1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Freising
  5. Fahrenzhausen

Fahrenzhausens Hofmarschall: „Ich bin wehmütig – Fasching wird fehlen“

Erstellt:

Von: Nico Bauer

Kommentare

Die Gardemädels des Faschingsvereins Kammerberg-Fahrenzhausen.
In der Garde geht es nicht nur um Auftritte. Hier wurden viele Freundschaften geknüpft, die weit über den Fasching hinaus gehen. Dass der Fasching ausfällt macht alle traurig.  © Verein

Die Vorbereitungen auf Fasching laufen seit langem hinter den Kulissen. Mit dem erneuten Lockdown hat der Faschingsverein Kammerberg nun alles auf Eis gelegt.

Kammerberg – Die Faschingshochburg Kammerberg ist im Pausenmodus. Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen hat der Faschingsverein Kammerberg-Fahrenzhausen den Fasching 2020/21 abgesagt. Im Sommer gab es noch Hoffnung, aber jetzt gibt es für den Hofmarschall Christoph Hagn keine Alternative.

Am 11.11. wäre der Start in die neue Faschingssaison. In der Karnevalshochburg Köln darf man kein Bier trinken. Wie sieht es in Kammerberg aus?

Selbstverständlich darf man ein Bier trinken. Die Frage ist nur, in welchem Umfeld. Ich vermute, man darf das nur privat.

Wird an diesem Tag auf ein neues Prinzenpaar angestoßen?

Nein, das wird nichts. Wir haben natürlich schon das Prinzenpaar, denn das suchen wir uns schon im Fasching davor. Wir hatten unser Prinzenpaar vor Corona und waren recht weit in der Planung. Jetzt macht es aber keinen Sinn, das Paar vorzustellen und dann weiterzuschauen. Keiner weiß, ob im Januar und Februar Veranstaltungen möglich sind.

Hofmarschall Christoph Hagn in seinem offiziellen Faschingsoutfit mit rotem Samtumhang und Hut mit Feder.
Dieses Outfit wird Christoph Hagn, Hofmarschall des Faschingsvereins Kammerberg-Fahrenzhausen, in der Saison 2020/21 wohl nicht aus dem Schrank holen. © Verein

Startet das ausgewählte Prinzenpaar ein Jahr später am 11.11.2021?

Im Grunde genommen ja. Wir haben das von Anfang an besprochen, dass dieses Prinzenpaar es auch ein Jahr später machen würde.

Wie steht es um die verschiedenen Gruppen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen?

Wir sind recht gut aufgestellt. Bis Juli haben wir die Gruppen noch geplant und haben uns zum Trainingsstart im August flexibel aufgestellt. Im Juli hatten wir eine Sitzung und waren da noch recht optimistisch, vier Monate vor dem Fasching. Dann hat es sich aber immer mehr abgezeichnet, dass das nichts wird.

Was machen denn aktuell die Gruppen aus dem Verein?

Die Vorbereitungen liefen anfangs ganz normal. Bei der Kindergarde war recht schnell klar, dass es nichts wird. Die Teeniegarde hat unter den erschwerten Bedingungen trainiert, auch damit die Gruppe nicht zerfällt. Auch die Erwachsenengarde hat sich regelmäßig getroffen. Jetzt im Lockdown ist natürlich nichts mehr.

Wie waren die Faschingsplanungen?

Mitte September war uns eigentlich schon klar, dass es den Fasching wie gewohnt nicht geben wird. Wir haben auch Rücksprache gehalten mit Vereinen, bei denen wir auftreten. Die würden gerne was machen, waren mal mehr und mal weniger optimistisch. Schließlich wanderte das vorgesehene Programm in die Schublade und kommt ein Jahr später – wie eben das Prinzenpaar. Wir haben jetzt als Plan B ein kleineres Programm, damit die große Garde nicht ein Jahr lang Pause hat. Dieses Jahr haben wir da auch ein paar Neuzugänge.

Es geht also vor allem darum, das Vereinsleben am Laufen zu halten?

Ja, so kann man das sagen. Wir treffen uns ja nicht nur, um Auftritte abzuarbeiten. Bei uns sind viele untereinander befreundet. Auf den Zusammenhalt sind wir stolz.

Haben Sie denn Hoffnung auf kleinere Veranstaltungen in der Faschingssaison?

Den „Auf geht’s-Ball“ mit der Vorstellung des Prinzenpaars haben wir schon abgesagt. Der Inthro-Ball im Januar ist noch offen, aber sehr unwahrscheinlich. Wir bereiten uns vor, dass wir etwas haben, wenn es irgendwelche Veranstaltungen wieder geben sollte.

Die Kindergarde des Faschingsvereins Kammerberg-Fahrenzhausen bei einem Auftritt im Faschingsoutfit.
Die Kindergarde des Kammerberger Vereins wird heuer eine Zwangspause einlegen müssen. Fotos: Verein © Faschingsverein Kammerberg

Können Sie sich die Narrhalla bei Privatterminen vorstellen?

Das würde ich ausschließen. Meine persönliche Meinung ist, dass sich viele Leute bei privaten Feiern angesteckt haben und anstecken. Im öffentlichen Raum ist das ja alles ganz gut geregelt. Als Verein wäre es schwierig, auf solchen Veranstaltungen aufzutreten, wenn keiner dafür garantieren kann, dass der erlaubte Rahmen eingehalten wird.

Und was machen Sie mit Ihren Kollegen vom Elferrat?

Da gibt es einiges zu tun. Wir können beispielsweise am Faschingswagen basteln.

Die Mädchen der Teeniegarde des Faschingsvereins Kammerberg-Fahrenzhausen bei einem Auftritt.
Die Mädchen der Teeniegarde hat unter erschwerten Bedingungen weitertrainiert, damit der Zusammenhalt in der Gruppe nicht wegbricht.  © Faschingsverein Kammerberg-Fahrenzhausen

Jede Narrhalla hat ja das Faschingsproblem jetzt gerade. Gibt es da ein Netzwerk mit den Nachbarn?

Nein, jetzt wegen Corona hatten wir keinen Krisenstab oder Ähnliches. Die Gruppen kennen sich von Bällen oder Gardetreffen. Da bestehen immer Kontakte und man schaut anderen gerne zu. Jeder hat auch einen anderen Zeitplan für das Jahr.

Sind Sie heute trotzdem in Faschingslaune oder ist es einfach ein Jahr ohne die fünfte Jahreszeit?

Ich bin seit zwölf Jahren dabei und hatte zwischen Januar und März immer viel zu tun. Ich bin wehmütig. Es wird uns allen in unserem Verein fehlen, dass wir diesen Fasching nicht aktiv sein können.

Treffen Sie sich am Faschingssamstag wenigstens im kleinen Kreis?

Man muss sehen, wie dann die Infektionszahlen und die Vorgaben sind. Wenn es am Faschingssamstag keine Beschränkungen gibt, dann würden sich auch ohne organisierten Fasching Leute zum Feiern treffen. Aber das ist in der aktuellen Situation leider undenkbar.

Lesen Sie auch: Der Corona-Live-Ticker für den Landkreis Freising.

Auch interessant

Kommentare