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Ein Ärgernis für die Anwohner: Geradeaus gehts gar nicht, weil hier die Brückensanierung in vollem Gang ist, aber nach links – trotz des Schildes „Verboten für Fahrzeuge aller Art“ – schleichen sich Einheimische wie Auswärtige, um im weiteren Verlauf des staubigen Wegs ein paar Minuten und Kilometer alternativ zur ausgeschilderten Umleitung zu sparen.

Anwohner verärgert über rücksichtslose Autofahrer

Schleichweg wirbelt viel Staub auf

In Fahrenzhausen staubt’s. Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Grund ist die Sanierung der B 13, die damit verbundene Vollsperrung und die eingerichteten Umleitungen. Denn die werden nicht von den Autofahrern benutzt.

Fahrenzhausen – Dass die B 13 bei Fahrenzhausen, zwischen den beiden Amperbrücken, saniert werden muss und deshalb gesperrt ist, ist ärgerlich, aber notwendig. Noch schlimmer aber ist es, dass sich die Autofahrer nicht an die vorgegebenen Umleitungsstrecken halten. 

Die Anwohner sind stinksauer

Statt dessen bevorzugen einige einen Schleichweg mit einer einspurigen Betonbrücke, um im weiteren Verlauf des staubigen Wegs ein paar Minuten und Kilometer zu sparen – obwohl die Strecke nur für „Anlieger frei“ ist. Die Anwohner sind deshalb stinksauer. Bürgermeister Heinrich Stadlbauer sah sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats unter dem Punkt „Verschiedenes“ in dieser aufgeheizten Stimmung in einer schier ausweglosen Situation.

Bürgermeister schlägt Komplettsperrung vor - Gemeinderäte können sich nicht durchringen

Anwohner Otto Fischler wusste, dass dieser Schleichweg auch von Auto- und Lkw-Fahrern aus Ingolstadt und darüber hinaus benutzt werde. Und für die Einheimischen sei das Schlupfloch eine deutliche Kilometer- und Zeiteinsparung, um nach Großnöbach zum Einkaufen – und zurück – zu fahren. 

Angesichts der aufgeladenen Stimmung fragte der Bürgermeister sein Gremium: „Seids ihr dafür, dass mia den Weg und de Brück’n komplett sperren?“ Betretenes Schweigen im Rechteck der zum Sitzungssaal umfunktionierten Wirtsstube des Alten Wirts. Stadlbauer: „Dann bin i raus aus der Nummer.“ Doch keiner konnte sich letztlich zu dieser Lösung durchringen.

Anwohner klagen: „Keine Lebensqualität mehr“

Stattdessen gab es immer wieder den Versuch von einzelnen Räten, es Anliegern und „Schleichern“ gleichermaßen recht zu machen. Das ging hin bis zum Vorschlag einer provisorischen Teerung von Teilen des Wegs. Das Ende vom Lied waren schließlich frustrierte Anlieger (Fischler: „Keine Lebensqualität“ und „gib uns des Recht, dann fahrt do koana mehr durch“), obwohl im Gemeinderat die Autofahrer als „rücksichtslos“ bezeichnet und „bodenloser Frechheit“ bezichtigt worden waren.

Nebenbei bekam auch die Polizei ihr Fett ab – gleichwohl konstatierte man, dass der dortige Personalmangel für die mangelnden Kontrollen sozusagen als Erklärung anerkannt wurde.

In Fahrenzhausen staubt‘s weiter

Die Quadratur des Kreises ist dem Gemeinderat von Fahrenzhausen nach dieser denkwürdigen Diskussion jedenfalls nicht gelungen. Und so staubt’s in Fahrenzhausen weiter. Von Heinz Mettig

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