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Noch Platz bietet der Südfriedhof an der Heidestraße. Hier befinden sich neben speziellen Gräbern auch die Ur nenfelder.

Friedhofsgebühren werden kräftig steigen

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Eching – Weil auf dem Südfriedhof an der Heidestraße neue Grabfelder und Bestattungsarten (Urnenwand, Urnen in Naturgräbern) geschaffen wurden, muss die Gemeinde ihre Friedhofssatzung neu erlassen. Nach den Vorberatungen am Dienstag im Hauptausschuss stand fest: Die Friedhofsgebühren werden teils deutlich teurer.

Den Grundstein für die Erhöhung der Gebühren legten die Ausschussmitglieder bereits im Oktober 2015, wo man sich dafür entschied, den Kostendeckungsgrad für die gemeindlichen Bestattungseinrichtungen auf 50 Prozent anzusetzen. Tatsächlich müsste nach einer Vorgabe des kommunalen Prüfungsverbandes sogar kostendeckend gearbeitet werden.

So kosten – die Einwilligung des Gemeinderats vorausgesetzt – Einzelgräber auf den Friedhöfen an der Danziger Straße sowie in Dietersheim und Günzenhausen künftig nicht mehr 20, sondern 42 Euro im Jahr. Die Gebühren für Familiengräber gehen von 31 auf 89 Euro nach oben. Würde man eine 100-prozentige Abdeckung der Kosten anpeilen, wären in dem Fall sogar 178 Euro fällig. Urnenerdgräber kosten auf besagten Gottesäckern in Zukunft 48 statt 33 Euro.

Wegen anderer Strukturen und Grabgrößen gelten für den Südfriedhof spezielle Gebühren – aber auch die werden erhöht, wenn auch nicht so deutlich: bei einfach tiefen Einzelgräbern von 23 auf 33 Euro, bei doppelt tiefen von 38 auf 42 Euro. Familiengräber schlagen bald jährlich mit 69 Euro (einfach tief; bislang 46 Euro) bzw. 95 Euro (doppelt tief; bislang 76 Euro) zu Buche. Für Urnenerdgräber fallen 49 statt 33 Euro an. Besondere Varianten dieser Gräberform – Urnenerdgräber mit Rahmenbepflanzung, im Baumhain oder in Wiesenflächen – sind mit Kosten von 39 Euro verbunden. Für einen Platz in der Urnenwand werden 62 Euro, in einer Stele 72 Euro verlangt.

Die Frage, warum ein großes Grab somit erheblich günstiger ist als beispielsweise ein Platz in der Urnenwand, sorgte für Debatten unter den Räten. Laut Verwaltung entspricht dies aber den bayerischen Vergaberichtlinien. Am Ende gab’s aus Reihen der Freien Wähler und der CSU trotzdem zwei Nein-Stimmen zur Gebührensatzung.

Noch ungeklärt ist ein Antrag der Echinger Grünen, der sich auf die allgemeine Friedhofssatzung bezieht, die zuvor einstimmig verabschiedet worden war. In dieser solle laut Ratsmitglied Leon Eckert auch festgelegt werden, „nur Grabsteine ohne Kinderarbeit auf unseren Friedhöfen“ zuzulassen. Prinzipiell erntete er dafür zwar Kopfnicken aus allen Fraktionen, es gab jedoch kritische Stimmen, was die Umsetzbarkeit einen solchen Beschlusses betrifft.

Die Verwaltung versucht deshalb nun, passende Formulierungen zu finden. Gesucht: ein Instrumentarium, mit dem die Gemeinde Eching ohne großen Aufwand den Sachverhalt überprüfen kann.

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