Diskussionen um Luftfilter: Auch in Fahrenzhausen musste man eine Entscheidung treffen.
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Diskussionen um Luftfilter: Auch in Fahrenzhausen musste man eine Entscheidung treffen.

Bürgermeister Heinrich Stadlbauer kann sich mit Vorschlag eines Testgeräts nicht durchsetzen

Luftfilter für Fahrenzhausens Kinder

  • VonNico Bauer
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Schulen und Kitas in Fahrenzhausen werden mit Luftfiltergeräten ausgestattet. Der Gemeinderat hat den Bürgermeister überstimmt. Der wollte erst mal testen.

Fahrenzhausen - Die Gemeinde Fahrenzhausen nimmt nach langer Debatte nun doch viel Geld in die Hand, um Luftreinigungsgeräte für die Schule und Kindertagesstätten anzuschaffen. Der Nutzen ist strittig, aber der Gemeinderat will mit der Investition alles dafür tun, damit im Herbst auch bei steigenden Corona-Inzidenzen die Einrichtungen geöffnet bleiben können.
Derzeit diskutieren alle Gemeinderäte über Luftreinigungsgeräte und deren Sinnhaftigkeit. Schließlich gibt es von der bayerischen Staatsregierung neben 50 Prozent Zuschuss keine Zusagen für Erleichterungen im Schulbetrieb. Wie bei so vielen Dingen in der Pandemie sind auch hier Prognosen unmöglich.

Fahrenzhausens Bürgermeister Heinrich Stadlbauer war bereits bei einer Geräte-Vorführung und ging nicht so ganz überzeugt. Er sah ein effektives Gerät, dass mit einer Lautstärke von 42 Dezibel (db) über der eigentlichen Lärmobergrenze von 40 db liegt. „Es gibt da keine Paradelösung“, bilanzierte Stadlbauer. Gute Geräte seien laut und leise Lösungen bringen wenig.

Klar ist zudem, dass Technik an kälteren Tagen das regelmäßige Stoßlüften auch nicht ersetzen kann. Dazu kommen im Maximalfall ziemlich happige Kosten für die Gemeinde Fahrenzhausen. Schule, Hort, Mittagsbetreuung und die Kindertagesstätten kommen zusammen auf 36 potenzielle Räume, was beim Kauf von Geräten 126 000 Euro ausmachen würde mit einem gemeindlichen Anteil von 63 000 Euro. Da die Kommunen die Geräte für den Zuschuss mindestens drei Jahre nutzen müssen, käme eine jährliche Wartung mit Filteraustausch in Höhe von rund 18 000 Euro dazu. Das würde 116 000 Euro Kosten für die Gemeinde Fahrenzhausen ausmachen.

Der Bürgermeister wollte erst einmal ein Testgerät kaufen und dann, nach ersten Erfahrungswerten, im Herbst weitere Bestellungen aufgeben, wenn sich der Testlauf bewähre. Diesen vorsichtigen Weg wollte der Gemeinderat nicht mitgehen. Monika Hermann befürchtete bei der späten Bestellung erst im Herbst lange Lieferzeiten: „Wir müssen sofort bestellen, am besten gleich morgen.“ Auch Astrid Wildgruber-Bolesczuk mahnte, dass man möglicherweise Luftfiltergeräte benötige für die komplette Schulöffnung. Deshalb wurde umgeplant. Die Gemeindeverwaltung ermittelt nun die Anzahl der Räume in der Kategorie 2 mit begrenzten Lüftungsmöglichkeiten.

Hier werden dann auch direkt Luftfiltergeräte bestellt. Und sollte es nur „ein Placebo zur Beruhigung der Nerven“, wie Annemarie Guttner es formulierte, sein, so geht die Gemeinde finanziell in Vorleistung, um alles für den Präsenzunterricht in der Grundschule und den Betrieb der Betreuungseinrichtungen zu tun.

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