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Der Steinpark in Freising.

“Fühlen uns verarscht da oben“

Alkohol-Orgien, Raser, Vandalen - Freisinger berichten von Katastrophen-Viertel

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Die Anwohner des Freisinger Steinparks haben bei einer Bürgerversammlung ein erschreckendes Bild gezeichnet vom Zustand des Viertels - die Details sind unfassbar. 

Freising Einige Anwohner ärgern sich maßlos über die zunehmende „Verwahrlosung“ des Areals, über Raser und Parker. Zentrale Aussage der unzufriedenen Bürger: „Wir sind der Brennpunkt zwischen zwei Aso-Camps – eines oben, eines unten und wir mittendrin.“ Oder wie es ein anderer Bewohner des Steinparks ausdrückte: „Das ist Scheiße da oben.“ Begonnen hatte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher die Bürgerversammlung im Heurigen vor rund 50 Zuhörern mit den Ausführungen zum Haushalt, mit Statistiken und mit der Vorstellung der wichtigsten Projekte im Stadtgebiet. 

Als der OB da zu den geplanten Schulen im Steinpark kam, war es vorbei mit der Ruhe im Saal. Die ersten Beschwerdeführer schilderten, dass die Straßen im Steinpark zum „Großparkplatz“ für Lkw und Sattelschlepper geworden seien. Mails an das Ordnungsamt seien entweder lange unbeantwortet geblieben oder lapidar mit dem Hinweis auf einen Paragraphen der Straßenverkehrsordnung abgewiegelt worden. Ein anderer Anwohner klagte über die Raser in und rund um den Steinpark: Obwohl die meisten Straßen auf 30 km/h beschränkt seien, gehe es dort zu „wie auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Maranello“. Offenbar würden viele glauben, 30 km/h gelte „pro Reifen“.

Einige Beschwerden über die Umstände im Steinpark nahm OB Tobias Eschenbacher (r.) entgegen – von Eskapaden unter Alkoholeinfluss bis hin zu notorischen Rasern.

Besonders verärgert sind die Bewohner, weil im Areal – vor allem auf dem Imma-Mack-Platz – „bis spät in die Nacht gesoffen“ werde. Und das bedeute nicht nur Lärm, sondern auch, dass in die Carports uriniert werde und die Garagentore des Öfteren beschmiert würden. „Wir fühlen uns verarscht da oben“, schimpfte ein Eigentümer, der jetzt im Nachhinein sein Geld lieber woanders angelegt hätte. OB Eschenbacher nahm die Beschwerden zur Kenntnis und versprach, sich der Themen anzunehmen.

Eines anderen Themas haben sich der OB und der Stadtrat schon angenommen: der Zukunft der Neustifter Kultkneipe Abseits. Die Frage eines Zuhörers, wie es denn da nun weitergehe und wie die persönliche Einstellung des OB dazu sei, beantwortete Eschenbacher so: Das sei ein schwierige Situation. Er habe „kein Problem“ mit einer Lösung, die für die Stadt kein Risiko berge. Dann könnte er sich sogar den Kauf und die Verpachtung vorstellen. Ein Problem sehe er allerdings dann, wenn die Stadt mit Darlehen und Bürgschaften ein finanzielles Risiko eingehen müsse, um das Abseits zu erhalten.

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