Die Initiatoren des Bürgerbegehrens: (v. l.) Christian Pallauf, Michael Müller und Alexander Reich

Bürgerinitiative gibt nicht auf

Neues Rathaus in Fahrenzhausen: Bürgerentscheid wird immer wahrscheinlicher

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Während Fahrenzhausens Bürgermeister an den Rathaus-Plänen auf dem Kirchengrund festhält, kämpft die Bürgerinitiative für ihren Wunsch-Standort. Ein Bürgerentscheid wird immer wahrscheinlicher.

Fahrenzhausen – Vor mehreren hundert Besuchern hatte der Fahrenzhausener Bürgermeister Heinrich Stadlbauer kürzlich für den Bau des Rathauses in der geplanten Form auf dem Grundstück der Kirche geworben (wir berichteten). Vor allem hoffte er dabei auf ein Umdenken der Bürgerinitiative, die er jedoch nicht überzeugen konnte. Nun steuert die Gemeinde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Bürgerentscheid zu. Diese Woche trafen sich Michael Müller, Alexander Reich und Christian Pallauf, die führenden Personen der Bürgerinitiative – und das zentrale Ergebnis der Besprechung war klar.

Die Informationsveranstaltung der Gemeinde brachte keine neuen Ergebnisse und die Unterschriftensammlung geht nun mit Vollgas auf die Zielgerade. Michael Müller berichtet, dass man auf den eingesammelten Listen schon 350 Unterschriften habe. Bis Ende Oktober sollen die rechtlich benötigten 380 Befürworter des Bürgerbegehrens beisammen sein, um den Antrag auf einen Bürgerentscheid stellen zu können. „Unser Ziel sind deutlich mehr als 400 Unterschriften“, sagt Müller. „Dann sind wir bei der Überprüfung auf der sicheren Seite.“ Der Sprecher der Bürgerinitiative stellt nach den jüngsten Äußerungen des Rathauschefs fest, dass keinerlei Umdenken eingesetzt habe.

Geplanter Standort: Auf dem Parkplatz auf dem Kirchengrund soll eigentlich das neue Rathaus entstehen.

Müller sagt auch, dass er und seine Leute grundsätzlich gesprächsbereit seien. Aber dafür braucht es neue Argumente. „Wir favorisieren weiter einen Bau des Rathauses auf dem Gemeindegrundstück“, betont Müller. Einige Argumente von Bürgermeister Stadlbauer könne er nicht nachvollziehen. „Die Architekten haben seinerzeit beide Grundstücke befürwortet, und das Problem mit dem Grundwasser beim Bau der Tiefgarage ist bei beiden Grundstücken gleich.“ Der Sprecher der Bürgerinitiative hat selbst in der Nachbarschaft gebaut. „Ein Meter Höhenunterschied macht den Bock nicht fett“, sagt Müller.

Sein Mitstreiter Alexander Reich versteht nicht, warum die Kirche den unbebauten Teil ihres Grundes nicht für den anstehenden Neubau des Kindergartens nehme. So könne die alte Einrichtung bis zur Einweihung des neuen Hauses weiter genutzt werden. „Das wäre ideal“, sagt Reich. Für ihn ist die Errichtung des Rathauses auf einem gemeindeeigenen Grundstück alternativlos.

Alternativer Standort: Auf diesem Gemeindegrundstück will die Bürgerinitiative das neue Fahrenzhausener Rathaus bauen

Die Bürgerinitiative begründet auch, warum sie das Bürgerbegehren erst nach dem abgeschlossenen Architektenwettbewerb gestartet hat: Die Vertreter machen deutlich, dass einem Großteil der Bevölkerung nicht bewusst gewesen sei, dass es im Zentrum von Fahrenzhausen auch ein geeignetes gemeindeeigenes Grundstück gebe. Die Mitglieder der Initiative betonen, dass man sich nicht gegen die Kirche richte. Laut einer Stellungnahme „ist der Grundstückseigentümer nebensächlich“. Vielmehr gehe es um einen Pachtzins in unbekannter Höhe, der auch im Gemeindehaushalt unter sonstigen Ausgaben verschleiert werden könnte.

Diese Einsparungen und die zusätzlich durch einen Kindergartenneubau auf der freien Fläche nicht ausgegebenen Gelder kämen der Bevölkerung zugute. Auch mit einer neuen Planung spare die Gemeinde damit auf lange Zeit gesehen Geld ein. Die Bürgerinitiative ist überzeugt, dass man so die beste Lösung für Fahrenzhausen finde und hofft, dass auf dem Kirchengrund im Fall einer Nichtbebauung eine zentrale Grünfläche im Ort entstehe.

Zwei Möglichkeiten: Die blaue Linie zeigt den von der Gemeinde geplanten Rathaus-Standort. Die rote Linie umrahmt das Areal, auf dem die Bürgerinitiative bauen will.

Laut mehrfachen Äußerungen von Bürgermeister Stadlbauer hatte die Kirche angekündigt, dass man das Grundstück nur für den Bau eines Rathauses verpachten würde. Andere Optionen – wie eine betreute Wohnanlage – würde der Grundstücksbesitzer ablehnen.

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