In der Bayerischen Bauordnung wurde das Abstandsflächenrecht geändert. Gemeinden wie Lenggries wollen eine zu dichte Bebauung aber durch eigene Satzungen verhindern.
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In der Bayerischen Bauordnung wurde das Abstandsflächenrecht geändert. Das hat Folgen.

Abstandsflächen

Kaum beschlossen, schon macht sie Probleme: Neue Satzung macht Fahrenzhausen zu schaffen

  • vonNico Bauer
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In Fahrenzhausen reagierte die Gemeinde mit einer Satzung, um die geringeren Abstandsflächen in der bayerischen Bauordnung fürs Erste zu verhindern. Doch jetzt gibt‘s Probleme.

Fahrenzhausen - Es war die erste Bauausschusssitzung nach dem Erlass der Satzung. Und schon hatte man es mit einem richtig kniffligen Fall zu tun. Bürgermeister Heinricht STadlbauer kündigte sogleich an, dass schon in naher Zukunft eine Satzungsänderung nötig sein wird. Aktuell hat man versucht, erst einmal Zeit zu gewinnen.

Das Problem mit der wenige Wochen alten Satzung kam durch einen Bauantrag aus Großnöbach auf – eine Familie will hier nachverdichten. Zum einen sollte das Dachgeschoß ausgebaut werden. Zum anderen war ein Erweiterungsbau anstelle eines Gerätehauses beantragt. Bürgermeister Heinrich Stadlbauer erklärte, dass auch mit diesen Nutzungsänderungen die Abstandsregelungen gelten müssen und auch der Abstand zum bestehenden Haus auf dem Gelände eingehalten werden muss. Und das sei nicht möglich. „Wir wissen da auch noch nicht, wie wir genau verfahren sollen“, gab der Bürgermeister zu.

Nun müsse man Erfahrungen sammeln und diese in der modifizierten Satzung verankern. Den aktuellen Fall müsse man wegen der engen Zeitfenster für die Behandlung von Bauanträgen erst einmal ablehnen. „Das ist jetzt kein Beinbruch“, sagte der Bürgermeister in Richtung der Antragsteller und bat damit um etwas Zeit für die Suche nach einem gangbaren Weg. „Eigentlich ist das ein sehr gelungener Entwurf“, sagte Monika Hermann, die dem Bauantrag gerne zugestimmt hätte. Astrid Wildgruber-Bolesczuk forderte den Bürgermeister auf, den Antragstellern ein Zeitfenster zu nennen, wann mit der veränderten Satzung weiterdiskutiert werde: „Ist das im ersten Halbjahr oder erst in fünf Jahren?“ Stadlbauer sagte zu, dass die gemeindliche Satzung in einer der nächsten Sitzungen besprochen werden soll und die Neuordnung im ersten Halbjahr stehen sollte.

Den Gemeinden „ein Ei gelegt“

Das Problem sei die kurzfristige Änderung der Bayerischen Bauordnung: „Der Freistaat hat uns da ein Ei gelegt, und wir mussten schnell reagieren.“ Ebenso problematisch war ein Vorbescheidsantrag für die Errichtung von zwei Mehrfamilienhäusern mit jeweils neun Wohneinheiten an der Hauptstraße in Fahrenzhausen. Dieser Punkt wurde auf die nächste Sitzung vertagt, weil die Gemeindeverwaltung die Abstände noch nicht prüfen konnte. „Wir müssen dazulernen“, sagte Bürgermeister Stadlbauer, „weil wir mit der gemeindlichen Satzung jetzt selbst die Abstände prüfen müssen und es nicht mehr durch das Landratsamt passiert.“ Der Vorbescheidsantrag wurde im Bauausschuss fürs Erste abgelehnt.

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