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Perücke schützt nicht vor Polizeikontrolle:

Alkohol und Auto

Freisinger Polizei kündigt an Fasching verstärkte Kontrollen an

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Freising - Am Fasching wird die Nacht zum Tag gemacht – und der Alkohol fließt in Strömen. Daher appelliert die Polizei: Wer selbst viel getankt hat, soll sein Auto stehen lassen, oder wie es der Freisinger Hauptkommissar Michael Ertl im FT-Interview ausdrückt: „Bei Alkohol Hände weg vom Steuer!“

-Herr Ertl, wird an Fasching inzwischen mehr Alkohol getrunken als in früheren Zeiten?

Das müssen Sie die Wirte fragen. Was wir sagen können, ist: Die Anzahl der beschlagnahmten Führerscheine zur Faschingszeit ist ebenso rückläufig wie die Anzahl der Alkoholdelikte – also Fahren unter Alkoholeinfluss, auch ohne dass es zu einem Unfall kommt. Die Autofahrer scheinen hier vorsichtiger und vernünftiger geworden zu sein.

Was man über die Jahre jedoch auch sagen muss, ist, dass die Höhe des Alkoholisierungsgrades Einzelner immer mehr ansteigt. Und leider gibt es nach wie vor notorisch Unbelehrbare, die sich mit der Meinung „Mich erwischen sie schon nicht“ auch für kurze Strecken alkoholisiert ans Steuer setzen.

-Der Faschingsspaß endet dann bei der Polizeikontrolle.

Es kann schon einmal vorkommen, dass man an Fasching in der Feierlaune zu tief ins Glas schaut. Das ist auch kein Problem, solange man darauf verzichtet, noch das Auto heimzusteuern.

-Nicht jeder ist so vernünftig.

Deshalb wird die Polizei während der Faschingszeit auch verstärkt Alkoholkontrollen durchführen. Wer feiert, sollte auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen oder mit dem Taxi nach Hause fahren.

-Ansonsten kann es böse ausgehen.

Leider werden die Folgen vom Fahrer nicht immer bedacht. Unter Umständen hängt die Existenz mit der Fahrerlaubnis zusammen. Denn oft bedeutet der Verlust des Führerscheins auch den Verlust des Arbeitsplatzes. Deshalb gilt: Bei Alkohol Hände weg vom Steuer . . .

-. . . und das Auto lieber erst am nächsten Morgen abholen.

Aber nicht zu früh. Denn auch Restalkohol ist ein Problem. Selbst am nächsten Morgen kann man noch Alkohol im Blut haben.

-Viele, die den Führerschein verlieren, tun sich schwer, ihn wiederzubekommen.

Stimmt. Ab 1,6 Promille werden eine medizinisch-psychologische Untersuchung und ein Abstinenznachweis von der Führerscheinstelle bei einer Neubeantragung verlangt. Das sind Hindernisse, die viele unterschätzen. Erst durch Vorbereitungskurse und die Einsicht über das eigene Verhalten geben die prüfenden Psychologen Grünes Licht. Nicht zu vergessen: Das ganze Prozedere ist mit erheblichen Kosten verbunden.

-Seinen Führerschein kann man aber auch mit weniger als 1,6 Promille verlieren, oder?

Schon 0,3 Promille können ausreichen – insbesondere bei einem Verkehrsunfall. Ab 0,5 Promille bleibt es, wenn man keinen Unfall verursacht, bei einer Geldbuße von mindestens 500 Euro und einem Monat Fahrverbot. Bei 1,1 Promille oder mehr warten eine empfindliche finanzielle Strafe sowie mehrere Monate ohne Führerschein auf den Verkehrssünder. Sie sehen: Wer sein Auto alkoholisiert chauffiert, setzt vieles aufs Spiel.

-Vor allem gefährdet er sein Leben und das anderer Menschen. Wie viele Unfälle hängen mit Alkohol am Steuer zusammen?

Die Anzahl der alkoholbedingten Unfälle an Fasching bewegt sich im Dienstbereich der Polizei Freising seit 2009 zwischen null und vier. Auf das ganze Jahr bezogen ist es 2009 noch zu 40 alkoholbedingten Unfällen gekommen, 2010 haben sich nur noch 21 ereignet. Die Folgejahre hat der Wert dann permanent zwischen 21 und 26 gependelt.

Interview: Manuel Eser

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