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Nur Mut: Senioren erfahren, wie sie sich sicher im Bus aufhalten können.

Im Notfall wie Tarzan

Freisinger Senioren erhalten Sicherheitstraining im Stadtbus

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Freising - Busfahren will gelernt sein. Gerade für Senioren lauert manch eine Gefahr, wenn man sich als Fahrgast nicht richtig verhält. Ein spezielles Training sollte den Senioren sowohl Sicherheit geben als auch etwaige Ängste nehmen.

Die Initiative kam von der Agenda-21-Projektgruppe „Seniorinnen und Senioren“, in die Tat umgesetzt haben es dann die Stadtwerke Freising: Am Montag fand das erste Stadtbus-Sicherheitstraining in Freising statt. Zehn Teilnehmerinnen bekamen wichtige Tipps und Hinweise für richtiges und vor allem sicheres Verhalten im Bus – in Theorie und Praxis.

Angelika Gasteiner weiß, wovon sie redet. Die Mitarbeiterin der Salzburg AG führt solche Sicherheitstrainings schon seit zehn Jahren durch. Grund: Man habe festgestellt, dass vor allem ältere Menschen Unfälle im Bus hätten. Das Ziel des Kurses war es also, dass die Senioren danach über das Busfahren sagen: „Das kann ich. Das mach ich.“

Zunächst warb Gasteiner ein bisschen für die Busfahrer, die zu 90 Prozent ihren Job gut erledigten, aber eben auch mal „einen schlechten Tag“ hätten und vielleicht nicht sooo freundlich seien, wie man das erwarten könne. Aber dann gab’s gleich die ersten wichtigen Tipps: Auf dem Weg zur Bushaltestelle „nicht hudeln“, vor allem im Winter auf das richtige, also rutschfeste Schuhwerk achten, beim Einsteigen mindestens eine, am besten beide Hände für das Festhalten frei haben, das Fahrgeld schon abgezählt in der Manteltasche bereit halten, und und und.

Die nächste Frage: Was tun, wenn kein Sitzplatz frei ist, wenn auch kein Jüngerer seinen Platz frei macht? Sich vor einen jungen Mann stellen, lächeln und freundlich um seinen Sitzplatz bitten. In ganz hartnäckigen Fällen helfe eine „Notlüge“: „Mir ist etwas schwindlig.“ Gasteiners Absicht war klar: Den Senioren Selbstvertrauen einflößen, ihnen zeigen, dass es um sie und ihre Sicherheit gehe. Und noch eine Botschaft: „Um Hilfe zu bitten, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke“, appellierte sie an die Senioren, die mit einem Rollator unterwegs seien.

Und dann „kaperten“ die Senioren den extra bereitgestellten Bus der Stadtwerke. „Nahe herangehen, sich festhalten, mit dem ganzen Fuß auftreten.“ In dieser Reihenfolge sollte das Einsteigen ablaufen, machte Gasteiner vor – und die Teilnehmer des Sicherheitstrainings machten es ihr nach. Ganz wichtig: sich beim Busfahrer bemerkbar machen, ihn bitten, erst anzufahren, wenn man sitze. Und: sich den ersten freien Platz nehmen. Anders ausgedrückt: „Keine Wandertage durch den Bus!“ Und wenn man doch eine Strecke im Bus zurücklegen müsse, dann bitte zur eigenen Sicherheit nur so wie Tarzan: Der habe in seinem Urwald die eine Liane auch erst dann losgelassen, wenn er die nächste schon fest und sicher im Griff gehabt habe.

Dass das in der Praxis alles nicht immer genau so ablaufen könne und werde, wie Gasteiner das empfahl, wussten die Teilnehmern des Kurses nur zu gut. Zum Beispiel komme es eben doch oft vor, dass man noch keinen Sitzplatz ergattert habe, der Bus aber schon anfahre.

Am Ende gab’s für die Teilnehmer nicht nur eine Broschüre mit allen wichtigen Tipps, sondern auch Kaffee und Kuchen im Caritas-Zentrum. Busfahren lernen macht eben Appetit.

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