Kinderbetreuung in Fahrenzhausen war bislang im Vergleich zu anderen Kommunen günstig. Jetzt zieht man nach.
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Kinderbetreuung in Fahrenzhausen war bislang im Vergleich zu anderen Kommunen günstig. Jetzt zieht man nach.

Kinderbetreuung kostet künftig mehr

„Qualität hat ihren Preis“ - Fahrenzhausen erhöht die Kindergartengebühren

  • vonNico Bauer
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Im größeren Stil hat die Gemeinde Fahrenzhausen nun die Gebühren in der Kinderbetreuung erhöht. Eltern werden - trotz Krise - stärker zur Kasse gebeten.

Fahrenzhausen - Es gab freilich Vorberatungen zu den Gebührenerhöhungen in Fahrenzhausen. In Teilbereichen wurden Modifizierungen vorgenommen. Aber Kindertagesstätten, Mittagsbetreuung und Kleinkinderbetreuung werden nun spürbar teurer. In der bisherigen Debatte war der 2. Bürgermeister Andreas Karl immer gegen diesen Schritt. Das bekräftigte er auch noch einmal bei den finalen Beschlüssen: „Das passt nicht in diese Zeit.“ Die Bürger in der Gemeinde und speziell die jungen Familien hätten in der Pandemie so viele Sorgen und Probleme, dass die Erhöhung der Gebühren das falsche Zeichen sei. Man solle die Menschen nicht weiter belasten. Karl deutete an, dass die Gemeinde auch nach Corona den Schritt noch gehen könne.

Rathauschef verteidigt Gebührenerhöhung:

Bürgermeister Heinrich Stadlbauer verteidigte die neuen Gebühren mit dem Argument, dass man sehr hohe Defizite habe und diese etwas reduziert werden sollten. Stadlbauer blickte dabei auch in die Umgebung: „Meine Bürgermeisterkollegen bestätigen mir immer wieder, dass wir weit und breit die günstigsten Gebühren haben.“ Zu den Erhöhungen ergänzte er, dass sozial schwache Familien mit Betreuungsbedarf auch Unterstützung bekommen würden.

Der Bürgermeister sieht die Steigerung als gerechtfertigt an, weil die Gemeinde den Familien im Ort eine hochkarätige Betreuung anbiete. Diese Qualität habe auch ihren Preis. Thorsten Harms sagte mit Blick auf die neuen Gebühren der Kitas auch, „dass 15 Prozent Erhöhung zu viel ist“. Er regte an, dass es erträglicher wäre für die Familien aus dem Ort, wenn man jährlich in geringen Sprüngen nach oben gehe. Vielleicht dachte er dabei an die Nachbargemeinde Haimhausen, wo kürzlich die jährliche Gebührenanpassung beschlossen wurde. Letztlich wurden die neuen Gebühren der Kindertagesstätten mit 15:3 Stimmen beschlossen. Bei der Gebührensatzung der Mittagsbetreuung hat man mit der Neuordnung den Verwaltungsaufwand verringert. Bislang gab es elf verschiedene Stufen, aus denen nun acht wurden.

Bürgermeister Heinrich Stadlbauer sagte, dass man auch hier einen guten Kompromiss gefunden habe. Neu für die Eltern ist hier die Buchungsmöglichkeit für vier bis fünf Stunden in der Woche. Diese Satzung wurde bei einer Gegenstimme beschlossen. Eine Erhöhung gibt es auch für die Kleinkindbetreuung. Hier werden die Kosten von 66 auf 101 Euro angehoben.

Zweite Betreuungskraft für die Zwergerlgruppe Fahrenzhausen beschlossen

Für die Zwergerlgruppe im Ortsteil Weng wird die Gemeinde nun eine zweite Betreuungskraft einstellen. Den Gemeinderäten wird für dieses freiwillige Angebot empfohlen, bei dem Bedarf von einer weiteren Einstellung noch einmal um 25 Euro mit der monatlichen Gebühr nach oben zu gehen.

Alle neuen Gebühren treten nach der mehrheitlichen Zustimmung des Gemeinderates zum 1. September 2021 – sprich zum nächsten Kindergartenjahr – in Kraft.

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