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Das Bürger-Windrad in Kammerberg hat in den ersten drei Monaten des Jahres bereits knapp die Hälft der erwarteten Jahresleistung Strom produziert. Als Gründe für diese hohen Erträge nannte die BEG die beiden Sturmtiefs. 

Bürgerenergiegenossenschaft meldet Riesenerträge

Ein Segen für das Bürger-Windrad: Sabine und Bianca sorgen für Rekorderträge

Riesenerträge meldet die Bürgerenergiegenossenschaft: Nach dem Sturmtief Sabine, gefolgt von Sturmtief Bianca hat das Bürgerenergiewindrad soviel Strom produziert, wie nie zuvor.  

Kammerberg Das Bürger-Windrad Kammerberg erreicht ein Rekordergebnis im ersten Quartal 2020. Mit einer erzeugten Strommenge von 3,09 Millionen Kilowattstunden (kWh) wurde das bisher beste Ergebnis aus dem vergangenen Jahr noch einmal um 9,6 Prozent übertroffen. „Die Erzeugung in den ersten drei Monaten dieses Jahres entspricht annähernd der Hälfte der Jahresprognose von 6,20 Millionen kWh“, erklären Andreas Henze und Werner Hillebrand-Hansen von der Bürgerenergiegenossenschaft. Dazu habe der diesjährige Februar besonders beigetragen: Das Bürger-Windrad konnte in diesem Monat über 1,3 Millionen Kilowattstunden erzeugen und damit seinen bisher höchsten Monatsertrag noch einmal um über elf Prozent steigern.

Sturmtiefs sorgen für nie dagewesenes Quartalsergebnis

Die beiden Sturmtiefs Sabine und Bianca hatten daran einen besonderen Anteil: „Mit einer gemessenen Höchstgeschwindigkeit von 152,6 km/h auf Nabenhöhe von 149 Meter übertrifft das Sturmtief Sabine alle seit 2015 gemessenen Windgeschwindigkeiten am Windrad deutlich um neun Stundenkilometer“, so die beiden Vorstände der BEG. Henze berichtet, dass während des Sturmtiefs Sabine für eine halbe Stunde das Mittelspannungsnetz ausgefallen sei, „so dass das Windrad ohne Strom von außen auf sich alleine gestellt war“. Alle sicherheitsrelevanten Abschaltungen und das herausdrehen der Flügel aus dem Wind seien jedoch vom Windrad vorgenommen worden. In der darauffolgenden Stunde mit den höchsten Windgeschwindigkeiten habe sich das Rad am Morgen des 10. Februar zwischen 6.40 und 7.50 Uhr drei Mal für jeweils rund zehn Minuten wegen zu hoher Windgeschwindigkeiten abgeregelt und ist danach wieder auf Volllast weitergelaufen. „Ansonsten lief die Windenergieanlage im Februar komplett durch und deckte den Strombedarf von rund 12 000 Personen im Februar.“

Auch für den März zieht die BEG eine hervorragende Bilanz: Im vergangenen Monat erzeugten sowohl die Bürger-Photovoltaikanlagen sowie wiederholt das Bürger-Windrad hohe Stromerträge.

Aufgrund des nicht vorhandenen Winters haben aber auch, so Hillebrand Hansen, sämtliche Photovoltaikanlagen im Landkreis Freising im Winterhalbjahr hohe Stromerträge erzeugt, da die ansonsten übliche mehrwöchige dauerhafte Schneedecke fehlte. „Dieses Phänomen eines völlig schneefreien Winters wird durch den Klimawandel in unserer Region in Zukunft häufiger vorkommen“, prophezeien die beiden BEG-Vertreter. Erneuerbaren Energien seien im ersten Quartal der wichtigste Stromerzeuger in Deutschland gewesen: „Erstmals erzeugten die Erneuerbaren Energien in einem Quartal über die Hälfte des benötigten Stromverbrauches in Deutschland.“ Konkret wurden 52 Prozent des Stromverbrauchs mit der Erzeugung durch Wind, Sonne, Wasser, Bioenergie und Geothermie gedeckt (2018 im ersten Quartal 44,4 Prozent). Damit zeigten die Erneuerbaren Energien erneut ihre Leistungsfähigkeit und produzierten rund 77 Milliarden kWh Strom. Gleichzeitig würden sie die Rolle des wichtigsten Stromerzeugers im deutschen Strommix übernehmen.

Kohle- und Atomkraftwerke liefern weniger Strom

Die Erzeugung durch Kohlekraftwerke (minus 36 Prozent) und Atomkraftwerke (minus 16,5 Prozent) nahm deutlich ab. Erdgaskraftwerke produzierten um zwei Prozent mehr Strom. Fazit von Andreas Henze und Werner Hillebrand-Hansen: „Zur Abwendung einer Klimaüberhitzung, zur Erreichung der Klimaschutzziele von Paris und zur Sicherung von dauerhaft niedrigen Strompreisen – aber auch zur krisensicheren Energieversorgung – sind die Erneuerbaren Energien die Lösung.“ Daher sei eine 100-prozentige Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien schnellstmöglich umzusetzen.

Die Erneuerbaren Energien seien zunehmend ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, deshalb fordert die BEG: „Bremsen beim dezentralen Ausbau müssen gelöst werden, um damit Arbeitsplätze zu sichern“. Erneuerbare Energien seien heute so günstig wie noch nie und das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) damit kein Kostentreiber. Deshalb sei innerhalb der Energiewirtschaft die Kostenwahrheit dringend herzustellen. „Dazu sind die CO2-Kosten nicht mehr weiterhin von der Allgemeinheit sondern vom Verursacher zu tragen. Das Umweltbundesamt beziffert diese Kosten mit 180 Euro pro Tonne CO2.“

Wer beim aktuellen Projekt, dem Solarpark Paunzhausen (wir haben berichtet, siehe www.beg-fs.de), dabei sein möchte, kann sich noch heute daran beteiligen.  

Gut zu wissen

Einzelheiten zur Windstromerzeugung sowie die aktuelle Leistung sind auf der Homepage der BEG unter www.beg-fs.de/burger-windrad-stromproduktion zu finden.

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