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Reinhard Schwaiger zog zusammen mit Karl Niedermaier Bilanz.

Freisinger Bank zieht Bilanz

Für den Strukturwandel bestens gerüstet

Vor großen Herausforderungen sieht sich die Freisinger Bank gestellt. Der Strukturwandel im Bankgeschäft erfordere Entscheidungen, die immer die Gesamtbank im Blickfeld habe, so die Vorstände Karl Niedermaier und Reinhard Schwaiger bei der Regionalkonferenz der Bank in der Luitpoldhalle.

Freising – Jetzt sind sie auch bei der Freisinger Bank angekommen, die Minuszinsen. Im Bankendeutsch heißt das dann „Verwahrentgelt“, den Begriff wolle die Freisinger Bank aber nicht verwenden, merkte der Vorstandsvorsitzende Reinhard Schwaiger an. 0,4 Prozent sind fällig für den, der sein Geld eigentlich arbeiten lassen wollte. In Doppelmoderation präsentierten die beiden Chefs der Freisinger Bank einen Rückblick auf 2016 und kamen dabei von der Weltpolitik über die Bundes- auch bis in die Kommunalpolitik.

Sorgen bereitet den Bankern die Inflationsrate von derzeit 1,7 Prozent, die ihrer Auffassung nach bis auf 3,5 Prozent ansteigen könnte. Deshalb auch Niedermaiers Rat an die potenziellen Häuslebauer, sich jetzt noch langfristige Baukredite zu sichern. Die Freisinger Bank sei trotz der Probleme auf dem Geldsektor gut aufgestellt. Mit der Eigenkapitalquote stehe man sehr gut da, so Niedermaier. Die Summe von 697 Millionen Euro habe man in 2016 an Krediten ausgegeben.

Erhöht hat sich auch die Bilanzsumme, von 843 auf 917 Millionen Euro. Mehr Kunden hat die Freisinger Bank an sich binden können, 40 014 gegenüber 39 834 im Vergleichszeitraum. Und die Bank als genossenschaftliche Einrichtung gehört aktuell 12 713 Mitgliedern.

Freude herrschte bei den Vorständen auch über 7100 Depots, die Werte von 220 Millionen Euro sichern. Und eine Renaissance erleben die Bausparverträge. 623 an der Zahl mit einem Volumen von 40,2 Millionen Euro stehen bei der Freisinger Bank auf der Liste. Der Versicherungsdienst mit über 10 000 Kunden wird übrigens in die Gesamtbank eingegliedert. Damit sollen Synergieeffekte genutzt werden.

Viel Geld muss die Bank aufwenden, um ihren „Automatenpark“ – Geld- und Kontoausdruckautomaten, Münzeinzahler, Handyladestationen – zu unterhalten. 360 000 Euro schlagen hier jährlich zu Buche, sagte Reinhard Schwaiger. Nicht uninteressant: Durch die Anschaffung von neuen Druckern reduziert die Bank den CO2-Ausstoß um 2,15 Tonnen im Jahr. Einen weiteren Beitrag zum Umweltschutz leistet die Elektrotankstelle an der Hauptstelle.

Einen großen Teil der Bankgeschäfte erledigen die Kunden inzwischen online (30 Prozent), aber die persönliche Beratung spielt nach wie vor eine wichtige Rolle, erläuterte Karl Niedermaier.

Den Betrieb am Laufen halten 165 Mitarbeiter der Freisinger Bank, darunter 14 Auszubildende. Obwohl die Geldgeschäfte nicht zu rosig laufen, kann die Bank ihren Mitgliedern wahrscheinlich eine Dividende von 3,5 Prozent ausreichen. Dafür werden die Kontoführungsgebühren erhöht, goss Reinhard Schwaiger etwas Wasser in den Weine. 

Heinz Mettig

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