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Barmherzigkeit war Motto des Streubildes am Marienplatz. Ab 3 Uhr hatten es am Donnerstag die Pfadfinder St. Georg, die Kolpingjugend Freising sowie die Dom- und St.-Georgs-Ministranten aus gefärbtem Sägemehl gefertigt. Der würdige Rahmen für den Fronleichnamsgottesdienst am Marienplatz wurde von unzähligen Gläubigen bewundert.

Weihbischof Hasslberger mahnt an Fronleichnam

„Wir sind eine zerbrechliche Gesellschaft“

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Freising - Weißwürste und Wiener gab's erst danach. Zuvor hatten sich gestern die Gläubigen zu Füßen des Mons doctus im Herzen der Stadt versammelt und waren dann in der Fronleichnamsprozession hinauf auf den Domberg gezogen. 

Die Fronleichnamsprozession – laut Weihbischof Bernhard Haßlberger auch ein Zeichen dafür, „dass wir da sind für Menschen in Not, für Menschen, die ums Leben und ums Überleben kämpfen“.

Rechts und links von der Mariensäule standen die Vereine mit ihren Fahnenabordnungen, Orchester und Chor hatten auf dem Marienplatz Aufstellung genommen, die Gläubigen saßen und standen im Halbkreis um den Altar und den Baldachin mit der Monstranz herum. Wäre in der Monstranz, so Weihbischof Haßlberger, eine zerbrochene Hostie, dann wäre das wohl erstaunlich und ungewöhnlich, eigentlich aber auch ein gutes Zeichen. Denn: Es gehe ja um das Brotbrechen, es gehe ja um den, „der für uns am Kreuz zerbrochen wurde“. Die Christen feierten nicht nur den Auferstandenen, sondern auch den gekreuzigten, den „für uns zerbrochenen“ Herrn. 

Eine zerbrochene Hostie könne aber auch ein Zeichen dafür sein, dass die Kirche eben nicht die vollkommene Gemeinschaft sei, wie das bis vor einige Jahrzehnte behauptet wurde. „Von diesem Podest“, so Haßlberger, sei man in jüngster Vergangenheit „sehr unsanft heruntergeholt“ worden. Nein: „Wir sind eine zerbrechliche Gemeinschaft.“ Und dennoch, so der Weihbischof weiter, „haben wir einen wichtigen Auftrag“: Zwar seien wir alle Menschen mit allen Schwächen und Fehlern, aber wir würden einen „kostbaren Schatz“ in uns tragen: Jesus Christus, die Liebe, das Leben. 

Um dieses Schatzes willen sei es wichtig, sich zu engagieren. Die Fronleichnamsprozession mit ihren zwei Haltepunkten, an denen das Evangelium verkündet und die Fürbitten vorgetragen wurden, war also „kein Triumphzug“, wie Haßlberger betonte, sondern der Zug einer Gemeinschaft von Menschen – bunt, mit all ihren Stärken und Schwächen –, der Ihn durch die Straßen der Stadt trage – als Zeichen dafür, „dass Gott alle liebt ohne Ausnahme“. Die Prozession endete mit der Ankunft des Allerheiligsten in der Sakramentskapelle des Mariendoms. Anschließend waren die Gläubigen zu einem geselligen Beisammensein mit kleinem Mittagessen im Domhof eingeladen.

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