Jacken und Turnbeutel sind in einer Kindertagesstätte an einer Garderobe zu sehen.
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In der Gemeinde Fahrenzhausen wird die Kinderbetreuung teurer. Symbolbild

15 Prozent mehr sind fällig

Kita-Gebühren steigen in Fahrenzhausen - SPD-Rat äußert Kritik: „Kein gutes Zeichen“ in Zeiten von Corona

  • vonNico Bauer
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Die Kinderbetreuung in der Gemeinde Fahrenzhausen wird teurer. Gerade in Corona-Zeiten ist diese Maßnahme nicht unumstritten.

Fahrenzhausen – In den vergangenen Jahren musste die Gemeinde Fahrenzhausen immer mehr Geld in die Hand nehmen, um die Defizite der Kinderbetreuungseinrichtungen in der Gemeinde auszugleichen. Deshalb wurde nach der nichtöffentlichen Vorberatung im Haupt- und Finanzausschuss nun im Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen eine Erhöhung der Gebühren für Kindertageseinrichtungen um 15 Prozent beschlossen. Gerade in Corona-Zeiten ist die Maßnahme nicht unumstritten.

Vergleich mit anderen Kommunen

„Es sind nur noch ganz wenige Gemeinden in unserer Preisklasse“, sagte Bürgermeister Heinrich Stadlbauer und legte einen Vergleich mit den Kommunen der näheren Umgebung vor. Hier wurde deutlich, dass Fahrenzhausen und Hohenkammer in etwa ähnliche Gebühren haben. Andere Kommunen wie Allershausen, Kranzberg, Haimhausen oder Petershausen liegen laut den Tabellen für die verschiedenen Betreuungsformen deutlich höher.

Bürgermeister Stadlbauer sprach auch das Betreuungsgeld der bayerischen Staatsregierung an. Im vergangenen Jahr wurden 100 Euro Zuschuss zur Betreuung von Kindern beschlossen. Die kürzeste Buchungsdauer in Fahrenzhausen liegt derzeit bei 107 Euro für vier bis fünf Stunden, damit blieb den Eltern ein zu zahlender Restbetrag von sieben Euro im Monat. Für die Gemeinde Fahrenzhausen hatte der Betreuungszuschuss die Folge, dass Eltern längere Buchungszeiten wählten und damit die Kommune auch mehr Personal benötigt. Für die Familien änderte sich durch den staatlichen Zuschuss nicht viel, aber die Kommunen haben steigende Defizite.

Was nichts kostet, ist auch nichts wert.

Bürgermeister Heinrich Stadlbauer

Stadlbauer legte Auflistungen dieser Defizite vor und zeigte beim Kindergarten Bergfeld eine besonders dramatische Entwicklung. Zwischen 2010 und 205 lag das von der Gemeinde auszugleichende Minus zwischen null und 26 000 Euro. In den Jahren 2016 (74.000 Euro), 2017 (66 .000), 2018 (121.000) und 2019 (89.000) befand sich der Fehlbetrag auf einem ganz anderen Niveau.

Zwei Gegenstimmen

Auch bei Hort und Mittagsbetreuung galoppierten die Defizite davon: Der Kindergarten in Kammerberg hatte sehr wechselnde Bilanzen in den vergangenen Jahren. Hier gab es die größten Defizite 2015 (130.000 Euro) und 2016 (90.000 Euro). „Was nichts kostet, ist auch nichts wert“, sagte Stadlbauer und empfahl die Anhebung der zuletzt 2019 veränderten Gebühren um 15 Prozent. Die Eltern bekämen für die steigenden Beiträge auch den Mehrwert mit der guten Betreuung der Kinder.

Schon in der Ausschusssitzung hinter geschlossenen Türen hatte es zwei Gegenstimmen gegeben. Die gab es auch im Gemeinderat: 2. Bürgermeister Andreas Karl (Freie Wählergruppe) und Martin Angermaier (SPD). Karl erneuerte seine Kritik: „Es war heuer ein schwieriges Jahr für unsere Familien, und jeder muss schauen, wie er über die Runden kommt. Städte und Kommunen sollen großzügig gegenüber Unternehmen sein. Da wäre so eine satte Erhöhung kein gutes Zeichen.“

Erhöhung erst ab September 2021

Die Corona-Argumentation ließ Rathauschef Heinrich Stadlbauer nicht gelten. Schließlich würden die Gebühren erst zum neuen Kindergartenjahr im September 2021 in Kraft treten, „und bis dahin sollte das Schlimmste überstanden sein“. Der Bürgermeister wollte die frühzeitigen Beschlüsse der neuen Gebühren, damit die Familien aus der Gemeinde bei den Anmeldungen im Mai genau wissen, auf welche Zeiten und welche Kosten sie sich einlassen. Mit 14:2 Stimmen fand die Gebührenerhöhung dann auch eine klare Mehrheit im Gemeinderat.

Trotz des Teil-Lockdowns ließ Corona die Zahl der Arbeitslosen in Freising nicht weiter steigen. Die Zahl der Entlassungen sei „stabil“.

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