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Faschingsumzug und Faschingsendspurt in Fahrenzhausen

Laut, bunt, schrill und unpolitisch

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Er ist ohne Zweifel der Umzug im Landkreis mit den meisten und den lautesten Wagen: der Faschingsumzug in Fahrenzhausen – Faschingstreiben inklusive. Standesgemäß beerdigt wurde der Prinz dann in Kammerberg.

Fahrenzhausen - Auf dem Lkw-Anhänger standen die Wild Bulls und sorgten mit Status Quo-, ACDC- und Guns’n’Roses-Rockklassikern für gute Stimmung vor dem Feuerwehrhaus in Fahrenzhausen. Denn bei Bier, Rotwein, Glühwein, Hot Dogs und Pizzaproduktion im Akkord bereitete sich das Volk auf das vor, was danach 45 Minuten lang an ihm vorbei defilierte: der Faschingsumzug in Fahrenzhausen – der Gaudiwurm, der die meisten und lautesten großen Wagen im Landkreis zu bieten hat. Während Bürgermeister Heinrich Stadlbauer mit seinem schwarzen Hut als Verkleidung kaum zu erkennen war, dröhnten auf der Straße Stimmungshit aus den Boxen. Doch bei aller Ausgelassenheit und trotz allem, was an Alkohol die Stimmung hob, vergaßen die Zugteilnehmer die kleinen Zuschauer am Wegesrand nicht, liefen immer wieder herbei und steckten Süßigkeiten in die Taschen der Kinder. Politisch war der Fahrenzhausener Umzug auch heuer nicht. Lediglich ein Wagen aus Viehbach (Landkreis Dachau, wie ein Schild an frühere Zeiten erinnerte) griff ein lokalpolitisches Thema auf: „B13 – gesperrt bis 2030“ nahm den Ausbau der Bundesstraße aufs Korn, der noch ein bisschen andauern wird. Der Rest des Umzugs waren zum allergrößten Teil dicke, fette Traktoren, die noch dickere und noch fettere Wagen mit ganz dicken und ganz fetten Lautsprecherboxen durch die Straßen zogen. Der Bauwagen aus Pelka kam dabei als riesiges Lego-Monster daher, ein bisschen viel Rauch stieg aus dem Wagen auf, der aus Hohenbercha gekommen war und einen Hauch von Jamaika nach Fahrenzhausen brachte, wo ansonsten ein eisiger Wind wehte. Den vier Damen des Frauentsammtischs – so ziemlich die einzige Fußgruppe im Zug – war das herzlich egal: Wenn einen friere, dann sei die Maschkera falsch, behauptete eine aus dem Quartett, die seit 37 Jahren beim Faschingsumzug in Fahrenzhausen (und nicht nur dort) dabei ist. Und das, obwohl ihr Mann ein „Faschingsmuffel“ sei. Nicht zum Zug gehörte ein Sextett aus Blumentöpfen, genauer: Blumen. Die standen am Wegesrand und warteten. Warteten auf „Bienen, die uns bestäuben“, wie eine aus dem lustigen Damensextett sagte – gefolgt von einem kollektiven Aufschrei, als sich doch tatsächlich eine Biene, genauer: eine Drohne, im Umzug zeigte. Schrill, bunt und laut kam der Faschingsumzug also daher. Und sowohl die Garden aus Fahrenzhausen als auch das Prinzenpaar Matthias III. und Marina I. absolvierten gestern ihren vorletzten und ihren letzten Auftritt. Kehraus.

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