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Im toten Winkel zu stehen, kann lebensgefährlich sein. Bei einem Versuch stellten sich die Kinder hinter eine landwirtschaftliche Maschine, ohne dass der Fahrer sie sehen konnte.

BBV-Aktionstag

Kindersicherheitstag in Weng begeistert Nachwuchs

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Da war die Melone Matsch. Ein herabfallender Strohballen hat ihr den Garaus gemacht. Es war der große Abschluss-Aha-Effekt beim Kindersicherheitstag in Weng.

Weng40 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren waren gekommen, um an sechs verschiedenen Stationen zu erfahren, wo überall auf einem Bauernhof und in der Landwirtschaft Gefahren lauern und wie man im Notfall helfen kann. Und in einem waren sich die Veranstalter und „Ratgeber“ einig: Die Kids waren enorm interessiert und meistens schon ziemlich fit.

„Mei Papa hat einen Gasgrill“, sagte ein Knirps, der gerade die Station „Gefährliche Gase und Stäube und brennbare Flüssigkeiten“ absolvierte. Peter, so hieß der Meister der Flüssigkeiten und Gase, hatte gerade gezeigt, welche Stoffe brennen können, hatte sogar als Zauberer den Feuerspeier gegeben, um die Schar der kleinen Zuhörer zu warnen vor dem, „was ganz schlimm ist“. Gebannt lauschte die Gruppe seinen Ausführungen, war eifrig bei der Sache, lernte viel über Kraftstoffe und Reinigungsmittel.

Derweil waren die anderen Kinder in Sechsergruppen an den anderen fünf Stationen zu Gange. Von Wolfi lernten sie beispielsweise, wie man Waldarbeit „gscheid“ macht, was der Borkenkäfer so anrichtet und welche Pflanzen und Beeren man lieber nicht essen sollte. Tiere im Wald? Da kannte sich der Nachwuchs aus, die Hände schnellten nur so in die Höhe. „A Wuidsau“, wusste einer, was Wolfi mit dem Spruch „Davon gibt’s viel zu viel“ kommentierte. Ein anderer kannte den Specht, „der Löcher in den Baum neihaut“.

Auf die Trage, fertig, los: Die Kinder erfuhren, wie es sich anfühlt, vom Rettungsdienst gefahren zu werden.

Das Bayerische Rote Kreuz war mit einem Rettungswagen angerückt, zeigte, wie man Erste Hilfe leistet. Und ein Mädchen durfte sich sogar auf einer Rettungstrage festschnallen und in den Sanka verfrachten lassen – große Augen beim Anheben und ein breites Grinsen beim Anschnallen inklusive.

In den Augen von Kreisbäuerin Elisabeth Mayerhofer und Christian Satzl, dem Sicherheitsberater der Berufsgenossenschaft, war der Tag ein voller Erfolg. Nicht nur, weil die Kinder so vor noch immer relativ häufig vorkommenden Unfällen in der Landwirtschaft geschützt werden, sondern weil die jungen Teilnehmer auch mit Feuereifer bei der Sache waren.

Eierlauf und andere Spiele gab es auch – vor allem an der Station „Fitte Kids – Bewegung macht Spaß“ von der Landwirtschaftlichen Krankenkasse. Dass da die Kinder als Hobbys Inlineskaten und Schützenverein nannten, war schon toll. Dass bei zwei der jungen Teilnehmer „Bulldog fahren“ beziehungsweise „Beim Opa aufm Traktor mitfahren“ genannt wurde, ließ das Herz eines jeden Bauern höher schlagen.

Um Sicherheit ging es auch bei der Station „Straßenverkehr“, den die Polizei bediente. Ganz besonders beeindruckend für die Kleinen war es, zu sehen, wo es rund um einen Traktor mit Anhänger tote Winkel gibt, in denen man vom Fahrer einfach nicht gesehen werden kann. Hinter dem Anhänger konnten sich beispielsweise 30 Kinder eng zusammengedrängt aufstellen, ohne dass sie vom Bulldogfahrer registriert werden können. Und direkt vor der Motorhaube eines Traktors wird man als Knirps auch nicht erkannt. Ein Junge zog daraus sofort seine Konsequenzen: „Wir dahoam haben einen noch größeren Traktor. Einen John Deere. Da sieht man noch weniger.“

Rettungsspreizer und -schere sowie Schläuche und vieles mehr zeigte die Feuerwehr Weng dem Nachwuchs.

Und dann war da noch die Feuerwehr Weng mit ihrem voll ausgestatteten Löschfahrzeug: Einen Rettungsspreizer und eine Schere durfte man mal mit anfassen, auch an die Schläuche gehen und das Kommando „Wasser marsch!“ geben, dazu noch einen Blick ins Innenleben des Feuerwehrautos werfen und so erfahren, dass da 3500 Liter Wasser pro Minute durchgepumpt werden können. Und eines der Kinder hatte ganz scharfe Augen: „Ihr habt’s ja sogar a Mistgabel dabei.“ Um brennendes Material auseinanderziehen zu können, wurde es aufgeklärt.

Ganz wichtig und heiß begehrt: Nach jeder halben Stunde, wenn per Trillerpfeife ein Stationswechsel angesagt wurde, sich auf seiner Karte per Stempel bestätigen lassen, dass man die Station absolviert hatte. Denn am Ende gab es für alle Kinder eine Urkunde. Nein, stopp: Ganz am Ende gab es noch Wiener Würstl und Brezn, die Landtagsabgeordneter Benno Zierer gestiftet hatte, der auch zur Urkundenübergabe nach Weng gekommen war. Und eines war sicher nach dem Sicherheitstraining: Für den Rest der Osterferien und auch in der Schule haben die Kindern viel zu erzählen.

Nachwuchsförderung wird auch bei der Feuerwehr Moosburg groß geschrieben - und das seit 25 Jahren. Zum Tag der offenen Tür laden die Floriansjünger am Sonntag, 28. April, von 12.30 bis 17 Uhr ein.

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