Neubaugebiet
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Ein Vorbescheidsantrag für ein Einfamilienhaus in Kammerberg wurde jetzt vom Fahrenzhausener Bauausschuss abgelehnt. (Symbolbild)

Verbalangriff im Gemeinderat

Pläne für Einfamilienhaus abgelehnt: Bauwerber schimpft in Sitzung über Bürgermeister Stadlbauer

  • vonNico Bauer
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Einen Antrag auf Vorbescheid hatte jetzt ein Bauwerber aus Kammerberg eingereicht. Doch Fahrenzhausens Gemeinderäte sind dagegen - was den Antragsteller erzürnte.

Kammerberg – Ein einheimischer Grundstücksbesitzer wollte in Kammerberg hinter der Westendstraße ein Einfamilienhaus bauen, aber dem schob der Bauausschuss einen Riegel vor. Fahrenzhausens Bürgermeister Heinrich Stadlbauer und die Mehrheit des Gremiums sahen keine rechtlichen Möglichkeiten, um dem Ansinnen des Bürgers entsprechen zu können. Der Antrag auf Vorbescheid wurde abgelehnt.

Stadlbauer führte dazu eine Reihe von Gründen auf, die gegen eine Zustimmung sprechen: Das 640 Quadratmeter große Grundstück liege im Außenbereich, habe keine Privilegierung und es bestehe die Gefahr, eine Splittersiedlung zu etablieren. Stadlbauer befürchtete, dass im Falle einer Genehmigung weitere Bauanträge folgen würden, die dann kaum noch abgelehnt werden könnten.

„Baurecht spricht einfach dagegen“

Josef Widhopf widersprach dem Bürgermeister ein Stück weit und sagte, dass seiner Meinung nach kein Risiko bestehe, eine Splittersiedlung zu fördern. Robert Kern wollte das so nicht stehen lassen: „Eine Meinung darf man natürlich haben, aber das Baurecht spricht einfach dagegen.“ Heinrich Stadlbauer machte ebenfalls deutlich, dass der Bauausschuss dem Bauherren auch keinen Gefallen tue, wenn man mit netten Worten zustimme und dann das Landratsamt die Entscheidung als höhergestellte Behörde einkassiere und ändere.

Emotional wurde es, als der Ausschuss dem Antragsteller das Wort erteilte. Dieser forderte, die Bau-Lösung über einen Bebauungsplan und griff Heinrich Stadlbauer an, dass unter ihm als Bürgermeister Baugenehmigungen zum Problem geworden seien. Der Ortschef wies die Vorwürfe von sich und betonte, dass sich die Gemeinde an geltende Gesetze und Vorgaben halten müsse. Robert Kern verteidigte dann auch den Bürgermeister und ärgerte sich über einen nicht fairen Vorwurf gegenüber Rathauschef und Gemeinderat: „Wir sind alle Ortsteile in den vergangenen Wochen abgefahren und versuchen, alle gleich zu behandeln.“

Gegen die Stimme von Josef Widhopf wurde die Vorbescheid-Anfrage mit 7:1 Stimmen abgelehnt. Für das weitere Vorgehen wurde nichts beschlossen. Für den Start einer Bauleitplanung würde die Gemeinde wohl eine Vereinbarung über Eigenbedarfssicherung erwarten, damit in einem kleinen Baugebiet auch bezahlbares Bauland für Einheimische geschaffen werden kann.

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