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Gemeinde Fahrenzhausen will Fürsprecher für ältere Menschen sein und Betreuungseinrichtungen bauen

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Von: Nico Bauer

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Betreuungseinrichtungen will Fahrenzhausen jetzt bauen.
Betreuungseinrichtungen will Fahrenzhausen jetzt bauen. © dpa

Die Gemeinde Fahrenzhausen will auf Anregung der Nachbarschaftshilfe Senioreneinrichtungen bauen und sagt damit Ja zu einem weiteren wichtigen Großprojekt.

Fahrenzhausen – In der Gemeinde Fahrenzhausen sind Betreuungsstrukturen für alte Menschen quasi nicht vorhanden. Mit einem Antrag im Gemeinderat machte die Nachbarschaftshilfe nun auf den großen Bedarf von Betreuungsplätzen aufmerksam und machte bereits im Vorfeld der Diskussionen deutlich, welche Prioritäten man für die kommenden Jahre dringend setzen müsse.

Die nächsten Jahre werden ziemlich spannend in Fahrenzhausen angesichts der zahlreichen anstehenden Projekte. Die Gemeinde baut ein neues Rathaus, und eine Erweiterung der Grundschule ist auch notwendig. Auch der Sportverein FCA Unterbruck ist wild entschlossen, auf dem Sportgelände eine Halle mit Unterstützung der Gemeinde zu realisieren.

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Nun hat, vor Weihnachten, die Nachbarschaftshilfe den Antrag gestellt, Einrichtungen für Wohnen im Alter anzugehen. Bürgermeister Heinrich Stadlbauer begrüßte den Antrag und verwies darauf, dass viele Fahrenzhausener Bürger für das Wohnen mit Betreuung in Nachbargemeinden umziehen mussten.

„Wir sind uns alle einig, dass solche Einrichtungen in der Gemeinde notwendig sind“, sagte der Bürgermeister. Deshalb solle man nun geeignete Grundstücke anschauen und potenzielle Betreiber von Einrichtungen zur Vorstellung einladen. Dann könne man konkret entscheiden: „Die Frage ist doch nur, wann und wo wir etwas realisieren? Und was ist das Richtige für uns?“

Die Nachbarschaftshilfe schreibt in dem Antrag, dass eine Pflegeeinrichtung mit Tages- und Kurzzeitpflege, Demenz-/Altenwohngemeinschaften und ein Mehrgenerationenhaus mit Betreutem Wohnen realisiert werden müssen. Für die Betrachtung freier Gemeindegrundstücke betont die Nachbarschaftshilfe, dass Senioren kurze Wege zu Ärzten und Geschäften brauchen, sich aber auch grundsätzlich in der Mitte der Gesellschaft besonders wohlfühlen. „Stark befahrene Straßen bringen eher das Gefühl, nicht abgeschoben zu werden“, schreibt die Nachbarschaftshilfe.

Im Gemeinderat hielt die ehrenamtlich in der Seniorenbetreuung sehr engagierte Eva Stocker ein flammendes Plädoyer für solche Einrichtungen. „Kinder haben einen Rechtsanspruch und mit den Eltern Fürsprecher“, sagte Stocker, „aber Senioren haben das alles nicht.“ Deshalb müsse sich der Gemeinderat mit den Bedürfnissen von Senioren mit Betreuungsbedarf auseinandersetzen.

Angesprochen wurde auch ein Arbeitskreis Senioren, der etwas eingeschlafen ist. „Wir haben seit drei Jahren den Arbeitskreis und nichts ist passiert“, kritisierte Christian Kislinger. Annemarie Guttner fehlte eine Begleitung des Arbeitskreises durch die Gemeindeverwaltung. Durch diese Verzahnung könne man die Umsetzungs–chancen verschiedener Ideen konkreter überprüfen.

In der Diskussion um den Antrag wurde auch die Prioritätenliste des Gemeinderats besprochen. Eigentlich sollte noch im Januar eine Reihenfolge für gemeindliche Planungen und Baumaßnahmen beschlossen werden. Bürgermeister Heinrich Stadlbauer konnte noch nicht sagen, ob die Verwaltung die Prioritäten-Diskussion bis zu der Sitzung Ende Januar fertig vorbereiten kann. Mehrere Gemeinderäte machten Druck, man brauche schnell diese Rangfolge.

Der Antrag der Nachbarschaftshilfe für „Wohnen im Alter“ wurde vom Gemeinderat einstimmig angenommen. Man hat weiter festgelegt, verschiedene Anbieter zur Vorstellung von Einrichtungen nach Fahrenzhausen einzuladen und geeignete Grundstücke der Altenhilfe zur Verfügung stellen zu wollen.

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