo richtet er Schäden an? Über die Biber-Situation im Landkreis wird am 18. Februar im Ausschuss für Planung und Umwelt debattiert.

Antrag der Freien Wähler

Zierer will Biberschäden-Kataster für den Landkreis

Freising - Mit ihrer Forderung nach einem zentralen Biberschäden-Kataster sind die Freien Wähler im Umweltausschuss des Landtags abgeblitzt. Jetzt soll der Landkreis Freising ein eigenes Kataster bekommen – und dafür gibt es laut MdL Benno Zierer viele gute Gründe.

Der Biber und die Schäden, die er verursacht – in vielen Gemeinden ist das ein Dauerthema. Über die Frage, wie mit den sich rasant vermehrenden Nagern umgegangen werden soll, wird hitzig debattiert. Versachlichen sollte die Diskussionen eine bayernweit einheitliche Datengrundlage – einen entsprechenden Antrag hatte der Freisinger Abgeordnete Benno Zierer (Freie Wähler) im Landtag eingebracht. Weil sein Vorschlag am Donnerstag abgelehnt wurde, will sich Zierer nun zumindest für ein Biberschäden-Kataster im Kreis Freising einsetzen. 

„Ein effektives Bibermanagement ist oft nicht möglich, weil schlichtweg die Daten fehlen“, erläutert Zierer. Bei den Landratsämtern würden nämlich nur Schäden erfasst, die die Land- oder Forstwirte melden. Denn nur die erhielten Ausgleichszahlungen aus dem staatlichen Biberfonds. „2014 wurden im Landkreis 26 Anträge auf Entschädigung gestellt und 7521 Euro ausbezahlt“, teilen die Freien Wähler mit. Das seien lediglich 62 Prozent der gemeldeten Schadensbeträge gewesen, wie aus der Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage von Zierer hervorgehe. In den amtlichen Statistiken würden dagegen keine Biberschäden auftauchen, die Privatunternehmen wie Energieversorger oder die Deutsche Bahn treffen – ebenso wenig wie Schäden bei den Kommunen. 

In der Sitzung des Landtags-Umweltausschusses am Donnerstag nannte Zierer das Beispiel der Marktgemeinde Au, deren Bauhof-Mitarbeiter innerhalb von zwei Jahren 289 Stunden damit beschäftigt gewesen seien, Biberdämme in einem sensiblen Hochwassergebiet zu entfernen. „Solche Vorgänge müssen erfasst werden“, findet der FW-Abgeordnete. Er plädierte für eine bayernweite Online-Plattform auf der Internetpräsenz des Umweltministeriums. Dort sollten auch Kommunen, Unternehmen oder Wasser- und Bodenverbände Schäden melden können. Denn nur mit vollständigen Daten ließen sich Brennpunkte identifizieren und die richtigen Maßnahmen ergreifen – von der Schadensprävention bis hin zur Bejagung der Tiere. Einige Landkreise seien dazu übergegangen, an Gewässerabschnitten, an denen besonders viele Schäden aufgetreten sind, den Abschuss des eigentlich geschützten Nagers mit einer so genannten Allgemeinverfügung ganzjährig zu erlauben. 

Der Antrag der Freien Wähler wurde im Umweltausschuss mit den Stimmen von CSU und Grünen abgelehnt. „Aber wir werden an dem Thema dranbleiben“, betont Benno Zierer. Zunächst wolle er erreichen, dass der Landkreis Freising ein eigenes Kataster anlegt, in dem alle Biber-Vorkommen und Schadensfälle aufgeführt sind. Einen entsprechenden Antrag hat er bereits an Landrat Josef Hauner gerichtet. In der Sitzung des Ausschusses für Planung und Umwelt am 18. Februar wird es einen Bericht über die Biber-Situation im Kreis geben. Danach wird über den Antrag beraten.

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