Zwei Stapel mit Euromünzen
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Im kommenden Jahr wird die Gemeinde Fahrenzhausen an einen Wendepunkt gelangen, was die Finanzlage betrifft.

Viele Investitionen stehen an

„Das ist ein Haushalt der Kompromisse“: Rücklagen in Fahrenzhausen schrumpfen

  • vonNico Bauer
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Der Neubau von Kindergarten und Rathaus wird die Ersparnisse der Gemeinde Fahrenzhausen aufbrauchen. „Unsere Rücklagen gehen dem Ende zu“, sagte der Bürgermeister.

Fahrenzhausen – Die Gemeinde Fahrenzhausen ist schuldenfrei und wird das heuer auch bleiben. Bei dem am Montag verabschiedeten Haushalt für 2021 wurde aber deutlich, dass man sich im kommenden Jahr an einem Wendepunkt befinden werde. Der Neubau des Kindergartens und der Neubau eines Rathauses werden die Ersparnisse aufbrauchen.

Kindergarten-Neubau ist der mit Abstand größte Posten

Der Verwaltungshaushalt der Gemeinde hat heuer ein Volumen von 11,3 Millionen Euro, dazu kommen 14,7 Millionen im Verwaltungshaushalt. Stolze 614 000 Euro können vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt überführt werden. Angesichts großer Aufgaben wie dem Neubau des Kindergartens und des Rathauses braucht es mehr Mittel. Der mit Abstand größte Posten in Sachen Investitionen ist der Neubau des katholischen Kindergartens, bei dem die politische Gemeinde zwei Drittel der Kosten übernimmt.

Dieses Jahr erwartet man rund zwei Millionen Euro Ausgaben. Dahinter folgen im Haushalt Kanalbau und Kläranlage (440 000), diverse Gemeindeverbindungsstraßen (400 000), das Feuerwehrhaus Fahrenzhausen (350 000), die Planung des Rathaus-Neubaus (250 000), die Grundschule (175 000) und das neue Salzsilo des Bauhofs (125 000). Eine Investition in die Zukunft sind die 2,5 Millionen Euro, die für Grundstücksverkäufe vorgesehen sind.

Ersparnisse gehen zur Neige

Das große Paket der Investitionen wird durch die Ersparnisse finanziert. Zum 1. Januar hatte die Gemeinde noch 11,1 Millionen Euro Rücklagen und Ende 2021 sieht der Haushalt noch einen Bestand von 5,8 Millionen Euro vor. „Unsere Rücklagen gehen mit dem Neubau von Kindergarten und Rathaus dem Ende zu“, gab Bürgermeister Heinrich Stadlbauer (FBL) dann auch zu auf Nachfrage der CSU-Fraktion. Schließlich wird sich der Rathausbau erst in den kommenden Jahren bemerkbar machen. In der Finanzplanung rechnet die Gemeinde 2022 wegen dieser Großbaustelle mit 10,1 Millionen Euro Volumen im Vermögenshaushaushalt.

Astrid Wildgruber-Bolesczuk blickte deshalb auch kritisch in die Zukunft, „denn in den nächsten Jahren brauchen wir Kreditaufnahmen“. Das sei auch der Grund, warum sie der Finanzplanung für die kommenden Jahre nicht zustimmen könne. Dem hielt der Bürgermeister entgegen, dass die Finanzplanung nicht die große Aussagekraft habe aufgrund einer Reihe von Unbekannten. „Die grundsätzlichen Fragen müssen wir nächstes Jahr mit dem Haushalt beantworten“, sagte Stadlbauer. Dann stehe der Gemeinderat vor der Entscheidung, ob man Kredite aufnehmen oder die Investitionen über Grundstücksverkäufe finanzieren solle.

„Wenn wir die Straßen jetzt runterwirtschaften, wird es richtig teuer“

Nach dem einstimmigen Beschluss des Haushalts 2021 gab es dann von den CSU-Vertretern drei Gegenstimmen zum Beschluss der Finanzplanung. Astrid Wildgruber-Bolesczuk blickte aber auch mit gemischten Gefühlen auf den Haushalt dieses Jahres. „Das ist ein Haushalt der Kompromisse“, sagte sie. Die Gemeinderätin hätte sich durchaus mehr Investitionen gewünscht. Diese Aussage war dann etwas überraschend angesichts der Kritik an der mittelfristigen Planung mit der Gefahr von Schuldenaufnahmen.

In der Diskussion zum Haushalt mahnte Eva Stocker (FBL) an, dass die Gemeinde weiterhin regelmäßig in Straßen investieren solle. „Wenn wir die Straßen jetzt runterwirtschaften, dann wird es richtig teuer“, sagte Stocker. In der Vergangenheit sei man gut damit gefahren, sich jedes Jahr die Infrastruktur eines Ortsteils vorzunehmen.

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