+
Im Landkreis Ebersberg klickten bei den beiden mutmaßlichen Tätern die Handschellen.

Nach Gas-Anschlag auf einen Bankautomaten in Fahrenzhausen

Sie waren auch im Landkreis Freising am Werk: Panzerknacker sind gefasst

  • schließen

Durch das Einleiten und Entzünden von Gas wollten sie am vergangenen Wochenende einen Geldautomaten in Fahrenzhausen sprengen. Jetzt klickten bei den beiden mutmaßlichen Tätern die Handschellen. In der Nähe einer Bank in Oberpframmern (Kreis Ebersberg) war jetzt ihr Auto kontrolliert worden. Und darin lag – eine Propangasflasche.

Landkreis– Es war am vorvergangenen Freitag kurz vor Mitternacht, als die Täter zuschlugen: In den Bankautomaten der Raiffeisenbank München Nord in Fahrenzhausen hatten die Unbekannten Gas eingeleitet und entzündet. An Geld kamen die beiden aber nicht. Ein Kunde der Bank entdeckte Schmauchspuren und alarmiert die Polizei. Die ging auf Nummer sicher und ließ angrenzende Wohnungen wegen einer möglichen Explosionsgefahr evakuieren. Hinzugezogene Sprengstoffexperten gaben bald Entwarnung, die Täter aber waren über alle Berge. Am Sonntag dann, zwei Tage später, versuchten sie auf die gleiche Weise einen Bankautomaten in Lichtenau (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) zu sprengen. Auch hier waren sie erfolglos. Und auch hier verlief die Fahndung ergebnislos.

Doch bereits wiederum zwei Tage später, am Dienstag vergangene Woche, landeten die Ermittler einen Volltreffer. Eine Zivilstreife der Münchner Polizei kontrollierte zwei Männer in unmittelbarer Nähe einer Bankfiliale in Oberpframmern. Am Wagen der beiden waren – höchst verdächtig – die Kennzeichen abgedeckt worden. Und in dem Pkw fand sich eine Propangasflasche. Der Verdacht, dass die beiden, ein 23-Jähriger und ein 26-Jähriger aus Haar und aus München, einen Geldautomaten in die Luft jagen wollten, führte zu einer sofortigen Wohnungsdurchsuchung, wobei „diverse Beweismittel“ sichergestellt wurden, wie die Polizei gestern berichtete. Bald stellte sich heraus, dass der Polizei ein wirklich dicker Fisch ins Netz gegangen war. Zu dem „dringenden Tatverdacht“ der beiden Bankautomaten-Sprengungen kamen im Zuge der Ermittlungen nun auch „Verdachtsmomente“, dass die beiden im Juli dieses Jahres am Flughafen im Moos einen BMW M 6 entwendet und das Fahrzeug im Wert von etwa 120 000 Euro zwischenzeitlich ins Ausland verschoben haben.

Von der Staatsanwaltschaft Ingolstadt wurde Antrag auf Haftbefehl gestellt und die Tatverdächtigen festgenommen. Sie wurden am Freitag in Ingolstadt dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft „wegen des Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen“ und wegen schweren Diebstahls anordnete.

„Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen der Kripo Ingolstadt in Kooperation mit den Münchener Kollegen dauern weiterhin an“, teilte die Polizei gestern mit. Geklärt werden muss dabei auch, ob die nun Inhaftierten möglicherweise für weitere Taten verantwortlich sind.

Auch interessant

Kommentare