Freisinger Skulpturtage: Damit die Wälder noch schöner werden

Freising/Kranzberg - Ein Spaziergänger aus Holz, ein Eichhörnchenkobel für Menschen und eine heilige Stätte: Zum Internationalen Jahr der Wälder sollen an drei Standorten im Landkreis Skulpturen und Installationen entstehen.

Tieren und Pflanzen bietet der Wald Lebensräume. Und mit dem Holz machen Unternehmen viel Geld. Neben den ökologischen und ökonomischen Ressourcen bietet der Wald aber noch viel mehr: In Büchern ist er Ort von Märchen und Mythen. Menschen gehen in ihm spazieren, um abzuschalten, zu träumen oder zur Ruhe zu kommen. Was Künstler mit dem Wald verbinden, das können die Freisinger im Sommer erfahren: Im Freisinger Forst am Walderlebnispfad, am Schafhof sowie im Kranzberger Arboretum werden Skulpturen und Installationen errichtet.

Die Idee zu diesem Projekt hatte der Förderverein Weltwald & Erlebnispfad Freising. Vom 18. bis 28. Juli wird ein Künstlersymposium abgehalten. Mehr als 40 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und Tschechien sind eingegangen, berichtet Vereinsvorsitzender Herbert Rudolf. Die Jury aus Herbert Rudolf, Hubert Hierl (Kulturreferent), Andrea Lamest (Leiterin Schafhof), Fritz Dettenhofer (Galerist), Alexis Dworsky (Künstler), Holger Brandt (Grafiker) sowie Jessica Püschel (Lehrerin) hat die Bewerbungen gesichtet und sich dann für fünf Künstler entschieden.

Eine davon ist Eva Nemetz aus Walkertshofen. Sie beschäftigt sich mit dem Wald als heiligem, spirituellem Ort. Säulen und Balken bilden in ihrem Entwurf ein Halbrund, der an eine sakrale Stätte erinnert.

Stefan Esterbauer aus Hochburg-Ach in Österreich hat sich mit einem Kugelgebilde beworben, „ligneus globus“ ist der Titel. Aussparungen geben Einblicke ins Innere der Skulptur, die aus Holz gefertigt wird. Den Wald aus der Perspektive der Eichhörnchen sehen - das möchte Joachim Kaiser aus Kusterdingen möglich machen: Er plant, ein Atelier des Schafhofgebäudes bis in die Baumkronen der Umgebung zu erweitern. Oben soll aus trockenen Ästen eine Plattform nach dem Vorbild von Eichhörnchenkobeln entstehen.

Die Natur als Lebensraum hat sich auch Tanja Röder aus Pfaffenhofen zum Thema gemacht. Sie bewarb sich mit einer 2,5 Meter großen Figur. „Jeder kann sich selbst in der Figur wiederfinden und sich als Teil der Natur fühlen“, erklärt die Künstlerin. Bei Roger Löcherbach aus Essen „menschelt“ es ebenfalls: Aus einem Baumstamm will er eine Skulptur herausarbeiten - einen Spaziergänger.

Die Skulpturen sollen dauerhafte „Bewohner“ des Waldes werden. Spaziergänger und Interessierte können im Sommer den Künstlern bei ihrer spannenden Arbeit über die Schultern schauen. Das Projekt ist eingebunden in die Freisinger Kulturtage, Oberbürgermeister Dieter Thalhammer hat die Schirmherrschaft übernommen.

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