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Tausende Euro gespendet: Rentner richtet sich Werkstatt ein - und verkauft Holzarbeiten für gute Zwecke

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Von: Nico Bauer

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Holzkünstler Rudi Hagn präsentiert Arbeiten in seiner Werkstatt
Kreativer Kopf: In seiner Werkstatt baut Rudi Hagn unter anderem Brettl, Laternen, aber auch Ungewöhnliches wie eine Schnapsbar in einem Nistkasten. © Bauer

Rudi Hagn ist ein besonderer Künstler. Der Rentner aus Großnöbach baut wunderschöne Dinge aus Holz – und generiert damit seit Jahren Spendengelder.

Großnöbach – In seinem Berufsleben hatte Rudi Hagn aus Großnöbach (Gemeinde Fahrenzhausen) die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Autofahrer sicher ihr Ziel erreichen. Nun, im Ruhestand, hat sich der einstige Kfz-Meister eine neue Aufgabe gesucht – mit einer heimischen Kreativwerkstatt. Er macht Menschen mit Holzprodukten Freude und nimmt dafür Spenden, die gesammelt einmal im Jahr einem karitativen Zweck zugutekommen. Zuletzt erhielt der Hospizverein Freising 1065 Euro von den Spendenerlösen des vergangenen Jahres.

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Rudi Hagn ist eine treue Seele, deshalb war der Kfz-Meister auch 45 Jahre beim Autohaus Kern an der Leopoldstraße in München tätig. Als dann der Ruhestand näherrückte, wechselte der heute 76 Jahre junge Großnöbacher in die Werkstatt in der eigenen Garage. Hier richtete er sich gemütlich ein, schaffte Werkzeuge an und baute sich selbst Schränke und Regale für sein kleines Heimwerkerparadies. „Das hier ist mein Wohnzimmer“, sagt Hagn in seiner Heimwerkstatt, in der er sich täglich von 9 bis 12 sowie von 14.30 bis 17.30 Uhr aufhält. Ruhetage gibt es nicht, „denn ich habe eigentlich immer Spaß an der Arbeit“.

Die Ideen kommen manchmal nachts

Der Rentner im Unruhestand freut sich über verschiedene Aufträge und hat mittlerweile ein Standardrepertoire von elf Artikeln, die von einem Herz aus Holz bis zu Nistkästen und Vogelhäuschen in den verschiedensten Variationen reichen. Dazu kommen dann manchmal auch kuriose Dinge wie die versteckte Schnapsbar in einer Nistkastenattrappe oder ein Holzbrett mit Salz- und Pfefferstreuer. „Solche Ideen kommen mir manchmal nachts, wenn ich nicht schlafen kann“, sagt Hagn. „Morgens erinnere ich mich noch an die Idee und setze das gleich um.“ Er präsentiert auch eine Holzlokomotive mit Wagen, die so liebevoll gestaltet und schön ist, dass man eigentlich gar nicht damit spielen möchte.

Holz-Miniaturlokomotive
Liebevolle Handarbeit: Auch Lokomotiven zählen zu Hagns Repertoire.  © Bauer

Rudi Hagn liebt es, Menschen mit seinen handwerkskünstlerischen Talenten Freude zu bereiten. In der Gemeinde Fahrenzhausen stehen schon unzählige Vogelhäuser von ihm in den Gärten. Manchmal sind die Wünsche speziell, aber für ihn nie unerfüllbar. Hagn erinnert sich daran, dass eine Firma aus der Gemeinde einmal ein Kauz-Nisthaus bestellt hat. Da wurde dann alles etwas größer gebaut als bei einem Rückzugsort für brütende Meisen.

Er zahlt bei jedem „Auftrag“ gerne drauf

Für den Großnöbacher ist die Bastelmission seit 17 Jahren eine große Freude, und bei jedem „Auftrag“ zahlt er gerne drauf. Die Holzprodukte aus der Römerstraße in Großnöbach werden nur gegen Spenden abgegeben, und dieses Geld geht zu 100 Prozent in die Sammelkasse. Für Material, Werkzeug und Strom nimmt Hagn keinen Cent. Er ist sehr stolz, schon öfter die Maiandacht Großnöbach unterstützt zu haben und 2021 mit 1065 Euro den Hospizverein Freising. Das ist das Ergebnis von etwa 50 Bestellungen im Jahr.

Feldkreuz
Meisterstück: Besonders stolz ist Rudi Hagn auf das Marterl zwischen Fahrenzhausen und Weng, das er nach dem Vorbild des alten Wegkreuzes neu errichtet hat. © Bauer

Der Klassiker ist das Vogelhaus: Hagns Originale stehen nämlich nicht nur in Fahrenzhausen, sondern schon weit verstreut in Gärten vom Bayerischen Wald und sogar in Holland, berichtet der Holzkünstler. Aber in der Heimat sind seine Erzeugnisse natürlich besonders präsent. Rund um den Ortsteil Großnöbach stehen unter anderem auch drei von Hagn gebaute Sitzbänke, und an der Straße von Fahrenzhausen nach Weng befindet sich „sein“ Feldkreuz. „Darauf bin ich wirklich stolz“, sagt Hagn, der rund ein halbes Jahr an dem Kreuz gearbeitet hat. Der Maler Christian Scheller erneuerte die zwei Figuren und Hagn errichtete nach dem Vorbild des alten, nicht mehr ansehnlichen Kreuzs den Nachbau. Nicht wenige sagen, dass dies das schönste Marterl in der Gemeinde sei. Ein echter Hagn eben...

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