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Mit ihren 96 Jahren ist Magdalena Schreiber noch viel unterwegs - wie hier auf dem Erdbeerfeld.

Geburtstag im Schatten von Corona

„Haben Krieg überstanden, wir schaffen auch Corona“: Uroma (96) trotzt Krise - und freut sich auf den Biergarten

  • Andrea Beschorner
    vonAndrea Beschorner
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Im Schatten der Corona-Krise feiert Magdalena Schreiber aus Fahrenzhausen ihren 96. Geburtstag. Sie sagt: „Wir haben den Krieg überstanden, wir schaffen auch Corona.“

  • Magdalena Schreiber aus Fahrenzhausen wird 96 Jahre alt.
  • Dank des Coronavirus verläuft der große Tag etwas anders als geplant.
  • Angst vor einer Infektion hat die rüstige Seniorin aber nicht.

Appercha Als Magdalena Schreiber am 24. Mai 1924 in Appercha bei Fahrenzhausen das Licht der Welt erblickte, befand sich Deutschland am Anfang der „Goldenen Zwanziger Jahre“. Die Weimarer Republik schien sich konsolidiert zu haben, Produktion, Konsum und Volkseinkommen nahmen stetig zu. Magdalena Schreiber wuchs als drittes Kind der Landwirtsleute Michael und Maria Sepp wohl behütet auf dem elterlichen Anwesen „Beim Schuster“ auf.

96. Geburtstag in Zeiten von Corona: Magdalena Schreiber feiert trotzdem

Magdalena besuchte die Volksschule Fahrenzhausen und arbeitete später bei den Bauern in der Umgebung. Mit 17 Jahren schloss sie die Ausbildung als Schweizerin ab. Eigentlich wollte sie Näherin werden aber der Zweite Weltkrieg ließ diesen lang gehegten Wunsch nicht in Erfüllung gehen. Am 22. Mai 1946 heiratete Magdalena in der Kirche von Jarzt ihre große Jugendliebe Johann Schreiber vom Nachbarshof. Als im gleichen Jahr der Vater starb, übernahm das junge Paar fortan die Geschicke der Hofstelle. Auf insgesamt 68 glückliche Ehejahre konnten beide zurückblicken, 2014 starb Johann Schreiber mit 93 Jahren.

Ein Bier auf der Zugspitze hat sich Magdalena Schreiber vor Corona mit Tochter Brigitta und Schwiegersohn Thomas schmecken lassen.

Aus der Ehe gingen zwei Töchter und zwei Söhne hervor. Insgesamt sieben Enkelkinder und zwölf Urenkel krönen das Familienglück. Magdalena Schreiber ist im Dorf und der Gemeinde Fahrenzhausen beliebt und bekannt. Mit ihren inzwischen 96 Jahren, die man ihr nicht ansieht, ist sie noch ein wahres Energiebündel. Ohne Gartenarbeit, waschen und bügeln für die Familie könnte sie nicht auskommen.

Ihr Lieblingsplatz, an dem sie sich gerne zurückzieht, ist der Garten am Berg. Aber auch Reisen und Ausflüge stehen ganz hoch auf ihrer Wunschliste, die Familie erfüllt diese gerne.

Seniorin Magdalena wird 96 - und ist noch topfit

So ging es im vergangenen Jahr nach Franzensbad in Böhmen, Bad Kissingen, zum ersten Mal in ihrem Leben auf die Zugspitze oder nach Ägypten, wo sie den ersten Cappuccino ihres Lebens trank. Die Corona-Krise hat inzwischen einiges verändert, die Enkel- und Urenkel konnten nicht mehr so oft kommen, die Kirche konnte man nicht mehr besuchen und vieles mehr. Aber Magdalena Schreiber lässt sich einfach nicht unterkriegen. Ihre Devise: „Wir haben den Krieg überstanden, wir schaffen es auch, durch Corona zu kommen.“ Über das aktuelle Tagesgeschehen informiert sie sich jeden Morgen bei der Lektüre der Heimatzeitung. 

Arbeiten lenkt Magdalena Schreiber vor trüben Gedanken ab. Sie Senioren packt noch immer fleißig überall mit an, wo ihre Hilfe gebraucht wird. 

„Man darf keine negativen Gedanken an sich heranlassen“: Magdalena Schreiber über die Corona-Krise

Magdalena Schreiber zählt mit ihren 96 Jahren zur Corona-Risikogruppe. Die agile Seniorin hat sich mit dem Freisinger Tagblatt über die Pandemie unterhalten. Angst vor einer Ansteckung hat Magdalena Schreiber nicht. In so einer Krise lenkt sie sich mit viel Arbeit ab.

Frau Schreiber, was sagen Sie zu den coronabedingten Einschränkungen? Können Sie das alles nachvollziehen?

Ich habe mit meinen 96 Jahren solch eine Pandemie noch nie erlebt und deshalb ist das Ganze für mich schon recht verwirrend.

Magdalena Schreiber: „Ich habe keine Angst mich zu infizieren“

Sie haben also keine Angst sich zu infizieren - immerhin fallen Sie ja in die Kategorie der Risikogruppe?

Nein, ich habe keine Angst mich zu infizieren. Ich halte mich von allem öffentlichen Treiben fern und nutze meinen Garten als Ausgleich.

Was regt Sie besonders auf?

Das Tragen des Mundschutzes, sofern es sich nicht vermeiden lässt.

Die Tatsache, dass Sie jetzt Ihre Enkel, Urenkel und die ganze Familie nicht so oft sehen, geht Ihnen nah. Wie bleiben Sie mit Ihren Liebsten trotzdem in Kontakt?

Ich bekomme öfter Anrufe, Bilder und Videos über WhatsApp von den Enkelkindern. Meine im Haus lebende Tochter Gitte zeigt sie mir dann.

Haben Sie einen Tipp für uns alle, wie man sein Immunsystem stärken kann und möglichst fit und gesund bleibt?

Viel frische Luft, ausreichende Bewegung, gesunde Lebensweise.

Kurz vor 96. Geburtstag: „Ich freue mich auf den Biergarten“

Braucht es eine gesunde Portion Optimismus, um Krisen zu überstehen?

Man darf in solchen Krisen keine negativen Gedanken an sich heranlassen. Sich mit viel Arbeit zu umgeben, hilft dabei sehr.

Und wo bekommt man diese positive Lebenseinstellung her, wenn man nicht von Beginn an damit gesegnet ist?

Der Zusammenhalt der Familie und der unbedingte Wille etwas zu schaffen, spielen dabei eine große Rolle.

Auf was freuen Sie sich nach Corona ganz besonders?

Mit der Familie endlich wieder unbeschwert in den Biergarten gehen zu dürfen.

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