Einen schweren Stand hatten die lokalen CSU-Repräsentanten – MdL Florian Herrmann, Freisings Ortschef Erich Irlstorfer und MdB Franz Obermeier (v. r.) beim Besuch von Kultusminister Ludwig Spaenle. Startbahngegner bereiteten ihnen einen ungemütlichen Empfang. Foto: Lehmann

Die Fronten sind verhärtet

Freising - Es waren harte 20 Minuten für den CSU-Landtagsabgeordneten Florian Herrmann. Tapfer stellte er sich den harschen und teilweise lautstark vorgebrachten Vorwürfen der Startbahngegner von Plane stupid, die am Sonntagabend vor dem Asamgebäude Stellung bezogen hatten.

Die rund 400 Gäste des CSU-Neujahrsempfangs und Festredner Ludwig Spaenle (Bericht Seite 3) mussten an den Demonstranten und ihren Plakaten und Bannern vorbei. Herrmann ging als Erster und am längsten auf die wütenden Demonstranten ein, die immer wieder „Wahltag ist Zahltag“ skandierten und Schilder mit der Aufschrift „Falsches Pack“ hochhielten. Zwei Vorwürfe musste sich Herrmann immer wieder anhören: Als CSU-Abgeordneter und Direktkandidat für den Landtag gehe er für die CSU auf Stimmenfang und werbe damit für eine Regierung, die die Startbahn bauen wolle. „Wie können Sie das mit Ihrem Gewissen vereinbaren?“. Und: Wenn die Startbahn dann da sei, würde er, Herrmann, wahrscheinlich sein „Geld nehmen und abhauen“. Forderung: „Die CSU braucht eine auf den Latz!“

Herrmann, der sich schwer tat, stimmlich gegen die wütenden Demonstranten anzukommen, betonte, er sei auch gegen die Startbahn, aber „Politik ist nicht nur ein Thema“.

Der zweite Appell an Herrmann: „Machen Sie mal einen Aufstand in dem Verein“, so Martin Bauer. Man forderte von Herrmann mehr „Vehemenz“ im Einsatz gegen die Startbahn. Herrmann wehrte sich: Er habe die Position der Freisinger immer wieder im Landtag deutlich gemacht, sich „für unsere Heimat eingesetzt“. Die Startbahngegner beruhigte das keineswegs.

CSU-MdB Franz Obermeier wurde mit höhnischem Applaus bedacht und ging wortlos an den Demonstranten vorbei. FMG-Chef Michael Kerkloh wurde sogar mit „Buh“-Rufen empfangen („Wahnsinn! Der traut sich da her!“), nahm es aber mit einem Lächeln und schüttelte den Runwaygegnern gar kurz die Hand.

Und Ludwig Spaenle? Der versicherte den Demonstranten, bei denen er für einige Minuten stehen blieb, dass er als Bezirksvorsitzender der Münchner CSU seine Partei und die Stadtratsfraktion angewiesen habe, sich an das Nein der Münchner beim Bürgerentscheid zu halten.

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