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Freisinger Landkreisärzte warnen

Keuchhusten wird oft unterschätzt

Die Ärzte in Bayern schlagen Alarm: In einigen Landkreisen grassiert der Keuchhusten. Bisher bleiben die Freisinger jedoch weitgehend verschont. Das jedenfalls bestätigen Ärzte aus Freising – und geben Tipps, wie man sich frühzeitig dagegen schützen kann.

Freising –Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen etwa waren die Arztpraxen in den vergangenen Wochen und Monaten voll. Der Grund: Unverhältnismäßig viele Keuchhustenpateienten mussten behandelt werden. 30 Fälle wurden bereits seit Anfang des Jahres gemeldet, hieß es in einem Bericht des dortigen Gesundheitsamts: Eine solche Zahl habe man sonst im Jahresfortlauf.

„In Freising ist die momentane Lage entspannt“, gibt Alexandra Baur, die stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts Freising, vorsichtige Entwarnung. Nur zwölf Fälle seien bisher aufgetreten, darunter sind zwei Kinder. Auch 2016 hielten sich die Meldungen eher in Grenzen: Das ganze vergangene Jahr über waren lediglich 52 an Keuchhusten Erkrankte gemeldet worden. Zwei Drittel der Betroffenen waren Erwachsene. Den Grund kennt Alexandra Baur: „Keuchhusten wird oft als Kinderkrankheit abgetan. Deshalb lassen sich dann Erwachsene nicht mehr impfen.“

Das Risiko dieser hoch ansteckenden und meldepflichtigen Hustenerkrankung sei vielen einfach nicht bewusst. Dabei sei es wichtig, „dass sich alle Generationen impfen lassen“. Denn bei Analysen habe sich herausgestellt, dass es vor allem die Eltern oder Großeltern sind, die eine Infektion innerhalb der Familie weitergeben. Auch wenn es laut Baur derzeit „keinen Grund zur Panik“ gebe, schaden ein regelmäßiger Blick in den Impfpass und der Gang zum Arzt nicht.

„Ich kläre das ganze Jahr über umfassend auf“, sagt Doris Kaiser, Allgemeinmedizinerin in Freising. Die Medizinerin nehme sich sehr viel Zeit, jeden ihrer Patienten über die Risiken des Keuchhustens und die Vorzüge der Schutzimpfung zu informieren. „Früher war mir das Thema auch nicht so bewusst“, meinte Kaiser. Doch inzwischen rate sie jedem, den Impfschutz regelmäßig zu erneuern: „Denn wenn Keuchhusten erst einmal im persönlichen Umkreis ausbricht, verbreiten sich die Bakterien relativ schnell.“

Mit dieser Strategie habe sie in ihrer Praxis Erfolg: „Zirka 70 Prozent meiner Patienten sind bereits gegen Keuchhusten geimpft“, erklärt Doris Kaiser. Und es gebe noch einen weiteren Vorteil: Weil die Keuchhusten-Impfung nur in Verbindung mit einer Tetanus- oder Diphterie-Injektion möglich ist, wird so auch dieser notwendige Immunschutz aufgefrischt. Der Impfschutz selbst hält dann laut Doris Kaiser im Normalfall wieder fünf bis zehn Jahre an.

Mirjam Esser

Gut zu wissen

 Keuchhusten (Pertussis) ist eine Infektion der oberen Atemwege. Er wird durch Speicheltröpfchen übertragen und löst krampfartige Hustenanfälle aus, die mehrere Monate anhalten.

Die Inkubationszeit beträgt sieben bis 20 Tage. Ansteckend ist man, wenn die ersten Symptome auftreten. Diese äußern sich durch angestrengtes Luftholen oder bellende Hustgeräusche.

Bei Babys unter sechs Monaten ist sofortiges Handeln wichtig: Denn die Erkrankung kann hier lebensbedrohlich sein oder zu Hirnschäden führen.

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