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Die geplante Kinderkrippe in Fahrenzhausen wird teurer. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Massive Kostensteigerung wurde im Gemeinderat bekannt

Kinderkrippe in Fahrenzhausen wird um fast eine Million teurer

Da musste so mancher im Gremium erst einmal heftig schlucken: Dem Fahrenzhausener Gemeinderat wurde nämlich eine Kostensteigerung für den Neubau der Kinderkrippe präsentiert: Von Ende 2016 geschätzten 1,22 Millionen auf jetzt sage und schreibe 2,12 Millionen Euro.

FahrenzhausenBauherrin der Kinderkrippe ist nicht die Gemeinde selbst, sondern die Katholische Kirchenstiftung Fahrenzhausen. Aber die Gemeinde will nach einem früheren und jetzt bestätigten Beschluss zwei Drittel der Kosten übernehmen.

Warum wird die Kinderkrippe teurer?

Bürgermeister Heinrich Stadlbauer begründete in der Sitzung am Montag die Kostensteigerung unter anderem mit einer deutlichen Erhöhung der Bruttogeschoßfläche von 440 auf 588 Quadratmeter. In den Gesprächen mit den Architekten seien jetzt größere Gruppenräume geplant, Flure können nun als Spielflächen genutzt werden, auch Galerien waren bei der der ersten Kostenschätzung nicht vorgesehen. „Das waren Vorschläge der Kindergartenleiterinnen“, erläuterte der Bürgermeister. Und die Vorschläge seien „ja nicht ganz dumm“.

Dazu sei die allgemeine Baukostensteigerung in den vergangenen zwei Jahren gekommen – und auch eine zehnprozentige Risikoreserve habe man in der Kostenschätzung nicht eingerechnet. Angesichts der doch drastischen Kostensteigerung sieht der Verhandlungserfolg der Gemeinde eher bescheiden aus. 

Denn 2016 sollte der Investitionskostenzuschuss noch 70 Prozent betragen, den habe man auf 66 Prozent und nicht höher wie 1,4124 Millionen Euro herunterverhandeln können, so Heinrich Stadlbauer. 

Monika Herrmann sprach von einem Blindflug der Gemeinde

Dennoch schmeckte so manchem Gemeinderat die Sache nicht, dass man vor vollendete Tatsachen gestellt werden soll. Seitens der Gemeinde sei man nicht in die Planungen eingebunden gewesen, so Robert Kern. Monika Herrmann fühlte sich eher „nicht gut informiert“ und sprach von einem „Blindflug“, auf dem sich die Gemeinde befinde.

Der Bürgermeister sagte zu, dass bei den konkreten Planungen der Gemeinderat eingebunden werde. Vehement wehrte sich Stadlbauer gegen eine Vertagung der Agenda, weil das zur Folge habe, dass man die Kinderkrippe nicht rechtzeitig fertigstellen könne.

Sanierung des Kindergartens steht ebenfalls an

„Und wir brauchen die Plätze dringend“. Auch deswegen, weil die Grundsanierung des bestehenden katholischen Kindergarten St. Christopherus ansteht. Es muss also die Kinderkrippe 2021 fertiggestellt sein, damit sie als Ausweichkindergarten dienen kann. Das war aber im Gemeinderat ein weiterer Diskussionspunkt. Einigen Gemeinderäten erschien die veranschlagte Summe von 2,4 Millionen Euro für die Generalsanierung zu hoch. In dem Fall wird man aber, wie bei der Krippe, ebenfalls einen Investitionszuschuss von zwei Drittel an die Kirche leisten.

Die Sanierungsplanung wurde gegen fünf Stimmen aus dem Gemeinderat beschlossen und in die weitere Behandlung geschickt. Von Heinz Mettig

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