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Die Grünen schicken in Fahrenzhausen eine Bürgermeisterkandidatin ins Rennen

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Von: Andreas Beschorner

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Blumen gab’s für Kandidatin Alexandra Karl von Maximilian Breu (l.) und Johannes Becher (r.).
Blumen gab’s für Kandidatin Alexandra Karl von Maximilian Breu (l.) und Johannes Becher (r.). © Beschorner

Einen Tag vor Ablauf der Meldefrist haben die Grünen mit Alexandra Karl ihre Kandidatin für die Bürgermeisterwahl in Fahrenzhausen gekürt.

Fahrenzhausen – Zum „Fest der Demokratie“, wie Grünen-Kreisvorsitzender Maximilian Breu die Aufstellungsversammlung nannte, waren neben acht stimmberechtigten Bürgern aus Fahrenzhausen, die Mitglied bei den Grünen sind, noch zwei Dutzend Interessierte in das Wirtshaus an der B 13 gekommen, um mitzuerleben, wie das Bewerbertrio für die Nachfolge von Heinrich Stadlbauer komplett gemacht wird.

Mit Alexandra Karl, Jahrgang 1972, haben die Grünen die einzige Kandidatin ins Rennen geschickt, die in der Gemeinde wohnt. Und dort ist sie wahrlich keine Unbekannte. Karl sagte, den Impuls, sich als Kandidatin zu bewerben, habe ihr ihr Vater gegeben: Gottfried Liedl, 30 Jahre lang selbst Gemeinderat in Fahrenzhausen, dort auch mal 2. Bürgermeister, Träger der Bürgermedaille in Gold der Gemeinde. „Sein Wirken hat mich geprägt“, sagte Karl in ihrer Vorstellungsrede. Gemeinde sei für sie nicht nur der Ort, in dem sie lebe, sondern auch der Ort, an dem sie etwas bewegen wolle.

Die Juristin lebt mit ihrer Familie in Fahrenzhausen

Aufgewachsen ist Karl in Weng, seit 1996 lebt sie mit ihrem Mann und ihrer erwachsenen Tochter in Fahrenzhausen. Als Juristin sei sie seit fast 20 Jahren in verschiedenen Leitungspositionen in der freien Wirtschaft tätig, habe gelernt, Menschen zu motivieren, Brücken zu bauen und Türen zu öffnen, könne große Einheiten führen und wisse, auf Herausforderungen zu reagieren. Jetzt sei sie „bereit, Verantwortung für unsere Gemeinde zu übernehmen“, betonte Alexandra Karl.

Kandidatin ist Organistin, Chorleiterin und im Musikverein Fahrenzhausen aktiv

Gut vernetzt ist Karl allemal: Als Absolventin des Camerloher-Gymnasiums in Freising ist Musik ihre große Leidenschaft, die sie seit über 30 Jahren als Organistin und Chorleiterin im Pfarrverband Fahrenzhausen-Haimhausen und im Musikverein Fahrenzhausen lebt. Überhaupt, so Karl, wolle sie, die vor vielen Jahren die auch heute noch existierende Zwergerlgruppe in Weng mitbegründet hat, das ehrenamtliche Engagement in Vereinen fördern. „Aktiv werden, sich einsetzen“, das sei wichtig. Fahrenzhausen solle weiter attraktiv für junge Erwachsene sein, Senioren sind Karl „ein großes Anliegen“. Heimat erhalten – das bedeute für sie selbstverständlich auch ein klares Nein zur dritten Startbahn. Ihre Arbeit als Bürgermeisterin würde Karl so sehen: Offenheit für neue Ideen, Toleranz, Zuhören und Verstehen. Denn: „Gemeinde sind wir alle.“

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Der Lohn ihrer Bewerbungsrede: Acht Ja-Stimmen der acht Stimmberechtigten und viel Applaus aller Anwesenden. Auch und erst recht vom Landtagsabgeordneten der Grünen, Johannes Becher. Der hatte zuvor daran erinnert, dass der Anlass, weswegen man sich am Mittwoch traf, ein sehr trauriger sei.

Er habe Heinrich Stadlbauer im Abwehrkampf gegen die Startbahn kennen- und schätzen gelernt. „Aber es muss weitergehen – auch für die Gemeinde.“ Dass das Bürgermeisteramt gerade auch in einer kleineren Kommune „keine einfache Aufgabe“ sei, wisse er genau. Juristischer Sachverstand und das Wissen, dass es „nur ein Miteinander gibt“, seien dafür von entscheidender Bedeutung.

Kreischef Breu sagte, Alexandra Karl habe lange überlegt, ob sie antreten solle – „und das ist dem Amt auch angemessen“. Dass sie sich nun bereit erklärt habe, diesen Schritt zu gehen, freue ihn. Für die Grünen sei es wichtig gewesen, jemanden aufzustellen, „der in Fahrenzhausen Vertrauen genießt“.

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