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Schleudern ohne Gefahr: Ein Instrukteur hält bei einem Training Kontakt zum Fahrer und gibt Anweisungen.

Freisinger Autoschau 2017

Schleudern nach Anleitung: Das Fahrtraining für Anfänger

Gerade junge Menschen von 18 bis 24 Jahren leben gefährlich im Straßenverkehr. Spezielle Fahrtrainings sollen Fahranfängern im Auto mehr Praxis vermitteln.

Laut Statistischem Bundesamt sind junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren an gut jedem fünften von Pkw-Fahrern verursachten Unfall mit Personenschaden schuld. Autoclubs und Hersteller bieten deshalb seit Jahren spezielle Sicherheitstrainings für Anfänger an. Der Unterschied: Während bei Autoclubs die Teilnehmer mit ihren eigenen Autos fahren, bekommen sie beim Training der Hersteller Fahrzeuge gestellt.

Spezielles Training soll Anfängern mehr Sicherheit geben

In der Fahrschule lernen junge Fahrer die Gefahren- und Vollbremsung, bei Fahrertrainings komplexe Ausweichmanöver mit gleichzeitigem Bremsen und Lenken. Dazu kommen Schleuder- und Driftübungen, bei denen Schüler an die physikalischen Grenzen des Autos herangeführt werden. Das dürfe aber nicht so aufgebaut werden, dass Schüler sich nachher zu sicher fühlen und höhere Risiken eingehen, erklärt Kurt Bartels vom Fahrerlehrerverband Nordrhein. Er hält ein Fahrtraining grundsätzlich für sinnvoll. „Aber erst, wenn die Fahrer etwas Erfahrung gesammelt und alle Jahreszeiten fahrerisch erlebt haben.“ Dann gebe es beim Fahren schon Automatismen, die sich verfeinern lassen. Gesetzlich vorgeschrieben sind Fahrtrainings nicht.

Seit 2010 bietet BMW solche Trainings zu einem vergünstigten Preis zwischen 95 und 295 Euro an. „Wir sehen es als gesellschaftliches Engagement und Teil unserer sozialen Verantwortung, die Fahrsicherheit zu verbessern und junge Erwachsenen zu schulen“, sagt Robert Eichlinger, Leiter BMW und Mini Driving Experience. Dazu gehören etwa Brems- und Ausweichübungen, ergänzt um dynamische Kurvenfahrten. Bewusst herbeigeführtes Unter- oder Übersteuern bereitet auf das Kurvenfahren in Notsituationen vor. In weiteren Übungen zu Not- und Zielbremsung und dynamischen Spurwechseln lernen die Fahrer, brenzlige Situationen zu entschärfen.

Opel bietet seit 2013 Trainings an, die zwischen 75 und 175 Euro kosten und nach Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) durchgeführt werden. Das Training kann von den Berufsgenossenschaften bezuschusst werden. Es bildet das klassische Fahrsicherheitstraining ab. Mercedes veranstaltet seit über 20 Jahren Fahranfänger-Kurse. Die halbtägige Kurse kosten 135 Euro. „In den Programmen für Fahranfänger zielen wir stärker als bei den Fortgeschrittenen darauf ab, sie für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren“, sagt Wolfgang Müller, Chef-Instruktor der Mercedes-Benz Driving Events. Stationen, in denen die Fahrzeuge ins Schleudern kommen, zeigen, welche Energie dabei entsteht und was das für ein Gefühl sei. Die meisten Teilnehmer empfänden zunächst Scheu, die Bremse richtig zu betätigen.

Der ADAC führt seit 1999 spezielle Trainings für junge Fahrer durch. Rund 130 Euro kostet das eintägige Training mit dem eigenen Auto. In gefahrloser Umgebung lässt sich lernen, wo die Grenzen des Fahrzeugs und der eigenen Fähigkeiten liegen. „Verantwortung im Straßenverkehr muss gelernt und geübt sein. Die Fahrer sollten ihre Fähigkeiten und Reaktionsweisen realistisch selbst beurteilen können“, sagt Josephine Weibrecht vom ADAC Fahrsicherheitstraining. Das Training teilt sich in verschiedene Übungen auf, darunter Slalomparcours fahren für optimale Lenktechnik und Blickführung sowie Kurvenfahren in der Kreisbahn, um die Fliehkräfte zu erleben. Richtiges Bremsen in Kurven sowie die Auswirkung von Ablenkungen wie lauter Musik oder redselige Beifahrer sind auch Bestandteil. Dazu kommen Übungen bei plötzlich auftauchenden Hindernissen oder wenn man zu schnell in eine Kurve fährt. „Unfälle geschehen nicht einfach, sie werden verursacht“, sagt Weibrecht.

von Fabian Hoberg

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