Alt-Bürgermeister Rudi Jengkofer ist tot.
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Alt-Bürgermeister Rudi Jengkofer ist tot. Archiv

Nachruf auf Rudi Jengkofer

Er war bekannt dafür, Klartext zu reden: Fahrenzhausens Alt-Bürgermeister überraschend gestorben

  • VonNico Bauer
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Fahrenzhausens Alt-Bürgermeister Rudi Jengkofer ist völlig überraschend gestorben. Ein Nachruf.

Kammerberg/Fahrenzhausen – Die Nachricht kam plötzlich und verbreitete sich am Wochenende wie ein Lauffeuer in Fahrenzhausen: Alt-Bürgermeister Rudi Jengkofer (73) ist völlig überraschend an einem Herzinfarkt gestorben.

Die ganze Gemeinde, darunter Bürgermeister Heinrich Stadlbauer, traf die Nachricht vom Tod der Fahrenzhausener Größe ins Mark. Stadlbauer hatte die Bürgermeisterwahl im Jahr 2008 gegen Jengkofer verloren und seit Ziel 2014 erreicht, als der Rathauschef aus Altersgründen nicht mehr kandidieren durfte.

Ein Mann mit Ecken und Kanten

Rudi Jengkofers kommunalpolitische Karriere begann 1996. Ein Jahr zuvor vermeldete die Fahrenzhausener CSU-Legende Franz Pahl, er habe „einen super Mann aus Kammerberg“ gefunden und überzeugt. Jengkofer war dieser „super Mann“, der auch prompt in den Gemeinderat gewählt wurde. 2002 ging er dann einen Schritt weiter und wurde 2. Bürgermeister der Ampertalgemeinde. Bei der nächsten Wahl kandidierte der CSU-Mann schließlich für den Chefsessel im Rathaus – und setzte sich durch.

Als Kommunalpolitiker war Rudi Jengkofer, der im Jahr 2015 den Ehrentitel Alt-Bürgermeister verliehen bekam, bekannt dafür, Klartext zu reden – und war damit zwangsläufig ein Mann mit Ecken und Kanten. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Verwaltungsfachangestellter und Personalrat im Landratsamt Dachau wusste er, worauf es bei der Leitung einer Gemeindeverwaltung ankommt.

Er wollte die Gemeinde schuldenfrei übergeben

Bereits als er 2008 als Bürgermeisterkandidat antrat, war klar, dass er das Amt aus Altersgründen nur eine Periode lang ausüben konnte. Daher war Rudi Jengkofer als Rathauschef verstärkt daran gelegen, laufende Projekte zu Ende zu bringen. „Er hat alle Themen angepackt, die angepackt werden mussten“, sagt der heutige Bürgermeister Heinrich Stadlbauer. Auch wenn man nicht immer der selben Meinung gewesen sei, habe es immer „gute, faire Diskussionen“ gegeben.

Rudi Jengkofer brachte die Gemeinde voran – unter anderem mit der Erweiterung des Bergfeld-Kindergartens, dem Kauf und Umbau des Gemeindehauses Viehbach sowie dem Grunderwerb für eine Erweiterung des Großnöbacher Gewerbegebiets. Außerdem verfolgte er das Ziel, seinem Nachfolger die Gemeinde Fahrenzhausen schuldenfrei zu übergeben – und zwar mit Erfolg.

Die 18 Jahre als Gemeinderat und Rathauschef waren aber nur ein Teil seines ehrenamtlichen Engagements. In 25 Jahren Mitgliedschaft im CSU-Ortsverband hatte der Kammerberger etliche Ämter inne, mitunter war er zehn Jahre lang stellvertretender Vorsitzender. Unter anderem für dieses Engagement wurde er nicht nur zum Alt-Bürgermeister ernannt, sondern auch zum Ehrenmitglied des Ortsverbands der Christsozialen.

Drei Rote Karten - wegen Meckerns

Doch Rudi Jengkofers Leidenschaft war nicht nur die Kommunalpolitik, sondern auch der Sport. Bei der SpVgg Kammerberg war er als aktiver und begeisterter Fußballer immer für vollen Einsatz bekannt. Und auch da war er ein Typ mit Ecken und Kanten: Er ging Zweikämpfen nicht aus dem Weg und verwies darauf, „dass wir ja nicht im Mädchenpensionat sind“. Der Fußballer Jengkofer war stolz darauf, nie wegen eines bösen Fouls vom Feld gestellt worden zu sein. Drei Rote Karten aber hatte der Klartextredner kassiert – wegen Meckerns.

Nun ist Rudi Jengkofer im Ruhestand gestorben. Er hinterlässt seine Lebensgefährtin Monika, eine Tochter und eine Enkeltochter. Nicht nur seine Familie wird den 73-Jährigen schmerzlich vermissen, sondern auch die Fahrenzhausener. In der Gemeinde sagen viele, dass dieser besondere Mensch viel zu früh aus dem Leben gehen musste.

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